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    Wenn Ihnen die Probleme über den Kopf wachsen…

    Mittwochs allgemeine Beratung in Ebersdorf – Angebot offen und kostenfrei

    Alltäglich sehen sich Familien mit verschiedensten Herausforderungen konfrontiert. Es geht dabei zum Beispiel um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf,

    die Kindererziehung, die Pflege eines Angehörigen, das Bestehen gegen gesellschaftliche Herausforderungen oder den Erhalt der Lebensqualität inmitten schwieriger ökonomischer Strukturen.

    In der Region gibt es dafür seit einiger Zeit eine Anlaufstelle im Thüringer-Eltern-Kind-Zentrum (ThEKIZ) in Ebersdorf.

    „Wir haben ein Beratungsangebot für viele Lebenslagen eingerichtet und sind nun mittwochs für Ratsuchende da. Es ist ein offenes und kostenfreies Angebot für alle.

    Ein Gespräch kann die Blickrichtung verändern und damit neue Möglichkeiten sichtbar machen. Ein Gespräch kann auch helfen praktische Fragen zu klären und passende Unterstützung zu erhalten.

    Dabei kann wirkliches Zuhören als sehr heilsam erlebt werden. Wir sind für Sie da, wenn Sie mit jemandem reden möchten“,  erklärt Diana Reinhardt, Leiterin des Kinderhauses Gottesschutz, in dem das ThEKIZ integriert ist.

    Diana Reinhardt, Systemische Beraterin und Therapeutin, wird das Angebot gemeinsam mit Dipl.-Sozialpädagogin Nadine Vogel, Mitarbeiterin der Flexiblen Familienbegleitung der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein, besetzen.    

    Wann:                  mittwochs,  9:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 17:00 Uhr

    Wo:                       Kinderhaus Gottesschutz Ebersdorf 

    Lobensteiner Straße 18, Ebersdorf

    Anmeldung:      Diana Reinhardt, Tel.: 036651 – 3987910

    Nadine Vogel, Tel.: 0151- 64943019

    Email: beratungsangebot.ebersdorf@diakonie-wl.de

    Um eine ungestörte Beratung zu ermöglichen, können Termine vereinbart werden. 

    Tel.: 036651 – 3987910 oder per Email: beratungsangebot.ebersdorf@diakonie-wl.de.

    Die Beratung wird von der Thüringer Landesregierung im Rahmen der Initiative „Familie eins99“ unterstützt.

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    Ein toller Erntedankgottesdienst 2020 in Krölpa!

    Auch in diesem Jahr kamen die Gemeindemitglieder der ev. Pfarrgemeinde Krölpa zu einem Erntedankgottesdienst in der ev. Kirche St. Peter und Paul in Krölpa zusammen, um Danke zu sagen. Wie in den Jahren zuvor sagten wir Danke für die gute Ernte, Danke für das was uns alles geschenkt wurde, Danke für die Gesundheit, die auch in diesem Jahr treu geblieben ist.

    Aber da war ja noch was: Corona

    Der Gottesdienst war dann doch etwas anders als in den letzten Jahren, ein Gottesdienst mit Abstand und Maske…

    Aber die Gemeinde hatte trotz Corona, oder besser zu sagen gerade wegen Corona in diesem Jahr viel “Danke” zu sagen.

    Danke für den Zusammenhalt, Danke für den Beistand auf Abstand, Danke für neue Ideen, die durch die Situation entstanden sind und Danke für neue Perspektiven usw..

    Denn wie die Gemeinde aus einer spannenden Predigt mitnehmen durfte:
    Es liegt alles im Auge des Betrachters oder man kann auch sagen: Es ist alles eine Frage der Perspektive….

    Und wer nach vorne in den Altarraum schaute, erlebte in diesem Jahr einen so reich gedeckten Gabentisch wie man ihn in den “Normalen” Jahren nur selten sah.

    Also wurden wir doch reich beschert Trotz Corona….

    Wir wünschen allen Besuchern unserer Webseite einen schönen Herbst und immer viele Gründe einmal DANKE zu sagen!

    von Tobias Henfling, Administrator

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    Erntedank 2020

    Jesus macht viertausend Menschen satt (Mk.8,1-9)

    1Zu dieser Zeit war wieder eine große Volksmenge bei Jesus zusammengekommen.

    Da die Menschen nichts zu essen hatten,rief Jesus die Jünger zu sich.Er sagte zu ihnen:2»Die Volksmenge tut mir leid.Sie sind nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen.3Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke,werden sie unterwegs zusammenbrechen –denn einige sind von weit her gekommen.«4Seine Jünger antworteten ihm: »Wo soll in dieser einsamen Gegend das Brot herkommen,um diese Leute satt zu machen?«5Und er fragte sie:»Wie viele Brote habt ihr?« Sie antworteten:»Sieben.«

    6Und er forderte die Volksmenge auf,sich auf dem Boden niederzulassen.Dann nahm er die sieben Brote.Er dankte Gott, brach sie in Stückeund gab sie seinen Jüngern zum Verteilen.Und die Jünger teilten das Brot an die Volksmenge aus.7Sie hatten auch noch einige kleine Fische.Jesus sprach das Segensgebet über sieund ließ sie ebenfalls austeilen.8Die Menschen aßen und wurden satt.Danach sammelten sie die Reste und füllten damit sieben Körbe.9Es waren etwa viertausend Menschen.Jetzt schickte Jesus sie nach Hause.

    Am 1. Sonntag im Oktober feiern wir das Erntedankfest! In diesem Jahr ganz besonders, da vieles ungewohnt, anders als gewöhnlich – als üblich ist.

    Der Lockdown vom Frühjahr steckt vielleicht manchen noch in den Knochen – auch das gebotene Abstandhalten und die Maskenpflicht. Herausfordernd war und ist es. Es mag Menschen geben, die das als Zumutung oder gar als Beschneidung ihrer Rechte und Freiheiten ansehen- ich sehe es als ein Zeichen der Achtsamkeit – der Achtung gegenüber anderen – auch wenn es uns manchmal schwer fällt und wir es uns anders wünschen. Ich glaube, sich so zu begegnen ist immer noch besser als sich gar nicht begegnen zu dürfen und zu können.

    Sie merken vielleicht – der Blick auf die Realität ist sehr unterschiedlich. Und so ist es auch mit der Ernte in diesem Jahr.

    Nicht jeder nimmt wahr, dass die Kirche heuer besonders duftet- und es einen Augenschmaus gibt – ein Kunstwerk hier zu sehen ist… Für manchen sind es eben nur zusammengetragene Früchte.

