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    Andacht zur ersten Advents – Woche 2020

    Schriftwort: Jesaja 58,7 (Monatsspruch Dezember)

    Gott spricht: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entziehe dich nicht deinem Fleisch und Blut!

    Gedanken zum Schriftwort:

    Die Stimme des Propheten schallte in den Ohren seiner Zuhörer. Er stand auf dem Markt des Ghettos in der Nähe von Babylon, dieser Siedlung, die ihnen als Verbannten durch die Sieger zugewiesen worden war. „Entschuldigung, haben wir nicht andere Sorgen?“, werden sich wohl die meisten abgewandt haben. „Wir müssen selber sehen, wie wir durchkommen, jeder für sich, durch diese schwere Zeit.“ Vergleiche sind immer schwierig, besonders geschichtliche. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Prophet auch heute eine sehr ähnliche Antwort auf seine Worte erhalten würde. Wer selbst keine Sorgen hat, der kann freilich freigiebig sein – oder könnte es wenigstens sein, wenn er wollte. Aber uns brummt doch im Moment doch eher der Kopf, oder?

    Aber genau deshalb erhebt der Prophet doch seine Stimme! Denn wenn es eng wird, wenn bedrohliche Ereignisse wie eine Seuche oder die Nachwirkungen eines Krieges das gewohnte Leben aus der Bahn werfen, gibt es nur einen sinnvollen Weg, die Krise zu meistern: Zusammenhalten – und das ganz konkret bei den Grundbedürfnissen des Lebens. Füreinander da zu sein, hilft allen weiter. Das gilt in unserer globalisierten Weltordnung nicht nur für uns hier im Lande, sondern auch für unsere Mitmenschen in den armen und ärmsten Regionen der Welt. Im Advent starten jährlich die Hilfsaktionen „Brot für die Welt“ und „Adveniat“, deren langfristige Projekte den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe geben. Sie brauchen unsere Unterstützung!

    Foto: J. Reichmann

    Gedanken zum Bild:

    Auf den ersten Blick sieht man nur einen kahlen Baum, zwischen Herbst und Winter. Ein Symbol der Vergänglichkeit, passend zur getrübten Stimmung in diesen Tagen. Aber es ist wie immer im Leben: Man muss genauer hinschauen. Und plötzlich erkennt man, dass der kahle Baum voller Früchte hängt, den so genannten „Nasen“ des Ahorns. Im Frühjahr wird er sie weit um sich herum verstreuen und für Nachwuchs sorgen. Im Moment ruhen alle Lebensfunktionen, aber der Ausblick in die Zukunft ist schon möglich. Das Leben siegt, daran gibt es keinen Zweifel, auch wenn Beschwernisse drücken und Ängste verunsichern. Ein Baum als Symbol der Hoffnung, genau wie die Kerzen, die wir im Advent nach und nach entzünden.

    Gebet:

    Ewiger Gott, Du kommst uns näher im Advent. Lass uns Deine Nähe spüren in unserer Zeit und unserer Welt.

    HERR, es ist Zeit, dass Du kommst mit Deinen klaren Worten zu uns Menschen. Ratlos sind wir, ungewiss in unserm Denken und Handeln, erfinden unsere eigenen Wahrheiten.

    Ewiger Gott, es ist Zeit, dass Du kommst mit Deiner Liebe zu uns Menschen. Misstrauisch begegnen wir einander, verbergen voreinander unser gute Gesicht.

    HERR, es ist Zeit, dass DU kommst mit Deiner Hoffnung zu uns Menschen. Bitter und scharf sind unsere Worte, die Zuversicht geht uns verloren.

    Ewiger Gott, wir fürchten uns – Du öffnest die Tür. Wir geraten auf Irrwege – Du gehst uns nach. Wir schaffen nicht, was wir schaffen wollen – Du nimmst uns an, so wie wir sind.

    HERR, es ist Zeit, dass Du kommst! Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen

    Beten wir das Vaterunser.

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

    in Ewigkeit

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

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    Andacht zur Woche nach Trinitatis

    Von Pfarrer Reichmann Pfarrer (ev.) Pößneck

    7. – 13. 6. 2020

    Schriftwort: 5. Mose 11, 13 + 14

    Gott spricht: Werdet ihr nun auf meine Gebote hören, die ich euch heute gebiete, dass ihr den HERRN, euren Gott, liebt und ihm dient von ganzem Herzen und von ganzer Seele, so will ich eurem Lande Regen geben zu seiner Zeit, Frühregen und Spätregen, dass du einsammelst dein Getreide, deinen Wein und dein Öl.

