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Grußwort zum Sonntag Jubilate, 03.05.2020 für alle Gemeinden der Propstei Gera-Weimar

Jubilate! So heißt der heutige Sonntag. Wer ruft heute schon noch zum „Jauchzen“ auf? Die Bibel tut es! Ein herrlich-altmodisches Wort, welches bereits in sich genau das sagt, was es meint. (Versuchen Sie doch mal „jauchzen“ betreten, dunkel, pessimistisch oder gedrückt auszusprechen – Sie werden merken, es klappt nicht!) So ist es auch mit diesem Sonntag. „Jubilate Deo“, jauchzet dem Herrn!“ Wer soll hier jauchzen?

Die ganze Welt!

Der Psalm 66, der heute Pate steht, bringt es auf den Punkt:
„Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens, rühmet ihn herrlich! Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!“

Jauchzen soll das Land, jauchzen die Welt inmitten einer Seuche, die immer noch durch die Lande zieht und die Welt noch monatelang beschäftigen wird? Ja, jauchzen sollen wir! Heute darüber, dass wir wieder zu Gottesdiensten einladen dürfen, bei denen wir physisch anwesend sind, einander wahrnehmen. Gemeinschaft erleben mit allen Sinnen: das ist ein Geschenk! War uns das immer so deutlich?

Jauchzen sollen wir, weil wir als österliche Gemeinde auf dem Weg mit Christus sind, mit dem Herrn über Leben und Tod, vor, während und mit Corona.

Der biblische Text aus dem 1. Buch Mose, der Genesis, der diesem Sonntag zugeordnet ist, beschreibt die Schöpfung durch den Schöpfer. „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war.“ Dieses Licht preisen wir in Jesus, dem Auferstandenen: Wahres Licht vom wahren Licht. Mit ihm wird uns der Blick erhellt, geweitet, gelichtet. Da „hält euch kein Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kam euch die Hilfe her.“

Wir haben allen Grund zum Jauchzen! Das, was befürchtet wurde, trat nicht in ganzer Härte ein. Wir erleben gerade, wie wir bewahrt und verschont werden. Gott sei Lob und Dank! Wer sich auf das Jauchzen, auf das Lob Gottes einlässt, wird gelichtet auf das schauen, was kommt. Der Schöpfer selbst geht mit uns. Der Psalmbeter schließt mit der Gewissheit, die so groß ist, dass sie Platz für all unseren Glauben und unseren Unglauben hat:
„Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten!“

Diese Erfahrung schenke Gott Euch allen!

In herzlicher Verbundenheit grüßt mit Shalom,

Ihre

Pröpstin Dr. Friederike F. Spengler

Regionalbischöfin der Propstei Gera-Weimar