    Was für den einen

    ein Fest für die Sinne ist – und das Herz berührt, lässt einen anderen nicht aufschauen.

    Dass die vielen Früchte und Formen – jede einzigartig – einmalig- ein Geschenk sind, das wir wertschätzen können, will nicht jedem einleuchten.

    Der Riesenkürbis – die filigranen kleinen Beeren an den Sträuchern, die bunten Blätter, die Ähren und ein großes Brot…

    Lässt die einen staunen. Für die anderen ist es selbstverständlich.

    Wir ernten noch mehr:

    Nahrung und Kleidung, jedes Wachsen und Gedeihen –

    all das, was wir – trotz Corona geschafft haben, was gelungen ist – nicht nur in Beruf und unserem Tun – nein auch in unseren Beziehungen, in der Partnerschaft und Familie.

    Was haben Sie – Ihr für Leben – in diesem Jahr geerntet? Was hat Frucht getragen? Wo blieb der Ertrag vielleicht auch aus? Wofür möchte ich danken? Wofür will ich Gott danken?

    Mag sein, dass einer für sich in diesem Jahr nur den negativen Ertrag sieht-– was nicht geworden ist, was ihm nicht gelingen konnte, was ausblieb – oder aufgrund der Situation ausgefallen ist.

    Mit einem solchen Blickwinkel aber ist das Glas halb leer. Und ein unbefriedigendes Gefühl bleibt zurück. Da kann keine Dankbarkeit aufkommen und Freude erst recht nicht, dabei feiern wir heute ein freudiges Fest.

    Die Geschichte, die von Jesus erzählt wird, will uns dafür die Augen öffnen und uns einen neuen Blick aufs Leben und Sein schaffen. Viele Menschen zusammengekommen waren, um ihn zu hören. Da sie nichts zu Essen hatten und hungrig waren, rief Jesus seine Freunde zu sich. Er offenbart ihnen, was er sieht: ihre Not. Sie tun ihm leid. Wenn er sie so wegschickt, werden sie unterwegs zusammenbrechen. Die Freunde reagieren aus ihrem Blick: Woher sollen wir Brot für so viele an dieser einsamen Gegend bekommen? Wir haben doch selber nichts! Sie schauen den Mangel an und beklagen ihn. Schwierige Situation! Ausweglos! Ohnmacht will sich breit machen – Ohnmacht, die bindet. Die Freunde fühlen sich hilflos, wie manch einer von uns, wenn er auf die neusten Entwicklungen in der Corona- Pandemie sieht. Das tritt das Fehlende hervor, der Mangel- was wir gerne hätten und täten, ja was manch einer gerne wäre, aber nicht ist. Auch das Perfekte, was es nicht gibt.

    Aussichtslos – wir können ja eh nichts machen! Menschen fühlen sich ausgeliefert. Das mag alles sein, aber gibt es nicht noch einen anderen Blick aufs Leben? Einen, mit dem es sich leichter, besser – und vor allem zufriedener und dankbarer leben lässt?

    Jesus wagt diesen und zeigt ihn: Er schaut auf das, was da ist – was möglich ist- Wieviel Brote habt ihr?

    Da steht nicht das Defizit vor Augen, sondern das, was es tatsächlich gibt: Gaben, Fähigkeiten… (und sei es noch so wenig).

    Mitunter neigen allerdings Menschen dazu – das klein zu machen- oder überhaupt nicht in Augenschein zu nehmen. Jesus legt offen, was vorhanden ist:

    Wir haben doch nicht nichts! Im Gegenteil! Wir sind doch nicht nichts.

    Auf die resignative Frage: Was können wir denn schon tun – antwortet er – den Blick wechseln und den ersten Schritt wagen. Und dabei ist es egal, ob er nun groß oder klein ist. Die Freunde tun es – sammeln das vorhandene (Brot) und geben es weiter: sieben Brote und ein paar Fische. Sieben ist eine besondere Zahl- sie beschreibt die Fülle, (7 Tage hat die Woche, 7 Planeten, 7 Sinne…): es ist ausreichend – genug für alle. Dieses Potential wird aufgedeckt und abgerufen. So viel ist da und möglich. Vielleicht ist solcher Blickwechsel auch uns in schwieriger Zeit eine Hilfe, statt beim Klagen und dem Gefühl der Ohnmacht und Vergeblichkeit stehen zu bleiben. Eine Bestandsaufnahme der Gaben und Fähigkeiten – der Ressourcen: Soviel ist möglich – so viel ist da – viel mehr als du denkst und vielleicht gerade im Blick hattest. Und plötzlich wird das Glas halbvoll! Ja und manchmal hilft es mir, mit dem Herzen auf eine Situation zu schauen. Auch das schenkt mir neue Einsichten und mobilisiert Kräfte und Möglichkeiten. Dein Leben ist doch nicht leer. Selbst, wenn du meinst, deine „Ernte“ sei in diesem Jahr spärlicher ausgefallen. Geh durch die Reihen deiner Tage und sammle, was da ist: Glück und Sonnenstrahlen, Vogelsang und Kinderlachen, Begegnungen, ein Lächeln, unverhofftes Wiedersehen, Waldluft und eine warme Vollmondnacht, ein berührendes Konzert- ein Buch, was dich in den Bann zog…. Da gibt es vieles, was dir geschenkt wurde, was du dankbar und staunend erfahren hast oder dir gelungen ist.

    Jesus lässt die Menschen sich auf den Boden setzen. Was den Freunden die Sicht nach vorn und auf die eigenen Möglichkeiten verstellt hat, löst sich auf. Sie bekommen einen Überblick. Und wo man etwas überblickt, oder sich informiert, erkundigt und nachfragt, verliert sich die Angst. Die Ausgangslage bleibt vielleicht – aber sie lähmt nicht mehr. Auch das haben wir in den zurückliegenden Monaten erfahren.

    Und so wird aus der unüberschaubaren Mange eine benennbare Größe: 4000 Menschen. Die vorhandenen Gaben sind begrenzt – die vorhandenen Brote übersichtlich – aber sie sind als Potential sichtbar.

    Dieses und jenes war und ist zu tun. Vorkehrungen können schützen…und wir haben erfahren, dass trotz Lockdown etwas möglich ist: Ideen wurden geboren, mit Gaben und Möglichkeiten umgegangen. Es gab Hilfe und Unterstützung, manches wurde geteilt. Und viele wurden „satt“. Auch solche, die von weit her kamen…

    Ich bekam Anrufe für die „Hoffnungsbriefe“ aus anderen Kirchenkreisen und Gemeinden, ja selbst von Leuten, die nicht zur Kirchengemeinde gehören. Die ökumenische Internetseite hatte so viele Aufrufe, wie es im ganzen Jahr nicht Gottesdienstbesucher gibt, Konzerte waren möglich – auch auf Abstand… die Kinder konnten sich wieder treffen … es gab Andachten im Freien … oder auch im Netz. Es ist trotz Corona und den Einschränkungen genug da in unserem Land und in unserem Leben. Gaben und Möglichkeiten, die wir miteinander teilen können.

    Jesus nimmt die Brote und die Fische, dankt und spricht den Segen – und dann werden sie verteilt. Und es geschieht, worauf die Menschen (mit Geduld und langem Atem) gewartet haben: ihr Hunger wird gestillt. Und sie gehen satt an Leib und Seele und mit der Gewissheit: es reicht – auch für den weiteren Weg. Auch für uns in diesem besonderen Jahr. Ein Grund, Gott für das zu danken, was uns anvertraut und geschenkt wurde und dies miteinander zu teilen.

    Ute Thalmann

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    Gedanken zum September: innehalten – wahrnehmen – danken

    Ein Großteil der Ernte ist eingebracht, manche Landwirte oder auch Agrargesellschaften gehen schon wieder an die Aussaat für das kommende Jahr. Ist die eine Arbeit zu Ende gebracht, kommt schon wieder die Nächste. So erleben das die meisten Menschen. Wie wäre es, mit Innehalten, Wahrnehmen, Entdecken, Staunen und Danken? Nicht umsonst beginnen im September in den meisten Gemeinden die Ernte-(dank)-feste. Danken kann ich nicht befehlen. Dankbarkeit wächst aus der Erfahrung. Nur um Erfahrungen zu sammeln, muss ich mir auch die Möglichkeit geben, einmal inne zu halten. Die Arbeit anzuhalten, wahrzunehmen, was um mich herum passiert. Eine syrische Journalistin antwortete neulich auf die Frage, was sie denn als typisch deutsch empfinde, dass die Menschen, wenn sie beispielsweise im Garten tätig sind, nie richtig anhalten und genießen können.

    Sie arbeite auch gerne im Garten, pflege und umsorge die Pflanzen, aber sie nehme sich auch Zeit, sie zu betrachten, sich an ihnen zu erfreuen, eben: sie zu genießen. Den Deutschen falle es besonders schwer, in ihren Gärten auch mal nichts zu tun und nur zu schauen und zu staunen. Da wächst Dankbarkeit, nicht nur über das geschaffte, sondern auch über das, was alles gewachsen ist, über wunderbare Farben und Formen, die die Schöpfung um uns herum hervorbringt. Gerade jetzt mit den beginnenden Herbst strahlt und leuchtet sie. Das ist nicht selbstverständlich- es weißt uns auf den, der es wachsen und gedeihen lässt, auch ohne unser Zutun – auf Gott, den Schöpfer.

    Jedes Jahr im September wird die „Schöpfungszeit“ ausgerufen. Gottesdienste, Andachten und Veranstaltungen in den Kirchengemeinden laden ein, innezuhalten, die Vielfalt und Schönheit der Schöpfung wahrzunehmen, dankbar zu werden und vielleicht etwas dafür zu tun, damit sie noch lange erhalten bleibt. Wir leben von der Schöpfung – von den Früchten, die auf den Feldern und in den Wäldern wachsen – aber auch von dem, was wir mit unseren Augen und unseren Sinnen aufnehmen- von Landschaften, die uns staunen lassen, von den Farben und Formen, die uns umgeben, von der frischen Luft im Wald genauso wie vom klaren Quellwasser, was wir genießen können. Gerade in diesen Wochen und Monaten, die wir aufgrund der Corona -Pandemie weniger auf Reisen, als daheim verbracht haben, konnten wir das wahrnehmen und vielleicht auch ganz neu schätzen lernen. Vielleicht geht es Ihnen in diesen Tagen auch so- dass Sie des Lobes voll sind über die Wunder von Gottes Schöpfung, wie wir es in der Bibel lesen: „Ich will nun preisen des Herrn Werke und verkünden, was ich gesehen habe…Die Sonne blickt auf alle Welt herab und gibt ihr Licht, und des Herrn Werk ist seiner Herrlichkeit voll.“ (Jesus Sirach 42,15a.16)

    (Foto: U. Thalmann, privat)

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    „Fahre hinaus, wo es tief ist…“

    „Über 50 Meter tief ist sie an ihrer tiefsten Stelle. Da liegt sogar ein Flugzeug aus dem Krieg auf dem Grund.“ – hatte ich vor Jahren von der Bleilochtalsperre gehört, als ich die ersten Male dort war. Seit ich wusste, wie tief sie tatsächlich ist, hatte ich Respekt, um ehrlich zu sein, auch ein bisschen Angst. Stellen Sie sich einmal 50 Meter in der Tiefe vor! Wer möchte da freiwillig landen! Und zu diesem Gewässer gehört nicht nur, darin zu schwimmen, sondern auch zu segeln. Ein Sport und ein Hobby, dem mein Schwiegervater seit vielen Jahren verbunden war. Und er segelte mit Leidenschaft ein altes Holzboot, einen Gaffelsegler. Um diesen gut zu segeln, braucht es mindestens 3 Leute. Ja, die waren wir: zwei Erfahrene und eine Anfängerin. Und natürlich damals noch ein Kind an Bord, mit Schwimmweste, wie es sich gehört und wenn nötig auch in der Kajüte. … Jetzt denken Sie vielleicht: Respekt! Ja, den hatte ich – vor dem Steuermann (mein Schwiegervater) und meinem Mann, der auch geschickt und gekonnt Hand anlegte. Es wurde ein wunderbarer Segeltörn auf dem Stausee, denn ich konnte mich ganz und gar auf den Steuermann verlassen und einlassen. Es gab nie einen Zweifel oder Angst, ob er alles richtig macht. Er war alt, erfahren und weise. Ich habe ihn einfach vertraut und bin seinen Kommandos gefolgt. Wir hielten Kurs. Und ich fand Freude an Segeln! Ja, es machte richtig Spaß mit diesem Steuermann!

    „Fahre hinaus, wo es tief ist und werft eure Netze zum Fang aus!“(Lk.5,4b) Jesus ermutigt seine Freunde, nach einer erfahrenen „Schlappe“ beim Fischen, es noch einmal zu versuchen. Kein Mensch hätte damals tagsüber gefischt. Sie wagen es, dennoch. Warum? – frage ich. Vielleicht, weil es lebensnotwendig war, damit ihre Familien genug zum Essen hätten, damit sie wenigstens etwas verdient hätten. Ob sie jemanden etwas beweisen wollten? Die Angst saß den Fischern schon im Nacken. Kein Fang – kein Verdienst! Sie lassen sich dennoch ein auf Jesu Ansage. Sie riskieren – ja sie wagen etwas. Sie vertrauen. Sie vertrauen darauf, dass alles gut geht, auch wenn vielleicht manche Meinung und Tradition dem entgegen stand. Kurz: Sie gehen konstruktiv mit ihrer Angst um. „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen.“ Solches Vertrauen trägt Frucht! Es ist kein blindes Vertrauen. Ungewöhnliches, heilsames Neues hatten sie vielleicht schon von Jesus gehört, mit ihm erlebt. Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, so dass sie fast sanken.“ (Lk.5,6-8) Damit hatte wohl keiner gerechnet! Ihr Vertrauen hat sich gelohnt- aber gewaltig!

    So sehr, dass mancher ins Nachdenken kommt- vielleicht auch über das Vertrauen, was er anderen gegenüber hat, Gott und den Menschen und wie klein es manchmal sein kann. Und doch: was Vertrauen bewirkt! „ Fürchte dich nicht!“ sagt Jesus einem seiner Freunde zu und lädt sie ein, diese ihre Erfahrung auch in anderen Bereichen zu nutzen. Nämlich Menschen zu gewinnen – mit Vertrauen – zum Vertrauen – mit Vertrauen zum Glauben. Sie einzuladen, es einfach auszuprobieren, was es bringt, zu einander zu vertrauen und Gott zu vertrauen.

    Ja, es kann Spaß machen. Da kann ich Neues entdecken. Ungeahnte Möglichkeiten und Weiten! Und ich kann ausloten, wie es ist mit der „Crew“ und mit Gott. Und ich kann auf Kurs bleiben –dem Kurs des Lebens! Selbst da, wo die Wasser tief sind… .

    Ich wünsche Ihnen viele gute, fruchtbringende Erfahrungen in Sachen Vertrauen, ob nun zu Wasser oder auf Land!

    Ute Thalmann, Pastorin

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    Gedanken zum Monatsspruch Juli 2020:

    Der Engel des Herrn rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir! 1.Kön.19,7

    Die Ferien sind in Sicht. Sommerzeit- Urlaubszeit, doch in diesem Jahr ist alles ganz anders. Viele werden ihren geplanten Urlaub in die Nachbarländer nicht antreten können- Heimaturlaub ist für die meisten angesagt, wegen der Coronapandemie und allen Veränderungen, die sie mit sich gebracht hat. Nicht wenige sind müde. Die letzten Monate waren herausfordernd – im Beruf, aber auch daheim mit Kindern und Familie. Wer sehnt sich da nicht nach Abstand.

    Elia sucht ihn. Er ist erschöpft. Im Eifer für Gott hat er 450 Baalspropheten getötet. Nun ist er müde und auf der Flucht von denen, die sich an ihm rächen wollen. Er geht in die Wüste und verkriecht sich unter einem Ginsterstrauch. Seine Taten holen ihn auch dort ein. Ihm wird bewusst- auch er ist nicht besser als seine Väter. Sinnlos erscheint ihm das eigene Leben… schlafen möchte er – nichts mehr sehen und hören… vielleicht auch nicht wieder aufwachen.

    Da kommt ein Engel, berührt ihn mit der Hand – und spricht ihn an: „Steh auf und iss!“ Stärken will er ihn- nicht nur mit Speise, auch mit seiner Nähe. Elia findet ein frisches, noch warmes Brot neben seinem Lager und einen Krug mit Wasser. Er isst und trinkt, doch dann übermannt ihn wieder die Erschöpfung und er schläft ein.

    Ein zweites Mal berührt ihn der Engel – der Bote Gottes. „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir!“ Elia isst und geht – vierzig Tage und Nächte lang. Eine Zeit, in der er wahrnimmt, was er getan hat, mit Körper und Geist. Er geht und kommt zum Horeb, zum Berg Gottes. Dort wird ihm Gott auf ganz neue Weise begegnen – in einem sanften Wehen. Nichts Außergewöhnliches – Ehrfurcht Einflößendes, kein gewaltiger Sturm noch ein Gewitter, das ihn verbirgt.

    Wie weit ist der Weg zu einem Gott, der sich in der Zartheit – in der Einfachheit des Lebens offenbart? In den kleinen Gesten und alltäglichen Dingen, in einer ermutigenden Berührung und aufrichtenden Wort, mit frischem Wasser und duftenden Brot – in der Nähe eines vertrauensvollen Menschen – „eines Engels“? Ja vielleicht führt der Weg über einen Urlaub, der so ganz anders ist, als ursprünglich geplant, hin zu neuen Einsichten und Entdeckungen über uns und unser Leben und über Gott, über das, was wirklich wichtig ist, was uns stärkt und herausruft aus dem Alltagstrott. Mag sein, dass es manchmal auch den Anstoß eines „Engels“ dazu braucht.

    (Fra Angelico – Verkündigung der Engel)

    Der Liedermacher Siegfried Fietz hat sich darauf einen Reim gemacht:

    Manchmal brauchst du einen Engel,

    der dich schütz und dich führt.

    Gott schickt manchmal einen Engel,

    wenn er deine Sorgen spürt.

    Hast du Kummer tief im Herzen,

    tut dir wahrer Zuspruch gut.

    Denn mit großen Seelenschmerzen

    fehlt dir jeder Lebensmut.

    Wähnst du dich total am Ende

    Und denkst, du hättst dich verirrt,

    bringt ein stiller Schub die Wende,

    dass dein Herz nicht mehr erfriert.

    Hab Vertrauen in die Kräfte,

    die Gott selbst als Lotsen schickt.

    Ihre heilsamen Geschäfte

    haben dich sehr schnell erquickt.

    In diesem Sinne wünsche ich allen bestärkende und ermutigende Erfahrungen in der kommenden Ferien- und Urlaubszeit! Ute Thalmann

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    Andacht zum 2. Sonntag nach Trinitatis, 21. Juni 2020

    von (ev) Pfarrer Jörg Reichmann Pößneck

    Schriftwort: Matthäus 11, 28 – 30

    Jesus spricht: „Kommt her zu mir, die ihr müde seid und ermattet von der übermäßigen Last! Aufatmen sollt ihr und frei sein. Fügt euch dem Willen Gottes, wie ich mich ihm füge. Ich herrsche nicht über euch, sondern gehe mit euch den unteren Weg. Ihr werdet den Frieden finden. Was ich euch zumute, ist nicht hart, und was ihr tragen sollt, nicht schwer.“ (Übersetzung: Jörg Zink)

    Liebe Schwestern und Brüder,

    Sie kennen dieses Jesuswort sicher eher in dieser Übersetzung: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“, spricht Jesus. Die schöne alte Sprache hat ihren Reiz, ohne Zweifel. Aber sie befremdet uns auch, weil die Worte, auf die es ankommt, vom Aussterben bedroht sind: „mühselig sein“ und vor allem „erquicken“. So spricht heute im Alltag kaum mehr jemand.

    Jesus aber sprach die Sprache des einfachen Volkes, damit ihn alle verstehen konnten. Und so lesen wir SEIN Wort heute in unserer gegenwärtigen Sprache, auf den Punkt gebracht von Jörg Zink.

    Wir spüren schon beim Lesen: Welch sanfter Trost liegt in diesen Worten Jesu. ER lädt ein, bietet einen Rückzugsort an für die Müden, die einfach nicht mehr können. Die wieder und wieder alles gegeben haben, um das Nötigste zum Überleben zu erarbeiten. Jesus bietet einen Rastplatz an für alle, die zu schwer an der Last ihres Lebens zu schleppen haben. ER macht Mut, die Last abzulegen und an der Quelle des Lebens Rast zu machen auf dem beschwerlichen Weg. Aufatmen, innehalten, aufschauen, sich besinnen. ER möchte, dass die Angespannten und die Hektischen zur Ruhe kommen und die Muße finden, darüber nachzudenken, was sie eigentlich wollen und was ganz sicher nicht.

    Kommt her zu mir, die ihr müde seid und ermattet von der übermäßigen Last!“ spricht Jesus den Menschen zu, die bei ihm Zuflucht suchen – damals und heute. Ganz besonders hat ER die Menschen im Blick, deren Not zum Himmel schreit, denen die Last ihres Lebens die Luft zum Atmen nimmt. Vor der Corona – Krise konnten wir sicher sein: Solche existenzbedrohende materielle Not gab es in unserem Land Dank unseres Sozialsystems nicht. Davon hätten die Menschen zurzeit Jesu nur träumen können und tun es heute noch in sehr vielen Ländern – nicht nur auf der Südhalbkugel unserer Erde. Jetzt, wo sich die wirtschaftlichen Folgen der Krise für viele Menschen abzuzeichnen beginnen, ist es eine riesige Herausforderung für die gesamte Gesellschaft geworden, materielle Notlagen ganzer Berufsgruppen abzufangen. Da kann niemand mehr sagen, das geht mich nichts an.

    Und Jesus kann es sowieso nicht ertragen, wenn die Reichen und Wohlhabenden einfach über die Not der Armen hinwegsehen. Da kann ER ausgesprochen zornig werden und sein “Wehe Euch” über ihnen ausrufen. Jesus weiß, aber auch, dass die Not sehr viele Gesichter hat – längst nicht nur das Materielle.

    Er weiß, dass manche Last und manche Not die Menschen niederdrücken, ohne dass das die äußeren Umstände zu erkennen geben. Lasten, die auf die Seele drücken, die Menschen traurig oder wütend machen oder abstumpfen lassen. Die zerstrittenen Familien, in denen alter Streit zu gegenseitiger Ablehnung und Hass eskaliert ist. Die einsamen Alten, die unter der kaltherzig berechnenden Art ihrer Kinder leiden.

    Die Kinder, die mit Spielzeug überhäuft und mit teurem Elektronikkram ruhig gestellt werden und niemanden haben, der ihnen wirklich zuhört, weil sich die Eltern nur um sich selber drehen. Die Jugendlichen im „schwierigen Alter“, die nur als störend empfunden werden, wenn sie eigene Wege ausprobieren wollen in der Gemeinde. Die Not hat viele Gesichter und ER sieht sie alle.

    ER kennt auch die Menschen mit den seelischen Wunden, die nicht heilen können. ER kennt die, die von einer Schuld geplagt werden. ER weiß um die ideologisch Verführten, die religiös Verkommenen, um alle, denen geistige und seelische Gewalt in welcher Form auch immer angetan wurde.

    Kommt her zu mir, die ihr müde seid und ermattet von der übermäßigen Last! Aufatmen sollt ihr und frei sein.“ , sagt Jesus. Bei IHM brauchst du nicht den Schein zu wahren, musst nicht immer nur weiter durchziehen, kannst so sein, wie du wirklich bist und ohne Scheu zeigen, wie du dich fühlst. Das befreit dich und du kannst wieder ohne Vorwürfe, Zweifel und Angst in den Spiegel schauen. Du kannst ja sagen zu deinem Leben mit all seinen Höhen und Tiefen. Denn du weißt: Auch wenn du den unteren Weg gehen musst, auf dem du dich elend und allein fühlst, bist du dennoch nicht allein. Denn Jesus geht mit und hilft dir Menschen zu finden, an denen du Halt finden kannst.

    Jemand, der dir wirklich zuhört, mit Verständnis für deine Situation. Jemand, der sich Zeit nimmt und dir vertraut, dann wächst auch das Vertrauen ins Leben und das Vertrauen zu dir selbst und zu Gott.

    Von Henry Maske, ehemaliger Boxweltmeister, war zu lesen, dass er schon während seiner Karriere sozial benachteiligten Jugendlichen unter die Arme gegriffen hat. Nach dem Ende seiner erfolgreichen Laufbahn ist daraus eine feste Sache geworden. Er hatte erkannt, dass solchen Jugendlichen nicht mit gelegentlichen Wohltaten zu helfen ist. Hilfe muss Bestand haben. Henry Maske gründete einen Fond, aus dem Lernwerkstätten und Wohnheime finanziert werden. Dort leben und arbeiten Jugendliche, die von anderen als „echte Problemfälle“ eingestuft werden, weil sie im ihren Kindertagen nicht die nötige Liebe ihrer Familie erfahren konnten.