    Gedanken zum Schriftwort:

    Das 5. Buch Mose steht eher im Schatten unserer Wahrnehmung der biblischen Bücher. Zu Unrecht, wie die Gestalter der diesjährigen Bibelwoche richtig feststellten. Denn in diesem Buch ist in den Reden des alt gewordenen Mose an das Volk Israel alles auf den Punkt gebracht, worum es im Glauben an den EWIGEN geht – über alle Zeiten hinweg. Die dramatische Lebenserfahrung der Israeliten spiegelt sich in diesem Buch besonders deutlich. Die Verfasser der erhaltenen Form dieses biblischen Buches gehörten zu jenen Menschen, die in der babylonischen Gefangenschaft alle Traditionen des Glaubens Israels sammelten. Ihr Fazit aus Lebenserfahrung und Thorastudium: Wer sein Leben an Gottes Geboten ausrichtet, dem steht der EWIGE bei, ist ihm nahe und eröffnet ihm neue Lebensmöglichkeiten. Das kann so außergewöhnlich sein wie in der ewig andauernden Krise der Gefangenschaft in Babylon, die nicht im Untergang des Volkes Israel endete. Das kann aber auch so wenig spektakulär wie ein gleichmäßiger Landregen sein, der zur rechten Zeit fällt. Sicher, die urtümliche Vorstellung, dass der EWIGE für jeden Regenschauer verantwortlich sei, mag für viele abwegig sein. Wissen wir doch einerseits inzwischen viel mehr über die meteorologischen Zusammenhänge – und andererseits macht der Volksglaube aus mir nicht erklärlichen Gründen eher den Petrus für das Wetter verantwortlich. Was aber bleibt: Leben gelingt am besten, wenn die Menschen sich in ihrem Verhalten untereinander an Gottes Gebote halten und im Umgang mit der Natur an den Auftrag des EWIGEN, die Schöpfung zu bewahren.

    Gedanken zum Bild:

    Noch vor wenigen Jahren sagten mir die obigen Verse aus dem 5. Buch Mose nicht viel. Sicher, ich wusste schon, dass es im Nahen Osten wesentlich seltener regnet und Dürre zu einem existentiellen Problem werden kann. Aber inzwischen lese ich diese Verse ganz neu. Denn auch ich freue mich über den sanften Regen, der in den letzten Tagen gefallen ist. Und es könnte und müsste noch viel mehr sein, wenn der Wassermangel der letzten Jahre nur halbwegs ausgeglichen werden soll. Fakt ist: Das Klima ändert sich tatsächlich und unsere überdrehte Lebensweise des „immer mehr und immer schneller“ beschleunigt den Prozess auf bedenkliche Weise. Dass es auch anders gehen kann, wissen wir eigentlich. Aber wir scheinen als Menschen immer erst aus Krisen und Katastrophen zu lernen. Damals in Babylon ist das den Israeliten mit Gottes Hilfe gelungen. Beten wir darum, dass wir nicht einfach so weitermachen.

    Gebet:

    HERR, Deine Gebote weisen den Weg zu einem guten Miteinander, zu einem friedlichen

    Zusammenleben, zu einem respektvollen Umgang mit all Deinen Geschöpfen und Deiner ganzen Schöpfung.

    Wir bitten Dich, HERR unser Gott, hilf uns und anderen, einander zu achten und aufeinander Rücksicht zu nehmen in unserem Alltag.

    Stehe den Kranken in dieser Krise bei, stärke die Helfenden, entspanne die Ungeduldigen, erleuchte die Verantwortlichen.

    Lass uns dankbar sein für alles, was wir tun können, um uns und anderen Gutes zu tun und unsere Welt vor Schaden zu bewahren.

    Gib uns, HERR, dass wir Deine Wegweisungen mit allen Sinnen erfahren und leben, weitersagen und weitergeben in Worten und Taten.

    Behüte uns HERR und bewahre uns. Lege Deinen Segen auf unser Reden und Handeln und lass zum Segen werden, was wir sagen und tun.

    Amen

    Beten wir das Vaterunser

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

    in Ewigkeit

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

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    Kindergottesdienst zu Pfingsten!

    (Veröffentlicht von Ute Thalmann ev. Pfarrerin Krölpa und der Gemeindepädagogin – Maren Sell)

    Heute haben wir wiedereinmal einen tollen Kindergottesdienst für Euch!

    Den Gottesdienst findet Ihr hier in den PDF Dokumenten:


    Wieso wir Pfingsten feiern könnt Ihr hier erfahren und erbasteln 🙂




    Dann haben wir für euch eine tolle Bastelanleitung für ein schönes Windrad:

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    Andacht zur Osterwoche

    von Pfarrer Jörg Reichmann Pößneck

    Schriftwort: Lukas 24, 13 – 16

    Am selben Tag gingen zwei von den Jüngern nach Emmaus, einem Dorf, das zwei Stunden von Jerusalem entfernt liegt. Unterwegs sprachen sie miteinander über alles, was in den zurückliegenden Tagen geschehen war; und während sie so miteinander redeten und sich Gedanken machten, trat Jesus selbst zu ihnen und schloss sich ihnen an. Doch es war, als würden ihnen die Augen zugehalten: Sie erkannten ihn nicht.

    Besinnung:

    Noch ganz unter dem Eindruck der Ereignisse machten sich die beiden auf den Weg – wohl in ihr Heimatdorf. Nur weg aus Jerusalem, wo vor drei Tagen ihr Meister qualvoll am Kreuz zu Tode gefoltert wurde und nun auch noch sein Grab leer war! Auferstanden von den Toten sollte er sein, hatten sie gehört. Das konnten sie nicht glauben. Schmerz und Trauer und Angst vor der Zukunft waren viel zu übermächtig. Da verschwanden sie lieber, diese beiden namenlosen Jünger, stapften mit schweren Schritten über den staubigen Wüstenpfad. Immerhin: sie sprachen miteinander, gingen nicht stumm nebeneinander her. Aber wie das oft in solchen Situationen so ist: Ihre Gedanken drehten sich im Kreis. Immer wieder blieben sie hängen an der Frage: Warum? Warum gerade er? Und warum nicht wenigstens ein Grab als Ort der Trauer? Wieso dieses leere Grab? Sollte der Schmerz nie aufhören? Und sie waren so sehr mit sich selbst beschäftigt mit ihren Erinnerungen und Überlegungen, wie es denn wohl weiter gehen könnte mit ihnen, dass sie diesen Fremden nicht erkannten, der sich ihnen irgendwann angeschlossen hatte. Trauer, Schmerz, Angst und Zukunftssorgen können blind machen. Man sieht nur noch stur auf den Weg gerade aus vor einem, nicht rechts noch links und schon gar nicht nach oben. Und dann war da in ihnen noch eine starke Sehnsucht – nach dem ganz normalen, vertrauten Alltag, in dem sie sich auskannten, mit Menschen, die ihnen vertraut waren – und zu denen wollten sie jetzt zuallererst. Der Fremde läuft mit, so, als wäre er gar nicht da.

    Bildbetrachtung:

    Da läuft einer, denkt man im ersten Moment. Erst auf den zweiten Blick fragt man sich: Täusche ich mich? Das ist doch eine Figur! Und tatsächlich: Diese Figur steht in einer uralten Nabatäersiedlung in der Wüste Negev in Israel. Jeder Besucher stutzt – und sehr viele fotografieren den Wanderer danach. Die künstlerische Idee ist gelungen: Plötzlich nehmen wir unsere Umgebung anders wahr. Eben noch mit uns selbst beschäftigt, mit unseren Gedanken und geprägt von unseren Vorstellungen, bekommen wir einen anderen Blick, weitet sich unser Horizont. Und die größtmögliche Horizonterweiterung ist Ostern. Der Tod ist besiegt, der HERR ist auferstanden. Das begriffen die beiden namenlosen Jünger erst ganz am Ende ihres Weges. Für uns heute ist dieser Weg nicht einfacher geworden. Wollen wir deshalb nach Ostern so schnell in unseren vertrauten Alltag zurück? Dabei wäre es doch gerade in diesem außergewöhnlichen Jahr so wichtig, sich immer wieder in den österlichen Horizont zu stellen!

    Gebet:

    HERR, du gehst unseren Weg mit, ob wir mit uns selbst beschäftigt sind, ob wir zweifeln oder auf der Suche sind nach Dir.

    Darum trauen wir uns, auch unsere Fragen vor Dich zu bringen und unsere Zweifel. Und wir danken Dir, wenn Du uns spüren lässt:

    Du bist der Lebendige für uns. In Dir hat unser Leben und unsere Welt ihr Ziel. Hilf uns, im Horizont Deiner Liebe zu leben – miteinander und füreinander.

    Beten wir das Vaterunser:

    Beten wir das Vaterunser.

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

    in Ewigkeit

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

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    Andacht zum Karsamstag 11.4.2020

    von Pfarrer Jörg Reichmann Pößneck

    Station 7 – Beisetzung

    Schriftwort: Johannes 19, 40 -42: „Josef aus Arimathäa und Nikodemus nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist. An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. Wegen des Rüsttags der Juden und weil das Grab in der Nähe lag,setzten sie Jesus dort bei.“

    Besinnung zum Text: Wie der Evangelist Johannes die Beisetzung Jesu beschreibt, hört sich das alles wohl geordnet und traditionsgerecht an. Dabei war das alles ein kleines Wunder. Denn zum einen muss es wohl eine Sondererlaubnis der Römer gegeben haben, den Leichnam Jesu so kurz nach dem Tod vom Kreuz abnehmen zu dürfen. Um sicher zu gehen, dass Jesus wirklich tot war, kam der Befehl, ihn mit der Lanze zusätzlich zu erstechen. In der Regel verwesten die Toten als Abschreckung für die Lebenden am Kreuz und wurden erst abgenommen, wenn die nächste Kreuzigung anstand. Und zum anderen musste alles sehr schnell gehen: Jesus verstarb um die neunte Stunde, also gegen 15 Uhr nach unserer Zeit. Ab 18.00 Uhr begann der Shabbat des Passahfestes, kein Jude durfte dann einen Toten bestatten. Nicht viel Zeit für die Freunde Jesu. Die Kreuzabnahme, bei der sie mit Sicherheit keine Unterstützung durch die Römer bekamen, der Transport des Leichnams zum Grab, schnell die Leinenbinden – das war mit Sicherheit nur eine behelfsmäßige Beisetzung. Mehr ging nicht. Erst am dritten Tag würde alles mit der rituellen Salbung seine Ordnung finden können. Menschen finden erst Ruhe, wenn sie ihre Toten so begraben haben, dass es für sie in Ordnung ist.

    Womit wir in der Gegenwart sind.

    Collage: Privat – J. Reichmann

    Bildbetrachtung:

    Trauer braucht einen Ort, sonst frisst sie sich fest im Herzen, schwelt wie eine offene Wunde, die nicht heilen kann. Das steht außer Zweifel und doch verändert sich die Bestattungskultur. Gräber haben eine „Laufzeit“, und die finanziellen Möglichkeiten und der Wille der Angehörigen entscheidet allein, welchen Ort die Trauer finden kann. Gut ist, dass auch jetzt in der Corona – Krise Trauerfeiern möglich sind, auch wenn die Angehörigen zum eigenen Schutz vor dem Virus mit einer Minimalvariante einverstanden sein müssen. Aber auf unbestimmte Zeit keinen wirklichen Abschied und keinen Ort der Trauer zu haben, ist eine schwere seelische Belastung. Wie viele Menschen wissen bis heute nicht, wo das Grab ihrer Angehörigen ist, die im Krieg umgekommen sind. Wie viele Menschen wissen nicht, wo sie ihre Verstorbenen bestatten sollen, weil sie weit weg aus ihrer Heimat fliehen mussten. Die Trauer braucht einen Ort, sonst dreht sie sich im Kreis und raubt den Hinterbliebenen die Kraft.

    Bedenken wir vor Gott, wie wir mit den Abschieden in unserem Leben leben gelernt haben oder leben lernen möchten.

    Gebet:

    Lasst uns beten für unsere Verstorbenen, derer wir in Liebe gedenken.

    Lasst uns beten für alle, die sich um Gräber kümmern und sie pflegen.

    Lasst uns beten für alle, deren letzte Ruhestätte nicht bekannt ist oder die namenlos in Massengräbern verscharrt wurden.

    Lasst uns beten für uns – um die Gnade einer würdigen Grabstätte. Herr, erbarme dich!

    Zum Ende der Karwoche beten wir:

    Herr Jesus Christus, was du für uns erduldet hast, übersteigt unsere schlimmsten Vorstellungen.

    Dein Leidensweg zeigt uns, dass wir auch heute oft unmenschlich miteinander umgehen und schuldig werden an unseren Mitmenschen.

    Herr, wir alle leben aus deiner Gnade. Dafür danken wir Dir und biiten Dich:

    Hilf uns, dass wir uns als Brüder und Schwestern erkennen und miteinander und füreinander das Leben gestalten, das Du uns schenkst .

    Darum bitten wir dich, unseren geschundenen Bruder und auferstandenen Herrn, Jesus Christus, in der Gemeinschaft des Vaters und des Heiligen Geistes.

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

    in Ewigkeit

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN