Adventskalender

Türchen 11 | 11. Dezember 2020


In diesem Türchen:

Was glauben und feiern andere: Chanukkafest

Ein Beitrag aus dem Adventskalender on Tour – vom 11. Dezember aus Schmorda


Was glauben und feiern andere: Chanukkafest

Chanukka – Das jüdische Lichterfest

Am 10. Dezember 2020 beginnt mit dem Sonnenuntergang das Chanukkafest. Da der jüdische Kalender ein anderer ist, als unser offzieller, wechselt das Fest jedes Jahr mit seinem Datum. Meist liegt das Fest im Advent, kurz vor unserem Weihnachtsfest. Acht Tage wird gefeiert. Jeden Tag wird eine Kerze an der Chanukkia (8- armiger Leuchter) mehr entzündet. Am letzten Tag des Festes brennen dann alle Kerzen. Unsere jüdischen Glaubensgeschwister erinnern sich an Chanukka an die Wiedereinweihung des jüdischen Tempels im Jahr 164 v. Chr. nach dessen Entheiligung und heidnischer Überfremdung.

Nach der Überlieferung fand sich nur Öl für den Leuchter für einen Tag im Tempel. Durch ein Wunder hat das Licht jedoch acht Tage gebrannt, bis neues geweihtes Öl hergestellt worden war.

Meine jüdische Freundin erzählte, acht kleine Geschenke gibt es zum Fest- jeden Tag eines. Im Laufe der Zeit hat das Fest auch etwas vom Brauchtum der (christlichen) Umgebung angenommen: Familien schicken sich Karten, teilen Geschenke, die Familie kommt zusammen und feiert. Es gibt in Öl gebackene Speisen, z.B. Lattkes oder Pfannkuchen (Berliner).

Vielen Dank an Ute Thalmann


2. Adventswoche 11. Dezember Schmorda

Wir sagen euch an, den lieben Advent, sehet die zweite Kerze brennt!
So nehmet euch eins um das andere an, wie auch der Herr an uns getan.
Freut euch ihr Christen, freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr.

Im Advent liebe ich Einfachheit und Festlichkeit, und ich liebe besonders die Adventslieder.

Sie füllen Räume, Kirchen und Wohnzimmer mit einer unverwechselbaren Stimmung noch dazu, wenn Kerzen angezündet werden. Ich öffne dann mein Herz und lasse Jesus einziehen.

So höre ich heute das Lied:
“Tochter Zion, freue dich, jauchze laut Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir, ja er kommt der Friedefürst.
Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk!
Gründe nun dein ewig Reich, Hosianna in der Höh!
Sieh! Er kommt demütiglich; reitet auf dem Eselein.
Tochter Zion, freue dich! Hol ihn jubelnd zu dir ein.
Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild!
Ewig steht dein Friedensthron, du, des ewgen Vaters Kind. “


In diesem Lied werde ich an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert. Jesus wurde damals in Jerusalem freudig begrüßt. So ist das Lied eine Einladung. Begrüßen wir auch heute Jesus in unseren Herzen. Jesus ist ein friedfertiger menschenfreundlicher König. Besondere Milde zeichnet ihn aus und deshalb hat sein Königreich Bestand!! So besingt es das Lied. Und dieses Lied erinnert mich auch an die große Versprechen, die von den Propheten im alten Testament überliefert werden:

Bei Jesaja 9,Vers 5 lese ich: “Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter, und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst, auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens keine Ende auf dem Thron Davids und in
seinem Königreich.” Und bei Sacharja 9,Vers 9 wird angekündigt: “Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalems, jauchze! Siehe, dein König, kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin”. Das sind starke Worte! Das
Besondere von diesen außerordentlichen Versprechungen ist, es wird ein gerechter König kommen.
Und genau das ist das Einmalige an Jesus seine Friedfertigkeit und Milde, mit der er uns in unseren Herzen anrühren möchte.
Die Melodie dieses Liedes stammt von Georg Friedrich Händel, er hat sie ursprünglich für einen Siegesgesang in seinem Oratotium “Judas Maccabaeus” komponiert. Dort geht es um militärische Heldentaten und den historischen Befreiungskampf von Judas Maccabäus gegen die Römer in alter Zeit. Das Oratorium schrieb Händel 1746 für den Herzog von Cumberland nach dessen Sieg über die Schotten. Das Oratorium wurde festlich am 1. März 1747 im Londoner Covent Garden aufgeführt. Es war ein großen Erfolg. Später lernte der fromme Seelsorger und Textdichter Friedrich Heinrich Ranke in Erlangen diese festliche Melodie kennen und schrieb dazu einen neuen sehr berührenden Text: das Lied “Tochter Zion” nämlich. Dieser Text ist einfach, volkstümlich und sehr eingängig. Es besingt die Schlichtheit und Einfachheit von Jesus. Und es wird die Freude und der Jubel über Jesus und sein Kommen betont. Ja seht dort kommt der neue König. Er reitet auf einem Esel und braucht überhaupt keine Herrschaftssymbole, wie große prächtige Pferde. Er ist menschlich und bescheiden. Welch große Sache für uns die einfachen Menschen! Das ist Grund zur Freude und zum Jubel! Und das möchte uns das Lied auch heute schenken eine große innere Freude über Jesus und sein Kommen in unser Welt. Möge uns das Lied nun in unserm Herzem begleiten. Amen.


Gebet:
Herr Jesus Christus, danke, dass Du zu den Menschen gekommen bist damals nach Jerusalem.
Du bist als einfacher Mensch gekommen. Ein Esel war Dir genug. So warst Du mit uns auf Augenhöhe und hast uns Deine Liebe und Aufrichtigkeit gezeigt und Dein ganzes Herz geschenkt.
Dafür preisen und loben wir Dich in unseren Herzen. Schenke uns Deinen Frieden in dieser Adventszeit. Amen

Segensgruß aus Irland:
Mögest Du stets ein Lied auf den Lippen haben und ein fröhliches Wort an deine Freunde.
So schenke uns Gott ein fröhliches und dankbares Herz.

Vielen Dank an Ursula Wolff