    In den Wohnheimen finden sie Erzieher und Sozialarbeiter, die ihnen zuhören, die mit ihnen gemeinsam ihre Stärken entdecken und entwickeln und ihnen durch Bildungsangebote eine Zukunft eröffnen, auf die sie sich freuen können. Gott sei Dank gibt es Menschen wie Henry Maske in dieser unserer Gesellschaft, in der so viele ausschließlich an sich selber denken. Ich weiß nicht, ob Henry Maske in der Kirche ist, ob er sich als Christ versteht oder ob er überhaupt ein gläubiger Mensch ist. Aber das ist in zweierlei Hinsicht weniger von Bedeutung: Zum einen wissen wir aus Erfahrung, dass der EWIGE nicht auf die Kirchenmitgliedschaft und die korrekte Wiedergabe des Glaubensbekenntnisses achtet, wenn ER einen Menschen in seinen Dienst ruft. Manchmal erkennen diese Menschen SEINEN Ruf gar nicht, handeln aber ganz in SEINEM Sinn.

    Und zum anderen werden die aufgefangenen Jugendlichen sehr wahrscheinlich nicht nach den biblischen Texten fragen. Aber was sie erleben, was ihnen geschieht, ist gelebter Glaube, gelebte Bibel. Denn es liegt auf der Hand, dass Henry Maskes Einstellung und Handeln dem Willen Jesu entspricht: allen Müden und von der übermäßigen Last ihres Lebens Ermatteten eine Adresse anzubieten, an die sie sich wenden können, einen Ort, an dem sie Zuflucht finden und damit zu sich selbst.

    Jesus spricht: „Kommt her zu mir, die ihr müde seid und ermattet von der übermäßigen Last! Aufatmen sollt ihr und frei sein. Fügt euch dem Willen Gottes, wie ich mich ihm füge. Ich herrsche nicht über euch, sondern gehe mit euch den unteren Weg. Ihr werdet den Frieden finden. Was ich euch zumute, ist nicht hart, und was ihr tragen sollt, nicht schwer.“ (Übersetzung: Jörg Zink) Amen

    Gebet:

    HERR unser Gott, Du hast uns den Auftrag gegeben, mehr als nur zu reden von Dir, dass die Menschen aufatmen können, Hoffnung haben, Dir vertrauen können.

    Lass Frieden werden HERR, in unseren Worten und Taten, schenke uns die Gemeinschaft, die wir zum Leben brauchen und die wir so oft aufs Spiel setzen.

    Den Hunger stille und der allgegenwärtigen Angst, zu kurz zu kommen, wehre durch Deine überschwängliche Liebe.

    Die Mächtigen dieser Welt leite durch Wahrheit, die Großmäuligen bringe zur Einsicht und hilf allen, die im Alltag anderen zu Hilfe kommen.

    Beten wir das Vaterunser:

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

    in Ewigkeit

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

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    Andacht zum 1. Sonntag nach Trinitatis

    14. Juni 2020

    Zum Sonntag:

    Mit dem 1. Sonntag nach Trinitatis beginnt im Kirchenjahr nach evangelischer Tradition die so genannte „Zeit ohne Feste“, die erst mit dem Ewigkeitssonntag endet. Diese lange Frist bis dahin (23 Sonntage in diesem Jahr) wird dadurch strukturiert, dass jedem Sonntag ein eigener inhaltlicher Schwerpunkt zugeordnet ist. Der 1. Sonntag dieser Reihe fordert uns als Christen auf, Gottes Wort nicht nur zu hören, sondern es auch zu leben.

    Schriftwort: Lukas 16, 19 – 31

    Jesus erzählt ein Gleichnis: »Es war einst ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und feinstes Leinen und lebte Tag für Tag herrlich und in Freuden. Vor dem Tor seines Hauses lag ein Armer; er hieß Lazarus. Sein ganzer Körper war mit Geschwüren bedeckt. Er wäre froh gewesen, wenn er seinen Hunger mit dem hätte stillen können, was vom Tisch des Reichen fiel; aber nur die Hunde kamen und leckten an seinen Wunden.

    Schließlich starb der Arme. Er wurde von den Engeln zu Abraham getragen und durfte sich an dessen Seite setzen.

    Auch der Reiche starb und wurde begraben. Im Totenreich litt er große Qualen. Als er aufblickte, sah er in weiter Ferne Abraham und an dessen Seite Lazarus. ›Vater Abraham‹, rief er, ›hab Erbarmen mit mir und schick Lazarus hierher! Lass ihn seine Fingerspitze ins Wasser tauchen und damit meine Zunge kühlen; ich leide furchtbar in dieser Flammenglut.‹ Abraham erwiderte: ›Mein Sohn, denk daran, dass du zu deinen Lebzeiten deinen Anteil an Gutem bekommen hast und dass andererseits Lazarus nur Schlechtes empfing. Jetzt wird er dafür hier getröstet, und du hast zu leiden. Außerdem liegt zwischen uns und euch ein tiefer Abgrund, sodass von hier niemand zu euch hinüberkommen kann, selbst wenn er es wollte; und auch von euch dort drüben kann niemand zu uns gelangen.‹

    Dann, Vater‹, sagte der Reiche, ›schick Lazarus doch bitte zur Familie meines Vaters! Ich habe nämlich noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen.‹ Abraham entgegnete: ›Sie haben Mose und die Propheten; auf die sollen sie hören.‹ ›Nein, Vater Abraham‹, wandte der Reiche ein, ›es müsste einer von den Toten zu ihnen kommen; dann würden sie umkehren.‹ Darauf sagte Abraham zu ihm: ›Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.‹«

    Liebe Schwestern und Brüder!

    Jesus war ein genialer Erzähler. Seine Themen waren mitten aus dem Leben gegriffen und ließen den Atem seiner Zuhörer stocken. Nicht anders bei dieser bekannten „Geschichte vom armen Lazarus“, wie sie meist verkürzt genannt wird. Denn um den geht es nicht in erster Linie. Der ist versorgt, jedenfalls nach seinem Tod. Er sitzt im wahrsten Sinn des Wortes „in Abrahams Schoß“- und spricht kein einziges Wort. Ist er sprachlos vor Freude über sein himmlisches Glück? Oder weiß er nicht, was er reden soll mit diesem Reichen, der ihn Zeit seines Lebens direkt vor seiner Tür hat achtlos liegen lassen?

    Ja sogar jetzt noch, als er, der Reiche, im Höllenfeuer schmort, diese Hochnäsigkeit: Nicht etwa: Lazarus, hilf mir! Sondern: Vater Abraham, schick Lazarus hierher, dass er mir die Lippen kühle!

    Einmal Diener, immer Diener. Einmal Knecht, immer Knecht. Im Himmel und auf Erden. Wie bei den alten Ägyptern, die sich das ewige Leben als eine Fortsetzung ihres irdischen Daseins vorstellten. Der Pharao blieb König im Jenseits und die Sklaven blieben Sklaven. Kann sein, dass sich der Reiche für einen König hält. Purpurgewänder soll er getragen haben zu Lebzeiten, erzählt Jesus. Die extrem teure Purpurfarbe war damals die Farbe der Herrscher.

    Aber die Rechnung des Reichen geht nicht auf. Das ewige Leben ist eben keine einfache Weiterführung der irdischen Lebensweise mit „oben“ und „unten“. Sondern Jesus erzählt von der ausgleichenden Gerechtigkeit Gottes. Die Selbstsüchtigen, die Rücksichtslosen, die Unverschämten, die Geizigen, die Hinterhältigen, alle, die hier so clever auf Kosten anderer durchs Leben kommen und immer das beste Stück vom Kuchen abkriegen, die werden einst erstaunt feststellen müssen: Im Himmel klappt es nicht mit Vordrängeln. Nicht einer ihrer Kniffe und Drehs wird ihnen weiterhelfen. Und Jesus erzählt, dass Abraham dann zu ihnen sagen wird: Mein Sohn, denk daran, dass du zu deinen Lebzeiten deinen Anteil an Gutem bekommen hast.

    Drastische Worte findet Jesus, wenn er seinen Zuhörern klar machen möchte: Es gibt ein zu spät. Unabänderlich, alternativlos, nicht verhandelbar. Auch das muss der Reiche erst lernen, obwohl ihm das Höllenfeuer fast die Luft nimmt. Er sträubt sich. Er diskutiert. Und selbst als er feststellen muss, dass es ihm selbst nichts bringt – für seine Brüder, alle sicher ähnlichen Kalibers wie er gewesen ist, diskutiert er weiter. Denn er kannte es sein ganzes Leben nicht anders – Für ihn war bisher alles verhandelbar und ich kann mir gut vorstellen: Am Ende hat er in den meisten Fällen seinen Willen bekommen. Grenzen? Einschränkungen? Vorschriften – und mögen sie sonst wie sinnvoll und berechtigt sein? Von berühmten Autoritäten und versierten Fachleuten formuliert? (Damals die Propheten und Mose…)? Ein „Ja aber…“ ist es allemal wert, wenn nicht gleich ein „ich seh das aber anders…“ oder „das geht heute so überhaupt nicht mehr, da bist du nur der Dumme“… . Von da ist es nur ein winziger Schritt zum: „mit mir nicht zu machen…“.

    Aber was, wenn verhandeln sinnlos ist? Da hilft nur, das Verhalten zu ändern. Beizeiten lernen, sich gerecht zu verhalten, auch an die anderen denken und Einschränkungen in Kauf nehmen, wenn sie allen nützen und vor allem Schwache schützen sollen. Gerade, wenn ich mich nach menschlichem Ermessen nicht zu den Schwachen zu zählen brauche. Das wäre doch schon einmal ein Anfang. Klingt einfach, ist es aber nicht, sagt unsere eigene Erfahrung gerade jetzt in der Corona – Krise.

    Dass das nicht erst jetzt ein Riesenproblem ist, Menschen zu einer Veränderung ihrer Verhaltensweisen zu bewegen, erzählt uns Jesus in seiner Geschichte vom armen Lazarus und dem Reichen. ›Nein, Vater Abraham‹, wandte der Reiche ein, ›es müsste einer von den Toten zu ihnen kommen; dann würden sie umkehren.‹ Darauf sagte Abraham zu ihm: ›Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.‹«

    Es gibt sie besonders im Blick auf die Verhaltensweisen: die Unbelehrbarkeit. Selbst wenn einer von den Toten wiederkommt, selbst die Auferstehung Jesu wird daran nichts ändern. Da kann sich der EWIGE mit SEINER allumfassenden Liebe die größte Mühe geben – wenn das Herz des Menschen „verstockt“ ist, kann auch ER es nicht erwärmen. Denn der HERR hat uns als Wesen mit freiem Willen geschaffen und er wusste, was er tat.

    So haben wir die Chance, zu Selbsterkenntnis, Demut und Vertrauen zu Christus zu finden – gebe es Gott – bevor es zu spät ist. Amen.

    Gebet:

    HERR, Du gehst mit uns durch die Zeit unseres Lebens.

    Lass Deine Liebe auch durch uns spürbar werden für die, die wir übersehen neben uns in ihrer äußeren oder inneren Not. Öffne unsere Augen und weite unsere Herzen.

    Lass Deine Liebe auch spürbar werden durch uns für die, die wir noch hungern lassen. Hilf uns, dass wir gerecht zu teilen lernen.

    Du Gott des Lebens, Dein Wort gibt uns täglich neuen Mut und ruft uns auf den Weg des Lebens. Dafür danken wir Dir.

    Beten wir das Vaterunser

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

    in Ewigkeit

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

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    Andacht zur Woche nach Trinitatis

    Von Pfarrer Reichmann Pfarrer (ev.) Pößneck

    7. – 13. 6. 2020

    Schriftwort: 5. Mose 11, 13 + 14

    Gott spricht: Werdet ihr nun auf meine Gebote hören, die ich euch heute gebiete, dass ihr den HERRN, euren Gott, liebt und ihm dient von ganzem Herzen und von ganzer Seele, so will ich eurem Lande Regen geben zu seiner Zeit, Frühregen und Spätregen, dass du einsammelst dein Getreide, deinen Wein und dein Öl.

    Gedanken zum Schriftwort:

    Das 5. Buch Mose steht eher im Schatten unserer Wahrnehmung der biblischen Bücher. Zu Unrecht, wie die Gestalter der diesjährigen Bibelwoche richtig feststellten. Denn in diesem Buch ist in den Reden des alt gewordenen Mose an das Volk Israel alles auf den Punkt gebracht, worum es im Glauben an den EWIGEN geht – über alle Zeiten hinweg. Die dramatische Lebenserfahrung der Israeliten spiegelt sich in diesem Buch besonders deutlich. Die Verfasser der erhaltenen Form dieses biblischen Buches gehörten zu jenen Menschen, die in der babylonischen Gefangenschaft alle Traditionen des Glaubens Israels sammelten. Ihr Fazit aus Lebenserfahrung und Thorastudium: Wer sein Leben an Gottes Geboten ausrichtet, dem steht der EWIGE bei, ist ihm nahe und eröffnet ihm neue Lebensmöglichkeiten. Das kann so außergewöhnlich sein wie in der ewig andauernden Krise der Gefangenschaft in Babylon, die nicht im Untergang des Volkes Israel endete. Das kann aber auch so wenig spektakulär wie ein gleichmäßiger Landregen sein, der zur rechten Zeit fällt. Sicher, die urtümliche Vorstellung, dass der EWIGE für jeden Regenschauer verantwortlich sei, mag für viele abwegig sein. Wissen wir doch einerseits inzwischen viel mehr über die meteorologischen Zusammenhänge – und andererseits macht der Volksglaube aus mir nicht erklärlichen Gründen eher den Petrus für das Wetter verantwortlich. Was aber bleibt: Leben gelingt am besten, wenn die Menschen sich in ihrem Verhalten untereinander an Gottes Gebote halten und im Umgang mit der Natur an den Auftrag des EWIGEN, die Schöpfung zu bewahren.

    Gedanken zum Bild:

    Noch vor wenigen Jahren sagten mir die obigen Verse aus dem 5. Buch Mose nicht viel. Sicher, ich wusste schon, dass es im Nahen Osten wesentlich seltener regnet und Dürre zu einem existentiellen Problem werden kann. Aber inzwischen lese ich diese Verse ganz neu. Denn auch ich freue mich über den sanften Regen, der in den letzten Tagen gefallen ist. Und es könnte und müsste noch viel mehr sein, wenn der Wassermangel der letzten Jahre nur halbwegs ausgeglichen werden soll. Fakt ist: Das Klima ändert sich tatsächlich und unsere überdrehte Lebensweise des „immer mehr und immer schneller“ beschleunigt den Prozess auf bedenkliche Weise. Dass es auch anders gehen kann, wissen wir eigentlich. Aber wir scheinen als Menschen immer erst aus Krisen und Katastrophen zu lernen. Damals in Babylon ist das den Israeliten mit Gottes Hilfe gelungen. Beten wir darum, dass wir nicht einfach so weitermachen.

    Gebet:

    HERR, Deine Gebote weisen den Weg zu einem guten Miteinander, zu einem friedlichen

    Zusammenleben, zu einem respektvollen Umgang mit all Deinen Geschöpfen und Deiner ganzen Schöpfung.

    Wir bitten Dich, HERR unser Gott, hilf uns und anderen, einander zu achten und aufeinander Rücksicht zu nehmen in unserem Alltag.

    Stehe den Kranken in dieser Krise bei, stärke die Helfenden, entspanne die Ungeduldigen, erleuchte die Verantwortlichen.

    Lass uns dankbar sein für alles, was wir tun können, um uns und anderen Gutes zu tun und unsere Welt vor Schaden zu bewahren.

    Gib uns, HERR, dass wir Deine Wegweisungen mit allen Sinnen erfahren und leben, weitersagen und weitergeben in Worten und Taten.

    Behüte uns HERR und bewahre uns. Lege Deinen Segen auf unser Reden und Handeln und lass zum Segen werden, was wir sagen und tun.

    Amen

    Beten wir das Vaterunser

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

    in Ewigkeit

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

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    Kirchenkreissozialarbeit neu besetzt

    Veröffentliche von der ev. Kirchgemeinde Krölpa, Frau Pastorin Ute Thalmann

    Dorothee Kallenbach unterstützt in Notlagen – Mutter-Kind-Kur im Fokus – Büro in Bad Lobenstein 

    Dorothee Kallenbach aus Seubtendorf ist die neue Ansprechpartnerin der Kirchenkreissozialarbeit im Kirchenkreis Schleiz.

    Die junge Frau hat ihre Arbeit vor wenigen Tagen begonnen, sich mit den verschiedenen Aufgaben vertraut gemacht und erste Kontakte geknüpft.

    „Die wichtigste Aufgabe der Kirchenkreissozialarbeit ist es, Menschen in schwierigen Lebenssituationen beizustehen und sie zu unterstützen.

    Deshalb bin ich gern  Ansprechpartnerin wenn sich Personen in schwierigen Situationen oder Notlagen befinden. Gemeinsam finden wir eine Lösung“, erklärt Dorothee Kallenbach ihren Auftrag.

    Die Heilerziehungspflegerin hat in verschiedenen Bereichen der Eingliederungshilfe gearbeitet, unterbrach die berufliche Tätigkeit jedoch zugunsten der Familie und Kindererziehung für mehrere Jahre.

    Von 2015 bis Mai 2020 war sie in der Tagespflege Gefell als Demenzbetreuerin tätig und hat nun eine neue Herausforderung gesucht. Da kam die ausgeschriebene Stelle sehr gelegen. 

    Die Kirchenkreissozialarbeit unterstützt auch Kirchengemeinden, zum Beispiel bei der  Gestaltung von Veranstaltungen und Projekten zu bestimmten Themen,

    wie Demenz, Senioren- oder Generationsarbeit, begleitet Ehrenamtliche und führt Beratung zu Mutter-Kind oder Vater-Kind-Kuren durch.

    Die Kurberatung wird ein erster Schwerpunkt ihrer Arbeit sein. Die Beratung findet in Bad Lobenstein, Graben 1, in den Räumen des Diakonieladen Geben und Nehmen bzw.

    in der zweiten Etage des Hauses statt. Dort befindet sich auch das Büro von Frau Kallenbach. 

    Sie bittet darum, telefonisch oder persönlich einen Termin zu vereinbaren. Dann sind Gespräche und Beratungen, im Büro der Kirchenkreissozialarbeit oder an einem anderen Ort möglich.

    Kontakt: Dorothee Kallenbach Kirchenkreissozialarbeit, Mutter-Kind-Kurberatung

    Graben 1, 07356 Bad Lobenstein

    Tel: 036651 397723, Mobil: 0151 1429 2599, Mail: kksa.lobenstein@diakonie-wl.de

    Kirchenkreissozialarbeit hilft Menschen oder Gruppen dabei, ihren Alltag zu bewältigen und Notsituationen zu überwinden. Dies geschieht durch Beratung, Information, Vermittlung, Begleitung, Projektarbeit und Unterstützung.

    Die Beratung und Hilfe der Kirchenkreissozialarbeit ist nicht auf bestimmte Problemlagen beschränkt, sondern jeder kann sich mit seinen Fragen und Problemen an uns wenden – unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion und Nationalität.

    Die Kirchenkreissozialarbeit ist ein gemeinsames Angebot des Evangelischen Kirchenkreises Schleiz und der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein.