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    Andacht zur Pfingstwoche 31.5. -6.6.2020

    Von Pfarrer (ev) Reichmann in Pößneck

    Schriftwort: Sacharja 4, 6 b

    Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth. (Wochenspruch)

    Gedanken zum Schriftwort:

    Der Prophet Sacharja lebte in kriegerischen Zeiten: Das Heer der Perser unter König Kyros überrannte das babylonische Reich. Das muss für die Menschen des Volkes Israel unglaublich beeindruckend gewesen sein. Denn drei Generationen zuvor hatte eben dieses Babylon ihre alte Heimat im Sturm erobert, den Tempel und die Städte zerstört und einen Großteil der Bevölkerung in die Gefangenschaft verschleppt. Militärische Macht schien wieder einmal alles zu entscheiden und der große Held dieser Tage bei den Gefangenen war der Perserkönig Kyros. Durch seinen Sieg keimte plötzlich wieder die Hoffnung auf Rückkehr in ihre alte Heimat auf, die sich bis dahin nur ganz wenige aus dem Volk bewahrt hatten. Kyros der Superheld. Die Menschen sehen immer, was sie sehen wollen. Ihr Horizont ist begrenzt. Und nur ganz selten denken sie weiter. Der HERR aber möchte, dass sein Volk weiter sieht und weiter denkt.

    Deshalb spricht ER selbst durch den Mund seines Propheten Sacharja: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.

    Ohne Gottes Geist bleibt auch der größte Sieg geistlos und zieht nur neue Gewalt und neues Unrecht nach sich. Der Sieg des Kyros aber brachte für das Volk Israel tatsächlich die erhoffte Heimkehr in die alte Heimat.

    Einige Kinder der Verschleppten von damals kamen als sehr alte Leute zurück und mit ihnen die nachfolgenden Generationen, die Jerusalem nur aus den Erzählungen kannten. So wie die Heimkehrer war auch die Heimat nicht mehr dieselbe. Sie mussten bei Null anfangen, im wahrsten Sinn des Wortes. Und dazu half ihnen kein Kriegsheld, keine militärische Macht, sondern nur der gute Geist Gottes. Der ließ sie zum einen nach ihren Wurzeln fragen und ihre Identität bewahren und zum anderen kreativ und engagiert an die Organisation des täglichen Lebens gehen.

    Foto: privat J. Reichmann

    Gedanken zum Bild:

    Diese Steinblume in der israelischen Wüste südlich des Toten Meeres wurde allein durch den ständigen Wind geformt. Für mich ist sie ein starkes Symbol für die Geistkraft des Heiligen, die die Welt formt und überraschend verändert. Das geschieht meistens langsam und kaum merklich, wie bei dieser Steinblume. Aber unaufhaltsam und unumkehrbar ergibt sich ein neues Bild, das auch nicht für immer so bleibt. Menschlicher Geist hingegen setzt auf Beständigkeit, Festhalten wollen, Absichern, in allen Lebensbereichen. Vor allem aber, wenn es um Macht, Einfluss und Privilegien geht.

    Und da scheint im Weltmaßstab immer noch wie vor 2500 Jahren der das Sagen zu haben, der am lautesten von allen mit dem Säbel rasseln kann. Militärische Macht als Lösung für zivile Probleme im eigenen Land inbegriffen. Aber was soll das, was kann das am Ende für ein Sieg werden? Haben wir nicht schon genug schwerwiegende Probleme auf der Welt, die wir schnellstmöglich gemeinsam in den Griff bekommen sollten? Und da meine ich nicht nur die noch längst nicht überwundene Pandemie.

    Gebet:

    Barmherziger Gott, Du hast uns Deinen Geist

    geschenkt, den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

    Erneuere uns mit Deinem Geist, wenn wir alles absichern und festhalten wollen, wenn wir in Gefahr geraten, unsere innere Stärke aus dem Vertrauen zu Dir zu verlieren.

    Erneuere uns mit Deinem Geist, wenn wir geistlos miteinander umgehen, wenn wir uns missverstehen oder auseinanderleben.

    Erneuere uns mit Deinem Geist, dass wir geistvoll allen beistehen, die unsere Nähe, unser Zuhören und unsere Anteilnahme brauchen , die sich oft in ganz konkreter Hilfe für den Alltag zeigt.

    Erneuere uns mit Deinem Geist, dass wir die Weite Deiner Liebe erspüren, die alle Christen als Geschwister und alle Menschen dieser Welt umfasst.

    Erneuere unseren Geist, dass wir geistesgegenwärtig und mit Besonnenheit die Geister unterscheiden lernen und miteinander und füreinander in Deinem Geiste leben.

    Amen

    Beten wir das Vaterunser

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

    in Ewigkeit

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

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    Kindergottesdienst zu Pfingsten!

    (Veröffentlicht von Ute Thalmann ev. Pfarrerin Krölpa und der Gemeindepädagogin – Maren Sell)

    Heute haben wir wiedereinmal einen tollen Kindergottesdienst für Euch!

    Den Gottesdienst findet Ihr hier in den PDF Dokumenten:


    Wieso wir Pfingsten feiern könnt Ihr hier erfahren und erbasteln 🙂




    Dann haben wir für euch eine tolle Bastelanleitung für ein schönes Windrad:

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    Segen zu Pfingsten!

    (Veröffentlicht von Ute Thalmann Pastorin / Krölpa)

    Segen

    In das Spiel deiner Gefühle und
    in den Ernst deiner Gedanken
    in den Reichtum deines Schweigens und
    in die Armut deiner Sprachelege ich meine Zusage:

    Ich bin da.

    In die Fülle deiner Aufgaben und
    In die Leere deiner Geschäftigkeit,
    in die Vielzahl deiner Fähigkeiten und
    in die Grenzen deiner Begabung
    lege ich meine Zusage:

    Ich bin da.

    In das gelingen deiner Gespräche und
    In die Langeweile deines Betens,
    in die Freude deines Erfolges und
    in den Schmerz deines Versagens
    lege ich meine Zusage:

    Ich bin da.

    (Paul Weismantel)

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    Andacht Pfingsten, 31. Mai 2020

    von ev. Pfarrer Reichmann Pößneck

    Schriftwort: Apostelgeschichte 2, 1- 14

    Schließlich kam das Pfingstfest. Auch an diesem Tag waren sie alle wieder am selben Ort versammelt. Plötzlich setzte vom Himmel her ein Rauschen ein wie von einem gewaltigen Sturm; das ganze Haus, in dem sie sich befanden, war von diesem Brausen erfüllt. Gleichzeitig sahen sie so etwas wie Flammenzungen, die sich verteilten und sich auf jeden Einzelnen von ihnen niederließen. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie begannen, in fremden Sprachen zu reden; jeder sprach so, wie der Geist es ihm eingab. Wegen des Pfingstfestes hielten sich damals fromme Juden aus aller Welt in Jerusalem auf. Als nun jenes mächtige Brausen vom Himmel einsetzte, strömten sie in Scharen zusammen. Sie waren zutiefst verwirrt, denn jeder hörte die Apostel und die, die bei ihnen waren, in seiner eigenen Sprache reden. Fassungslos riefen sie: »Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wie kommt es dann, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört? Wir sind Parther, Meder und Elamiter; wir kommen aus Mesopotamien und aus Judäa, aus Kappadozien, aus Pontus und aus der Provinz Asien, aus Phrygien und Pamphylien, aus Ägypten und aus der Gegend von Zyrene in Libyen. Sogar aus Rom sind Besucher hier, sowohl solche, die von Geburt Juden sind, als auch Nichtjuden, die den jüdischen Glauben angenommen haben. Auch Kreter und Araber befinden sich unter uns. Und wir alle hören sie in unseren eigenen Sprachen von den wunderbaren Dingen reden, die Gott getan hat!« Alle waren außer sich vor Staunen. »Was hat das zu bedeuten?«, fragte einer den anderen, aber keiner hatte eine Erklärung dafür. Es gab allerdings auch einige, die sich darüber lustig machten. »Die haben zu viel süßen Wein getrunken!«, spotteten sie.

    Liebe Schwestern und Brüder!

    Was genau feiern wir zu Pfingsten? Sind Sie das auch schon einmal von interessierten Nichtchristen gefragt worden? Und was haben Sie geantwortet? Naheliegend wäre: Pfingsten, das ist der Geburtstag der Kirche. Stimmt. Aber eine Antwort für Außenstehende ist das nicht ohne den Bezug zur Pfingstgeschichte, die uns Lukas überliefert hat. Und auch die beginnt erst zu sprechen, wenn wir uns in sie hineinbegeben.

    Die Jünger Jesu hatten ein Wechselbad der Gefühle hinter sich. Als sie mit Jesus in Jerusalem eingezogen waren, trug sie die Woge ihrer Begeisterung immer höher – bis sie sich am Abend des Gründonnerstags überschlug. Hart schlugen sie auf dem Boden der grausamen Wirklichkeit auf: Jesus verhaftet, den Römern ausgeliefert, schon am nächsten Tag hingerichtet und sie selbst ab sofort ebenfalls in Lebensgefahr. Sie versteckten sich voller Angst. Weitere drei Tage später die absolute Verunsicherung – die Frauen berichteten ihnen, dass Jesus lebt!

    Und dann kam der Auferstandene auch zu ihnen. Langsam fassten sie Mut, fanden Halt, konnten die lähmende Angst überwinden. Aber dann verließ sie der Auferstandene wieder und die Angst kam zurück. Mutlos versteckten sie sich, schraken bei jedem Klopfen an der Tür zusammen: Würden sie jetzt abgeholt werden? Allein gegen die Angst – das konnte nichts werden. Ewig im Versteck bleiben genau so wenig. Eine ausweglose Lage nach menschlichem Ermessen.

    Aber nicht für die Gotteskraft, den Heiligen Geist. Der Heilige Geist – das klingt so erhaben, so weltfremd. Aber kann es sein, dass wir einfach falsch übersetzen? Oder besser: Dass unsere Vorfahren einst falsch übersetzt hatten? Der Heilige Geist. Drei Worte, deren Farbe im Laufe der Jahrhunderte immer mehr verblasste, weil die Vorfahren versuchten, ihn in eine große Flasche zu sperren und fest zu verkorken. Sie wollten ihn zähmen, still legen. Bloß kein Sturm, noch nicht einmal im Glas, bitte. Auf das Etikett schrieben sie fein säuberlich: Heiliger Geist, der. Bitte nicht öffnen! Verflüchtigt sich! Die Schrift ist kaum mehr zu lesen nach all der Zeit. Die Flasche ganz hinten im Keller, bei den abgelegten und vergessenen Sachen.

    Wie konnte das passieren? Kann es sein, dass unsere Vorfahren falsch übersetzt hatten? Der Heilige Geist sagen wir. Die Evangelien schreiben auf griechisch: „Pneuma“. Das heißt zunächst einmal Wind, frische Brise, kräftige Böe. Der Wind Gottes also, der weht wo und wann er will. Unverfügbar, immer aber förderlich für das Leben.

    Jeder und jedem, der wie die Jünger damals in ihrem Versteck vor lauter Angst nicht ein noch aus weiß, stärkt er den Rücken. Was auch immer die Angst auslöst, die Heilige Geistkraft wird zum Rückenwind, beflügelt, bläst oft genug auch den Weg frei, den wir vor lauter Angst oder Zweifel nicht zu sehen wagen.

    Ich bin mir sicher: Wir alle kennen solche Pfingstmomente: Ich spüre den »Rückenwind« im übertragenen Sinn. Ich fasse Mut, den ersten Schritt aus meiner Enge hinaus zu gehen, weil ich weiß: Der Heilige ist mit mir. Das gibt mit Kraft und Mut und ich kann sagen: Ich erwarte Gutes. Ich gebe mein Bestes und ich vertraue auf die Hilfe von oben. Wer das erlebt, der leuchtet geradezu von innen, hat eine positive, energiegeladene Ausstrahlung – im Bild gesprochen: Wie Flammenzungen.

    Aber auch das griechische Wort Pneuma fasst nicht ganz, was in der Sprache des Volkes Gottes gesagt wird: „Ruach Elohim“. Ruach Elohim, der „Geistwind des EWIGEN“, genannt nach dem glühenden Wind, dem Sturm aus der arabischen Wüste, der die gewaltigen Sanddünen vor sich her treibt und damit im wahrsten Sinne des Wortes Berge versetzt. 378 mal kommt das Wort Ruach vor im Ersten Testament, gleich von Anfang an. Denn Ruach Elohim ist nicht nur kraftvoll, sondern die Kraft des Schöpfers selbst.

    Ruach hat die Welt erschaffen und befreit Gottes Volk aus der Sklaverei: Ruach kam auf Moses herab. Der Prophet Hesekiel sieht, wie Ruach Totengebeine wieder zum Leben erweckt. Sobald Ruach herabregnet, sehen die Söhne und Töchter Israels ihr Leben und die Zukunft im Lichte Gottes, weit über das hinaus, was menschenmöglich ist. Und in den entscheidenden Augenblicken der Menschheitsgeschichte erleben wir ein Stück dieser Zukunft Gottes – wie die Jünger damals am allerersten Pfingsttag in Jerusalem: Die lähmende Angst ist weg geblasen. Das Wunder geschieht: Alle Menschen verstehen sich. Das schafft nur Ruach Elohim, die schöpferische Geistkraft des EWIGEN.

    Zu Pfingsten feiern wir diesen herrlichen Blick in Gottes Zukunft und erinnern uns an die befreiende Kraft des schöpferischen, unberechenbaren Geistes Gottes. ER schenkt uns Kraft und Mut für unsere Gegenwart. IHM können wir vertrauen, weil ER dafür sorgt, dass Gottes Zukunft Wirklichkeit wird. Sagt es weiter, jeder und jedem, der es wissen will!

    Aber rechnet nicht damit, dass euch alle verstehen. Es gibt sie auch heute noch, die überheblichen Spötter, die am Rand stehen und ihre völlig unpassenden Kommentare abgeben – so wie damals in Jerusalem. Da hatten sie behauptet, die Jünger „hätten zu viel süßen Wein getrunken“ – Haben Sie schon einmal einen Betrunkenen erlebt, der plötzlich fließend eine fremde Sprache sprechen konnte? Der menschliche Geist ist und bleibt eben beschränkt und kommt ohne die Heilige Geistkraft niemals aus seiner Enge heraus. Darum lasst uns um SEINE Kraft für alle bitten.

    Amen.

    Gebet : HERR unser Gott, Dein Geist setzt Menschen in Bewegung. Durch ihn beginnt die neue Welt, die Du uns verheißen hast.

    Wir bitten Dich: Stärke unser Vertrauen und begeistere uns für Deinen Weg der Liebe.

    Lass uns miteinander suchen nach Zeichen Deiner Gerechtigkeit in unserer Welt, die uns Hoffnung und Zuversicht schenken.

    Lass uns aufmerksam sein, überall dort, wo Menschen verweigert wird, was sie zum Leben brauchen: ausreichende Bildung, Schutz und Hilfe in Not, wie auch immer diese Not aussieht.

    Lass uns zu Menschen werden, die von Deiner Heiligen Geistkraft bewegt werden und helfen, wo Hilfe gebraucht wird.

    Beten wir das Vaterunser:

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

    in Ewigkeit

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

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    Kindergottesdienst | Chr. Himmelfahrt | 2020

    Hallo Ihr lieben, heute haben wir uns etwas besonderes für Euch ausgedacht. Einen Kindergottesdienst für zu Hause an Himmelfahrt.

    Bitte öffnet die PDF Dokumente für weitere Informationen:

    Dann haben wir noch einen Internet-link zu einer Bastelidee zu Himmelfahrt: https://downloads.kindergottesdienst.net/download/klgg-3-online-material/       ( Zusatzlektion Himmelfahrt Download klicken, Himmelfahrt Ordner öffnen, Himmelfahrt Bild öffnen)


    Dann haben wir noch einen kleinen Lückentext für Euch, viel Spaß dabei:

    Liebe Grüße Ute Thalmann, Pastorin Pößneck

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    Andacht zu Himmelfahrt, 21. Mai 2020

    Von Pfarrer ev. Jörg Reichmann, Pößneck

    Schriftwort: Johannes 12,32

    Jesus spricht: Ich aber werde über die Erde erhöht werden und werde dann alle zu mir ziehen.

    Gedanken zum Schriftwort:

    Ich aber werde über die Erde erhöht werden“ sagt Jesus. ER wird nach seiner Auferstehung erhöht zu seinem Vater im Himmel – der Abschluss der österlichen Freudenzeit, den wir zu Himmelfahrt feiern. Ursprünglich hat Jesus diese Aussage im Johannesevangelium allerdings mit Blick auf seinen Tod am Kreuz gemacht. Jesu Weg der bedingungslosen Liebe war so revolutionär, dass er zwangsläufig von den Mächtigen seiner Zeit zum Schweigen gebracht werden musste. Deshalb wurde er erledigt, aus dem Weg geräumt, gekreuzigt. Doch Gott machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Er hat Christus von den Toten auferweckt. So wurde das Schandmal des Kreuzes durch Jesu Auferstehung zum Zeichen des Sieges über den Tod und durch Christi Himmelfahrt geradezu zu einer „Brücke“ in den Himmel für alle, die ihm vertrauen. Wer wissen will, wie Gott im Himmel ist, der kann im Leben, Sterben und Auferstehen Christi die Antwort finden. Jesus spricht: Ich aber werde über die Erde erhöht werden und werde dann alle zu mir ziehen. ER ist mit uns auf dem Weg durch das Leben. ER gibt uns die Kraft, unser Leben zu gestalten und anzunehmen, weil ER uns den Blick in den Himmel schenkt. Und von dort her betrachtet, mit den Augen der Liebe Gottes, hat unser Leben in dieser Welt einen Sinn und ein Ziel, was auch kommen mag. Oder anders gesagt: Für unsere irdische Lebensfahrt haben wir einen Heimathafen bei Gott, unserem himmlischen Vater. In diesem Sinn können wir auch gern und vertrauensvoll vom „Vatertag“ sprechen, wenn wir das Fest der Himmelfahrt Christi meinen – oder auch Herrentag, denn er ist zweifelsfrei ein Tag des HERRN.

    Foto: privat J.Reichmann

    Gedanken zum Bild:

    Ein blühender Apfelzweig vor strahlend blauem Himmel, reckt sich wie ein Zeigefinger dem Licht entgegen. So als wollte er sagen: Seht her, das Licht, meine Lebenskraft, kommt von oben. Ja selbst das Wasser, das ich brauche, fällt vom Himmel. Nichts trübt ihm den Blick über sich hinaus in den wolkenlosen Himmel. Lebensfreude pur, so wie sie zu Himmelfahrt die Menschen auf ihren Wanderungen erleben wollen – und sie sich bestimmt auch in dieser schwierigen Zeit nicht nehmen lassen. Gut ist es, wenn sie sich dabei auch erinnern, dass diese Freude ein Geschenk ist, das uns Gott macht. Dann ist die Freude nicht am nächsten Tag mit einem kräftigen Kater zu Ende, sondern währt sogar über unser irdisches Leben hinaus.

    Gebet:

    HERR, DU hältst Deinen Himmel offen für alle Menschen. Wir danken Dir für alle, die uns helfen, darauf zu vertrauen.

    Wir bitten Dich für alle, die von Deinem offenen Himmel in ihrem Leben nur sehr wenig spüren. Für die Alten und Kranken, für die Hungernden, die Verfolgten, die Opfer von Krieg und Gewalt. Hilf, dass die Kräfte Deines Himmels überall dort siegen, wo Menschen einander das Leben zur Hölle machen.

    Wir bitten Dich für unsere Erde, die Du geschaffen hast und über der sich Dein Himmel spannt. Schütze sie vor der Zerstörung durch unsere Habgier und Kurzsichtigkeit. Hilf uns, dass auch wir dazu beitragen, Deine Schöpfung zu bewahren.

    Beten wir das Vaterunser.

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

    in Ewigkeit

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

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    Andacht zum Sonntag Rogate 17.5.2020

    von Jörg Reichmann, ev. Pfarrer in Pößneck

    Zum Sonntag:

    In der evangelischen Tradition tragen die Sonntage der österlichen Freudenzeit zwischen Ostern und Pfingsten lateinische Namen, die auf einen Vers des Wochenpsalms zurückgehen. Der heutige Sonntag heißt „Rogate“ = Betet! (Bezug zu Psalm 95,6) und möchte uns ermuntern, das vertrauensvolle Gespräch mit Gott zu suchen – was wir auch beten nennen können. Anliegen und Bitten gibt es in unserer aufgewühlten und verunsicherten Krisenzeit viele. Aber vergessen wir nicht den Dank und den Lobpreis für alles, was ER uns zum Leben schenkt.

    Schriftwort: 1. Timotheus 2, 1-4

    Der Apostel schreibt: Das Erste und Wichtigste, wozu ich die Gemeinde auffordere, ist das Gebet. Es ist unsere Aufgabe, mit Bitten, Flehen und Danken für alle Menschen einzutreten,

    insbesondere für die Regierenden und alle, die eine hohe Stellung einnehmen, damit wir ungestört und in Frieden ein Leben führen können, durch das Gott in jeder Hinsicht geehrt wird und das in allen Belangen glaubwürdig ist. In dieser Weise zu beten ist gut und gefällt Gott, unserem Retter, denn er will, dass alle Menschen gerettet werden und dass sie die Wahrheit erkennen.

    (Neue Genfer Übersetzung)

    Liebe Schwestern und Brüder,

    Der Apostel schreibt an eine uns unbekannte Christengemeinde im großen römischen Reich – mitten in Krisenzeiten. Denn die Verfolgung der Christen durch die Staatsmacht wird immer bedrückender. Wie kann Gemeindeleben überhaupt noch organisiert werden unter diesen Bedingungen? – so fragten sich die Menschen besorgt. Sie fühlten sich der Situation ausgeliefert. Das ließ die einen stumm werden, die anderen dafür um so lauter. Aber am Kaiser und seinen Helfershelfern ließ wohl kaum einer ein gutes Haar.

    In Krisenzeiten liegen die Nerven blank, reagieren die Menschen noch viel schneller emotional und ohne Nachzudenken als sonst, weil sie sich ausgeliefert fühlen oder gegängelt oder, oder, oder. Ein Grund zur Aufregung ist schnell gefunden und ein Schuldiger für das ganze Schlamassel ebenso. Damals eben zweifelsfrei der Kaiser und seine Beamten. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie lang die Gesichter der Leute aus der Gemeinde wurden, als sie die Zeilen des Apostels lasen. Schon beim ersten Teil mögen sie gestutzt haben: Die wichtigste Aufgabe ist das Gebet – nicht die Organisation des Gemeindealltags, die vielen Notwendigkeiten, die unbedingt erledigt werden müssen, sondern das Gebet, die Fürbitte für alle Menschen. Ja, sie haben richtig gehört: Für alle Menschen, ausdrücklich auch für die Regierenden. Was für eine Zumutung! Sicher, das Jesuswort von der Feindesliebe und der Bitte für die Verfolger werden sie gekannt haben – aber wenn das plötzlich konkret wird im eigenen Leben? Sieht da die Sache nicht etwas anders aus? Ich kann mir die Diskussionen in der Gemeinde sehr lebhaft vorstellen.

    Wir haben keinen Kaiser mehr. Und Gott sei´s gedankt auch kein politisches System, das die Christen als „verlängerter Arm des Klassenfeindes“ beschimpfte und wo es ging benachteiligte. Aber wir haben eine handfeste Krise durch den unsichtbaren Feind „Corona“, der das gewohnte Leben auf den Kopf stellt. Und wir sind Gemeinden, die unter diesen schwierigen Bedingungen ihren Alltag und die Aufgaben organisieren müssen. Das nervt, das bedeutet zusätzlichen Aufwand und schmerzhafte Einschränkung des Vertrauten. Ganz und gar Ungewohntes müssen wir aushalten – nicht nur als Gemeinden, sondern alle Menschen. Noch dazu müssen wir gründlich umdenken: Bisher war Gesundheit immer nur ein individuelles Problem oder eine persönliche Aufgabe. Jetzt aber wird klar, dass jede und jeder einen eigenen Anteil hat an der Gesundheit aller – nicht nur sich selbst zu schützen bringt etwas, sondern nur dann hat das Virus auf Dauer verloren, wenn wir uns gegenseitig schützen.

    Wir Christen können noch viel mehr für die Menschen tun als Hygieneregeln einzuhalten. „Das Erste und Wichtigste, wozu ich die Gemeinde auffordere, ist das Gebet. Es ist unsere Aufgabe, mit Bitten, Flehen und Danken für alle Menschen einzutreten,“ schrieb der Apostel einst. Wir lesen seine Zeilen für uns heute und setzen sie auf unsere je eigene Art in die Tat um. Die einen bilden Gebetsketten, die anderen laden wie in Schlettwein die Menschen ein in die liebevoll geschmückte Kirche sonntags zum stillen Gebet. Sie schaffen Raum für die Begegnung mit Gott, geben Gelegenheit, Bitten und Dank auf kleine Zettel zu schreiben oder eine Kerze auf dem Altar zu entzünden. Und wieder andere feiern seit kurzem tapfer unter den momentanen Bedingungen Gottesdienst, bringen so vor Gott, was sie bewegt und nehmen Gottes Wort mit in die neue Woche.

    Wir lesen weiter – und da steht sie, die Zumutung:

    für alle Menschen einzutreten, insbesondere für die Regierenden und alle, die eine hohe Stellung einnehmen, damit wir ungestört und in Frieden ein Leben führen können, durch das Gott in jeder Hinsicht geehrt wird und das in allen Belangen glaubwürdig ist.“

    Nein, auch heute ist es keineswegs selbstverständlich, für die Regierenden zu beten. Viel beliebter sind alle möglichen Spielarten von „Protest“. Aufreger finden sich immer, und natürlich auch in der Krise. Die einen gehen aus Protest spazieren, die anderen protestieren schon mal vorsichtshalber gegen eine nicht existierende Impfpflicht einer noch nicht vorhandenen Schutzimpfung. Man kann nicht früh genug damit anfangen. Andere kommen in der Krise mit Forderungen an die Regierenden, die nicht weit genug gehen können. Und erschreckend viele haben für die Regierenden überhaupt nichts mehr übrig, weil sie sich die Welt inzwischen lieber mit seltsamen Verschwörungstheorien erklären. Ein kluger Kopf hat sinngemäß gesagt: Auf die Pandemie folgt die Infodemie – womit die wuchernden Verschwörungstheorien und Falschmeldungen gemeint sind, die sich schneller als jedes Virus über das Internet verbreiten und auch Menschen infizieren, die sich bisher für immun dagegen hielten.

    Hilfreich ist das alles für die Regierenden nicht wirklich. Denn die Krise führt uns in vielerlei Hinsicht an unsere Grenzen, stellt uns vor Herausforderungen, die ähnlich wohl zuletzt vor 100 Jahren beim Ausbruch der spanischen Grippe zu bewältigen waren. Entscheidungen müssen getroffen werden, die ohne Vergleich sind – und jeder Fehler kann für viele Menschen fatale Folgen haben. Da ist es gut und wichtig, Gottes Beistand und Hilfe für die Menschen in Verantwortung zu erbitten.

    In dieser Weise zu beten ist gut und gefällt Gott, unserem Retter, denn er will, dass alle Menschen gerettet werden und dass sie die Wahrheit erkennen. – schreibt der Apostel. Versuchen wir es doch einmal!

    Gebet:

    HERR unser Gott, nimm uns hinein in die Weite Deines Reiches, in den Horizont der wachsamen Liebe, dass wir sehen, was Du siehst in unserer Welt.

    So werden wir beten und unser Herz weiten für Menschen, die uns unbekannt sind; für Freme, Fragende und Suchende;

    für die, Unsicheren und die Furchtsamen und die, die immer zu kurz kommen.

    Wir bitten für die, die gequält werden und für ihre Peiniger, denn sie wissen nicht, was sie tun.

    Wir beten für die, die an ein Ende kamen und die Hoffnung verloren; für die Kranken und Sterbenden.

    Nimm unser Gebet auf Dein Herz, HERR unser Gott, und hilf, dass es besser mit uns werde.

    Beten wir das Vaterunser.

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

    in Ewigkeit

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

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    Gedanken zum Sonntag Rogate – „Betet“ 17.05.20

    Von Ute Thalmann, Pastorin, Krölpa

    Not lehrt Beten, sagt ein Sprichwort.

    Mancher hat vielleicht in den vergangenen Wochen mehr und regelmäßiger gebetet als sonst.

    Beim Abendläuten – oder auch nach dem Aufstehen… beim Blick auf die Nachrichten –daheim oder auch in der Stille der Kirche – im Wald oder auch bei der Arbeit im Garten. Die Corona- Pandemie hält uns in Atem.

    Auch wenn wir nicht voneinander wissen, was jeder vor Gott gebracht hat, glaube ich, dass es für die meisten ein kurzes Gebet war – ein Hilferuf oder ein Dank an Gott- laut oder leise – aber mit ganzem Herzen – und mit Sicherheit ein Gebet, dass uns alle verbindet und auch alles verbindet:

    Es ist das Gebet Jesu – das Vaterunser.

    Unser heutiger Predigttext (Matthäus 6,5-15) legt uns dieses Gebet nahe, so wie Jesus selbst das seinen Freunden ans Herz gelegt hat – statt vieler Sätze – Worte die vieles verbinden und umfassen. Schon Kinder sprechen es mit und wissen darum.

    Vater unser – beten wir – für Jesus war die Verbindung zu Gott, wie zu einem guten vertrauensvollen Vater – Abba – Papa sagt er – auch wir können in eine solche Beziehung hineinwachsen. Auch durchs Gebet.

    Vater unser. Dahinein nimmt er seine Freunde und auch uns mit : denn Gott kennt uns als Menschen – er hat uns angenommen als seine „Kinder“, um die er sich sorgt, die er beim Namen ruft ( Taufe) – wir gehören zur Gemeinschaft der Kinder Gottes – wie die, die neben mir – hinter mir – vor mir und über mit beten.

    Geheiligt werde dein Name.

    Gottes Name: hebr. Jahwe bedeutet: „Ich werde sein, der ich sein werde“ … ihn achten meint, Gott diesen Raum zugestehen-er kann und will uns immer neu begegnen – das heißt aber auch: Gott kann auch anders handeln und wirken, als wir es uns als Menschen zurecht gelegt oder auch gewünscht haben. Das anerkennen und annehmen heißt auch, ihn zu ehren – mir und ihm täglich Zeit geben fürs Gebet und Stille.

    Da Gott auch durch andere handelt – ist auch mein Umgang mit anderen Menschen hier angefragt. Wie ich ihnen begegne…

    Dein Reich komme…

    Gottes Reich soll kommen angesichts dieser Welt voll Leid, voll Not und Krieg – sein Reich soll kommen in dieser ungewissen Zeit, mit widerstreitenden Meinungen und Verschwörungstheorien…

    Sein Reich soll unter uns Gestalt gewinnen – auch durch mich. Dass meint: dass ich alles tue, was in meiner Macht und Möglichkeiten liegt, um diese Welt ein klein wenig menschlicher und gottgefälliger mit zu gestalten.

    Dein Wille geschehe – wie im Himmel so auf Erden

    Nach Gottes Willen soll es gehen. im Miteinander –

    Heilsam und hilfreich soll es sein – Jetzt und in Zukunft.

    Nicht nach meinen eigenen Interessen und meinem Willen. Das kennen Sie vielleicht: Manchmal kommt es ganz anders, als gedacht oder geplant. „Warum geschieht das- warum mir?“ fragen wir dann. Ob ich darauf Antwort finde mit der Frage und Suche nach dem, was Gott von mir erwartet?

    Unser tägliches Brot gib und heute…

    Das, was wir zum Leben brauchen – eine Arbeit, Auskommen, Essen und Trinken natürlich, ein Dach über dem Kopf, Gesundheit und Gemeinschaft mit anderen und in der Familie.

    Gott nimmt uns im Alltag wahr, wir dürfen ihn um alles bitten, was wir zum Leben brauchen, was notwendig ist. Aber unser Blick soll nicht beschränkt sein auf uns selbst- wir sind eingeladen, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken und andere mit ihrem Nöten wahrzunehmen. Wir sind eingeladen, gegen den Egoismus und die Gier – auf gerechte Verteilung der Rohstoffe und Ressourcen achten, Geschwisterlichkeit und Solidarität üben, selbst wenn die Lebensart eine andere ist – oder gerade deshalb.

    Und vergib uns unsere Schuld – wie auch wir vergeben unsern Schuldigern…

    Immer wieder werden wir schuldig, machen wir Fehler. Gottes Wille ist nicht, dass wir perfekt wären-

    er vergibt uns unsere Schuld – er verzeiht uns, wenn wir Einsicht haben, er gibt uns neue Chancen.

    Ja wir dürfen zu ihm kommen selbst mit unserer Unmöglichkeit zum Verzeihen.

    Und führe uns nicht in Versuchung

    sondern erlöse uns von dem Bösen.

    Da geht es nicht um das Stück Sahnetorte, was vielleicht zu viel wäre, sondern um die Beziehung zu mir selbst und anderen. Wie viel Achtsamkeit schwingt mit beim Sprechen, beim Planen und Ausführen- im Miteinander daheim und im Betrieb, in der Nachbarschaft aber auch anderswo? Immer wieder sind wir versucht, uns selber mit unseren Kräften und auch die anderen zu übersehen – und nur unsere Ziele im Blick zu haben.

    Jesus lädt uns ein, Gott um Hilfe zu bitten, dass er uns vom Bösen erlöst und uns Wege eröffnet in seine neue Welt. Er tut es im unerschütterlichen Vertrauen darauf, dass Gott sein Reich errichtet, dass er Kraft dazu schenkt und seine Herrlichkeit unter uns erfahrbar wird – auch mitten in Corona- Zeiten.

    Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

    Ute Thalmann, Pastorin

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    Andacht zur Woche vom 10. – 16. Mai 2020

    von Pfarrer Jörg Reichmann Pößneck

    Schriftwort: 2. Timotheus 2,7

    Der Herr aber wird dir in allen Dingen Einsicht geben.

    Gedanken zum Schriftwort:

    Dieser kurze Satz stammt aus einem Apostelbrief, den ein Schüler des berühmten Paulus an einen jungen Mann mit dem damals beliebten Namen Timotheus schrieb. Dieser junge Mann sah seine Lebensaufgabe darin, den Glauben an Christus zu verbreiten. Der Schreiber des Briefes gab ihm wichtige Ratschläge mit auf den Weg, die in diesem Satz zusammenfließen: Der Herr aber wird dir in allen Dingen Einsicht geben. Schade, möchte ich anmerken, dass hier die Übersetzung in unsere Sprache dem Urtext die Kante nimmt. Denn eigentlich steht hier: Der Herr aber wird dir in allen Dingen Scharfsinn / Verstand geben. Denn die Dinge, die der junge Missionar zu klären hatte, wären allein mit Einsicht kaum zu bewältigen gewesen. Denn er lebte mitten in einer Krise: Einerseits standen die Christen durch die römischen Behörden zunehmend unter Druck und andererseits gab es innerhalb der Gemeinden die unterschiedlichsten Einflüsse und Widersprüche in Frömmigkeit und Glaubenslehren. Die einen hielten sich für die einzig wahren Christen, die geistlich bereits im Himmel seien, die anderen machten die Einhaltung von Speisegeboten und Beschneidung zur Voraussetzung für gutes Christsein und dazwischen gab es zahlreiche andere Strömungen, die alle um Einfluss und Anhänger konkurrierten. Da musste der junge Missionar jede Entscheidung mit größter Sorgfalt bedenken, jede Absicht der anderen erkennen und jede mögliche Folge im Blick behalten, um auf dem richtigen Weg zu bleiben. Das war ohne Scharfsinn beim besten Willen nicht durchzuhalten. Mit fällt auf, dass wir in unseren Krisen heute auch eine gehörige Portion Scharfsinn brauchen, um auf dem richtigen Weg zu bleiben. Das gilt für die Corona -Krise, wenn wir den Verschwörungstheoretikern und den Besserwissern nicht auf den Leim kriechen wollen. Und das gilt auch für die schwierige Lage der christlichen Gemeinden in unserer Zeit, in der uns der Scharfsinn unsere Zusammengehörigkeit vor Gott über alle Unterschiede im Glaubensleben hinweg erkennen lässt.

    Gedanken zum Bild :

    Das Wort „Scharfsinn“ meint auch: „Scharfe Sinne haben“ – also genauer, besser hinsehen zum Beispiel. Dafür ist dieses Bild gut geeignet. Im Vordergrund die Löwenzahnwiese ist gut zu erkennen, dahinter die Buschreihe. Aber sehen Sie auch die Bäume auf der Horizontlinie? Unscheinbar und klein, und doch deutlich zu sehen – dahinten geht es weiter. Unser Blick findet so den Weg in den Himmel – und erst jetzt erfassen wir die ganze Schönheit des Augenblicks, weil uns bewusst wird: Das Ganze ist immer viel mehr als die Summe seiner Einzelteile. Gerade in der Krise gerät diese Einsicht – und jetzt passt das Wort tatsächlich – ganz leicht aus dem Blick. Da stumpfen die Sinne unter Umständen viel zu schnell ab in der Aufregung über angeblich überzogene Hygienemaßnahmen oder andere Beschwerlichkeiten des Alltags. Kurz: Scharfsinn und Einsicht sind die zwei Seiten einer Medaille.

    Gebet:

    HERR wir danken Dir für Deine Gaben,

    für den Glauben, das Vertrauen in Deine Liebe, die uns zuversichtlich in die Zukunft schauen lässt.

    Wir danken Dir für den Verstand und die Einsicht, die uns helfen, uns als Brüder und Schwestern zu erkennen.

    HERR, wir bitten Dich für alle, die Verantwortung tragen, um Weisheit für ihre Entscheidungen und für uns alle um Geduld und Verständnis.

    HERR, hilf uns, die Gräben zuzuschütten, die uns trennen und die Mauern einzureißen, die uns den Blick für das Ganze nehmen. Hilf uns, die Zeit und den Raum, in die Du uns gestellt hast, gemeinsam mit Leben zu füllen.

    Beten wir das Vaterunser

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

    in Ewigkeit

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN