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    Eine alte Geschichte…

    In diesen Tagen erinnern sich vor allem Kinder an eine Geschichte von einem Mann, der mit einem Bedürftigen, dem er begegnet ist, geteilt – und ihn so gerettet hat: Sankt Martin. Er hat tatsächlich gelebt. In Ungarn um 316/317 n. Chr. wurde er als Sohn eines römischen Offiziers geboren. In Italien ist er aufgewachsen, dort kam er in Kontakt mit Christen. Er besuchte heimlich Gottesdienste und hörte so vom Leben Jesu. Mit 15 Jahren trat er der kaiserlichen Armee bei und beschritt die Offizierslaufbahn, wie sein Vater. Als Achtzehnjähriger wurde er mit seiner Truppe in das Frankenreich (Gebiet des heutigen Frankreich) versetzt. Der Legende nach begegnet er an einem kalten Wintertag in der Stadt Amiens einem frierenden Bettler mit dem er seinen Mantel teilte. Im Traum begegnete ihm Jesus mit demselben Mantelteil und er vernahm eine Stimme:“ Was du dem geringsten deiner Brüder getan hast, das hast du mir getan!“ Martin beschloss, nicht mehr länger als Soldat zu dienen. Er bat um die Entlassung aus dem Heer. Erst wurde ihm Feigheit unterstellt, da das römische Heer bei Worms gegen die einfallenden Germanen kämpfte. Aber nach einem Waffenstillstand wurde schließlich Martins Bitte gewährt. Sein weiterer Weg führte ihn zu Bischof Hilarius (*315- +367), dessen Schüler er wurde. Martin ließ sich taufen und wurde schon bald zum Priester geweiht. Zuerst wirkte er in seiner Heimat, später folgte er dem Ruf des Bischof Hilarius und erbaute ein Kloster in Ligugè und in Marmoutier. Als der Bischof 367 n.Chr. starb, sahen viele in ihm einen würdigen Nachfolger. Er selbst wollte weiter als Mönch leben und versteckte sich. In einer anderen Legende heißt es, dass Gänse ihn verrieten, als er sich in einem Stall versteckt hielt. 371 wurde Martin zum Bischof von Tours ernannt. Weiterhin aber lebte er in Armut und setzte sich für die Rechte der Bauern ein. Er reiste durchs Land und verbreitete den christlichen Glauben. Nachdem er auf einer solchen Reise erkrankt war, starb er am 8.November 397 mit über achtzig Jahren. Am 11.November 397 wurde er in Tours beigesetzt. Bald schon wurde er in der katholische Kirche heiliggesprochen.

    Nach mehr als 1600 Jahren ist die Erinnerung an ihn immer noch lebendig. Seine gute Tat ist Mittelpunkt eines vielfältigen Brauchtums.

    In diesem Jahr aber ist leider alles anders, es werden nicht wie sonst Martinsspiele aufgeführt und Martinshörnchen geteilt. Leider gibt es aufgrund der Bestimmungen zur Corona -Pandemie keine Lampionumzüge der Kinder und Familien.

    Dennoch wollen wir uns in diesen Tagen an Sankt Martin und seine Gabe, die Not des anderen zu sehen und zu helfen, erinnern. Das ist in dieser Zeit wichtiger denn je, denn auch in nächster Nähe, in der Nachbarschaft beispielsweise, gibt es Menschen, die unter dem derzeitigen Lockdown leiden. Ein kleines Hoffnungszeichen würde ihnen sicher gut tun.

    Das Kindermissionswerk „Sternsinger“ lädt zur Aktion: LICHT TEILEN ein. Mit einer kleinen selbstgebastelten Laterne oder einem Licht, dass wir anderen an die Tür bringen, wollen wir ein Zeichen der Hoffnung weiterreichen. Ein Zeichen dafür, dass wir aneinander denken und füreinander da sein und uns unterstützen wollen, gerade in Zeiten, in denen Achtsamkeit und Abstand geboten sind.

    Lassen wir also unsere Lichter füreinander leuchten.

    U. Thalmann, Pastorin

    Im Namen der Mitarbeiter der Region Pößneck

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    Andacht zum Reformationstag 31.10.2020

    Schriftwort: 5. Mose 6, 4-9

    Höre, Israel, der HERR, unser Gott, der HERR ist einzig. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore.

    Gedanken zum Schriftwort:

    Liebe Schwestern und Brüder,

    Höre, Israel, der HERR, unser Gott, der HERR ist einzig.“ So beginnt das Glaubensbekenntnis des Volkes Israels, das sogenannte “Sch´ma Jisrael”. “Höre, Israel, der HERR, unser Gott, der HERR ist einzig. Und du sollst den Herrn, deinen Gott liebhaben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deiner Kraft.”

    Der EWIGE spricht und wir hören. ER macht sich bekannt in SEINER Einzigartigkeit bekannt. Und darauf antwortet SEIN Volk mit dem Bekenntnis, der Antwort des Herzens. Beides, das Hören und Erkennen Gottes und die menschliche Antwort darauf mit der Liebe des Herzens, gehören zusammen. Sie sind die zwei Grundpfeiler für alles jüdische und christliche Glaubensleben:

    Eine Art Koordinatenkreuz aus Herz und Verstand, durch welches der Raum geöffnet wird, in dem sich alles wirkliche Leben abspielen, jeder Mensch seinen individuellen Platz finden und die Menschlichkeit sich entfalten kann. Und damit ist in diesen Worten alles enthalten, was für Juden und Christen und – ob sie es nun bekennen mögen oder nicht – für alle Menschen richtungweisend ist.

    Und damit weist er uns den Weg – Hinzuhören, wo Gott sich offenbart – das kann und wird im Zusammenleben mit unserem Nächsten geschehen. Darauf kommt es für uns alle an. Denn wo wir hinhören, da ge-hören wir hin!

    Ist uns das bewusst? Und wie halten wir es mit dem Bekennen? Sagen wir sie regelmäßig auf, die auswendig gelernten, guten alten Worte des Glaubensbekenntnisses in Gottesdienst und Messe? Und was macht das mit uns? Finden wir uns wieder in dieser Sprachbildern und Gedanken unserer Vorfahren im Glauben aus uralter Zeit? Oder stolpern wir regelmäßig an bestimmten Stellen? Und erst recht: Braucht es für ein Bekenntnis einen eigenen Feiertag?

    Freilich ist es letztlich jeder und jedem selbst überlassen, wie er oder sie zu den für heutige Ohren mitunter schwer verdaulichen Details der überlieferten Bekenntnistexte eingestellt ist. Andererseits: Ohne Bekenntnis – Worte könnten wir uns einander nicht verständlich machen. Ein Glaube ohne Gemeinschaft und Austausch aber wäre ein reines Privatvergnügen mit sehr begrenzter Haltbarkeitsdauer. Also doch:

    Reformationstag – aber was war das nochmal genau? – Was soll diese Frage, werden die Geschichtsinteressierten unter Ihnen sagen. Und die meisten anderen werden ganz weit hinten in ihrer Erinnerung vielleicht noch die passende Person finden – Martin Luther – aber viel mehr auch nicht. Das ist keine Schande, denn der Reformationstag, einst der höchste Feiertag der protestantischen Kirchen neben Ostern und Weihnachten, der Tag des Bekenntnisses zur Reform der Kirche, fristet ein Schattendasein. Sicher, staatlicher Feiertag ist er in Thüringen. Aber die Vergnügungsindustrie gibt sich seit Jahren sehr erfolgreich Mühe, ihn durch das sinnfreie „Gruselfest“ – Halloween – zu überblenden. Und was soll er auch? Was soll ein Bekenntnis bringen in der Spaßgesellschaft, in der alles austauschbar, oberflächlich und beliebig geworden ist, auch die Bekenntnisse. „Lippenbekenntnisse“ sagt man, weil die sich sowieso je nach Mode oder Einfluss ändern oder einfach gleichgesetzt werden mit Fürwahrhalten und Meinen. Was dann geschieht, wenn eindimensionales Fürwahrhalten und übers Internet verbreitete Meinungen mit Bekenntnissen verwechselt werden und in der Öffentlichkeit aufeinanderprallen, konnten wir in diesem Jahr immer wieder erleben. Jetzt, wo die Krise leider Gottes wieder an Fahrt aufnimmt, können wir uns auch in dieser Beziehung auf einiges gefasst machen.

    Aber zurück zur Kirche: Mit welchem Recht, so fragen längst nicht nur außenstehende Kritiker, sollten die demokratisch denkenden und mündig handelnden Menschen unserer Tage in der Kirche noch immer durch ein verbindliches, uraltes Bekenntnis festgelegt werden dürfen? Und nicht wenige ergänzen: Kommt es denn im Glauben nicht viel mehr und letztlich einzig und allein auf die Herzenseinstellung an?

    Nicht nur. Jedenfalls ganz bestimmt nicht, wenn das Wort „Herzenseinstellung“ allein ein wohliges Gefühl beschreibt. Denn das Herz ist nach schöner alter Vorstellung auch das Symbol für die „Mitte“ des Menschen. Und da sollten wir schon auch mit dem Verstand begreifen und in Worte fassen können, was uns da genau im Herzen bewegt, also genau in der Mitte unserer Person eine Resonanz hat. Für Luther war das lebensentscheidend. Er sagt es kurz und knapp: „Christus in der Mitte!“

    Klare Worte, die wir alle gemeinsam unterschreiben können, unabhängig unserer konfessionellen Prägung und unserer Frömmigkeitsrichtung. „Christus in der Mitte“ – und zwar einzig ER, das ist das Bekenntnis , das uns als Christen wirklich eint – und mit dem Volk Israel geschwisterlich verbindet. Und zwar zuerst und grundlegend im Hören auf Gottes Wort. Denn wo wir hinhören, da ge-hören wir hin!

    Gebet:

    HERR Jesus Christus, Du bist der Weg, der uns zum Vater führt, die Wahrheit und die uns befreit. Wir bitten Dich: Nimm uns mit auf Deinem Weg durch die Zeit.

    HERR, hilf uns, dass wir im Gewirr der Stimmen unserer Tage Deine Stimme heraushören können. Mach uns Mut, Deinem Wort von ganzem Herzen zu vertrauen.

    HERR, steh uns bei in allen Herausforderungen und sei auch jenen nahe, die ihr Vertrauen nur in sich selbst setzen können. Stärke Du unser Vertrauen in Deine Liebe.

    HERR, wir bitten Dich für unsere Gemeinden und Kirchen: Sei Du mit uns allen, dass wir den Mut und die Geduld haben hinzuhören, was die Menschen bewegt, was sie brauchen.

    HERR, wir vertrauen darauf, dass unsere Welt in Deinen Händen liegt. Das allein schenkt uns Hoffnung und Zuversicht.

    Amen

    Beten wir das Vaterunser.

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

    in Ewigkeit

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

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    Novembergedanken:

    Grau ist er – kalt – Regen und Wind treiben die letzten Blätter vor sich her. November – nicht geliebt – weil er an Abschied erinnert: das Kirchenjahr neigt sich dem Ende entgegen, das Jahr auch.

    Manche stimmt es traurig: „Ist es wieder schon ein Jahr?!“ Ein Jahr in Ausnahmesituation- alles war anders als das, was wir bisher erlebt haben – die Feste waren anders, der Sommer war anders – eben ohne Urlaub im Ausland – ohne Reisen, zumindest für viele. Die Arbeit hat sich verändert. Manchem hat sie keinen Ertrag gebracht durch Corona, eher traurige Bilanzen.

    Menschen gehen in diesen Tagen auf die Friedhöfe, treten an die Gräber ihrer Angehörigen und Freunde. Spüren ihre Trauer, merken, was fehlt.

    Wir spüren in dieser Zeit, wie sich unser Leben verändert.

    Gibt es Lichtblicke in diesem November? Manche meinen, die Gemütlichkeit: im warmen Heim eine Kerze anzünden, ein Buch lesen oder einen Film schauen – und freuen sich drauf.

    Ich kann sie draußen an der Natur ablesen. Denn erst wenn die Blätter von den Bäumen fallen, werde ich gewahr, dass da schon neue Knospen getrieben sind. Vorboten für neues Leben, für kommendes Wachsen und Blühen, sicher klein und zart, aber schon sichtbar. Hoffnungszeichen in grauen Novembertagen. Zeichen auch für unser Leben in diesen Wochen.

    Welche kann ich für mich persönlich entdecken? Wo treibt mein Leben neue Knospen, trotz Dürre, trotz der Veränderungen, die uns manchmal hin und her wirbeln, wie die Herbstblätter im Wind?

    Es lohnt sich, genauer hinzusehen und hinzuspüren, und die zarten Knospen zu entdecken sorgsam zu hüten, damit sie im kommenden Frühjahr austreiben. Manche brauchen etwas Schutz, wie frische Pflanzen im Garten. Die meisten sind so widerstandsfähig, dass sie die Kahlheit und Fröste ertragen.

    Die Bibel ist voll solcher Hoffnungszeichen, die Menschen wahrgenommen haben- eines davon hat der Prophet Jeremia in einer Zeit „gehört“, in der Menschen im Exil und im Ausnahmezustand in einem für sie fremden Land leben mussten: Gott spricht: sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. (Jeremia 31,9).

    Trost und Orientierung, aus denen wirklich neues Leben erwachsen ist – für ein Volk und ein Land, vielleicht auch noch mehr – damals vor 2500 Jahren. – Ein Wort, das auch hineinspricht in unsere Novembergedanken als Monatsspruch.

    Mögen Sie achtsam und aufmerksam bleiben, um die Lichtblicke und Knospen neuen Lebens auch in den kommenden Wochen wahrzunehmen und sich davon berühren und bewegen zu lassen.

    Ute Thalmann

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    Sterben ist auch Leben – Leben vor dem Tod

      Ambulanter Hospizdienst bietet Begleitung und informiert über Ehrenamtsarbeit

    „Wir können dem verbleibendem Leben nicht mehr Zeit geben, aber der verbleibenden Zeit mehr Leben“, dieser Satz der britischen Krankenschwester Cicely Saunders ist das Leitmotiv

    des ambulanten Hospizdienstes der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein, den ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiterin sowie drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen.

    Hospizdienst bedeutet Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen sowie ihrer Zugehörigen im häuslichen Bereich, in Pflegeheimen und in Krankenhäusern.

    Beim Hören des Wortes Hospiz denken viele Menschen an Sterben und Tod – das ist wohl richtig, doch Sterben ist auch Leben – Leben vor dem Tod. Und wir wollen dazu beitragen,

    dass dieser Weg mit Dingen gefüllt wird, die für die Betroffenen wichtig und notwendig sind.

    Menschen suchen in schweren Stunden Trost und Hoffnung, Geborgenheit und Wärme, Kraft und Mut. Die Betroffenen und ihre Zugehörigen befinden sich häufig in einem Chaos der Gefühle.

    Dann können Begleiter individuelle Unterstützer sein. Sie erspüren die Waage zwischen Reden und Schweigen, Kommen und Gehen, Weinen und Lachen… Bestärken die Betroffenen wichtige Angelegenheiten selbst zu regeln. 

    Dabei fällt dem Ehrenamt eine tragende Rolle zu. Denn die Begleitung übernehmen liebevolle und sozial engagierte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

    Jeder einzelne von ihnen besitzt unterschiedliche Gaben und Talente, die sie für die Umsetzung der Hospizidee nutzen.

    „Wir sind immer wieder dankbar für Menschen, die sich uns anschließen möchten. Diese werden in einem besonderen Befähigungskurs auf ihren tiefgründigen Dienst am Menschen vorbereitet“,

    sagt Leiterin Christine Josiger.

    In der vergangenen Zeit wurden immer wieder Begleitungsanfragen aus ihrem Gebiet an uns gestellt und wir möchten diesen Anfragen gerecht werden. Dazu brauchen wir ihre Hilfe.

    Suchen Sie ein Ehrenamt? Fühlen Sie sich von der Notwendigkeit unseres Dienstes angesprochen? Möchten Sie den Befähigungskurs besuchen?

    Dann melden sie sich bei uns.

    Kontakt:

    Bad Lobenstein/Schleiz:  Tel.: 036651 – 3989-3989, Mail: Hospiz.Lobenstein@diakonie-wl.de

    Saalfeld/Pößneck/Triptis: Tel.: 03671 – 5254 – 955, Mail: Hospiz.Saalfeld@diakonie-wl.de

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    Wenn Ihnen die Probleme über den Kopf wachsen…

    Mittwochs allgemeine Beratung in Ebersdorf – Angebot offen und kostenfrei

    Alltäglich sehen sich Familien mit verschiedensten Herausforderungen konfrontiert. Es geht dabei zum Beispiel um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf,

    die Kindererziehung, die Pflege eines Angehörigen, das Bestehen gegen gesellschaftliche Herausforderungen oder den Erhalt der Lebensqualität inmitten schwieriger ökonomischer Strukturen.

    In der Region gibt es dafür seit einiger Zeit eine Anlaufstelle im Thüringer-Eltern-Kind-Zentrum (ThEKIZ) in Ebersdorf.

    „Wir haben ein Beratungsangebot für viele Lebenslagen eingerichtet und sind nun mittwochs für Ratsuchende da. Es ist ein offenes und kostenfreies Angebot für alle.

    Ein Gespräch kann die Blickrichtung verändern und damit neue Möglichkeiten sichtbar machen. Ein Gespräch kann auch helfen praktische Fragen zu klären und passende Unterstützung zu erhalten.

    Dabei kann wirkliches Zuhören als sehr heilsam erlebt werden. Wir sind für Sie da, wenn Sie mit jemandem reden möchten“,  erklärt Diana Reinhardt, Leiterin des Kinderhauses Gottesschutz, in dem das ThEKIZ integriert ist.

    Diana Reinhardt, Systemische Beraterin und Therapeutin, wird das Angebot gemeinsam mit Dipl.-Sozialpädagogin Nadine Vogel, Mitarbeiterin der Flexiblen Familienbegleitung der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein, besetzen.    

    Wann:                  mittwochs,  9:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 17:00 Uhr

    Wo:                       Kinderhaus Gottesschutz Ebersdorf 

    Lobensteiner Straße 18, Ebersdorf

    Anmeldung:      Diana Reinhardt, Tel.: 036651 – 3987910

    Nadine Vogel, Tel.: 0151- 64943019

    Email: beratungsangebot.ebersdorf@diakonie-wl.de

    Um eine ungestörte Beratung zu ermöglichen, können Termine vereinbart werden. 

    Tel.: 036651 – 3987910 oder per Email: beratungsangebot.ebersdorf@diakonie-wl.de.

    Die Beratung wird von der Thüringer Landesregierung im Rahmen der Initiative „Familie eins99“ unterstützt.

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    Ein toller Erntedankgottesdienst 2020 in Krölpa!

    Auch in diesem Jahr kamen die Gemeindemitglieder der ev. Pfarrgemeinde Krölpa zu einem Erntedankgottesdienst in der ev. Kirche St. Peter und Paul in Krölpa zusammen, um Danke zu sagen. Wie in den Jahren zuvor sagten wir Danke für die gute Ernte, Danke für das was uns alles geschenkt wurde, Danke für die Gesundheit, die auch in diesem Jahr treu geblieben ist.

    Aber da war ja noch was: Corona

    Der Gottesdienst war dann doch etwas anders als in den letzten Jahren, ein Gottesdienst mit Abstand und Maske…

    Aber die Gemeinde hatte trotz Corona, oder besser zu sagen gerade wegen Corona in diesem Jahr viel “Danke” zu sagen.

    Danke für den Zusammenhalt, Danke für den Beistand auf Abstand, Danke für neue Ideen, die durch die Situation entstanden sind und Danke für neue Perspektiven usw..

    Denn wie die Gemeinde aus einer spannenden Predigt mitnehmen durfte:
    Es liegt alles im Auge des Betrachters oder man kann auch sagen: Es ist alles eine Frage der Perspektive….

    Und wer nach vorne in den Altarraum schaute, erlebte in diesem Jahr einen so reich gedeckten Gabentisch wie man ihn in den “Normalen” Jahren nur selten sah.

    Also wurden wir doch reich beschert Trotz Corona….

    Wir wünschen allen Besuchern unserer Webseite einen schönen Herbst und immer viele Gründe einmal DANKE zu sagen!

    von Tobias Henfling, Administrator

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    Erntedank 2020

    Jesus macht viertausend Menschen satt (Mk.8,1-9)

    1Zu dieser Zeit war wieder eine große Volksmenge bei Jesus zusammengekommen.

    Da die Menschen nichts zu essen hatten,rief Jesus die Jünger zu sich.Er sagte zu ihnen:2»Die Volksmenge tut mir leid.Sie sind nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen.3Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke,werden sie unterwegs zusammenbrechen –denn einige sind von weit her gekommen.«4Seine Jünger antworteten ihm: »Wo soll in dieser einsamen Gegend das Brot herkommen,um diese Leute satt zu machen?«5Und er fragte sie:»Wie viele Brote habt ihr?« Sie antworteten:»Sieben.«

    6Und er forderte die Volksmenge auf,sich auf dem Boden niederzulassen.Dann nahm er die sieben Brote.Er dankte Gott, brach sie in Stückeund gab sie seinen Jüngern zum Verteilen.Und die Jünger teilten das Brot an die Volksmenge aus.7Sie hatten auch noch einige kleine Fische.Jesus sprach das Segensgebet über sieund ließ sie ebenfalls austeilen.8Die Menschen aßen und wurden satt.Danach sammelten sie die Reste und füllten damit sieben Körbe.9Es waren etwa viertausend Menschen.Jetzt schickte Jesus sie nach Hause.

    Am 1. Sonntag im Oktober feiern wir das Erntedankfest! In diesem Jahr ganz besonders, da vieles ungewohnt, anders als gewöhnlich – als üblich ist.

    Der Lockdown vom Frühjahr steckt vielleicht manchen noch in den Knochen – auch das gebotene Abstandhalten und die Maskenpflicht. Herausfordernd war und ist es. Es mag Menschen geben, die das als Zumutung oder gar als Beschneidung ihrer Rechte und Freiheiten ansehen- ich sehe es als ein Zeichen der Achtsamkeit – der Achtung gegenüber anderen – auch wenn es uns manchmal schwer fällt und wir es uns anders wünschen. Ich glaube, sich so zu begegnen ist immer noch besser als sich gar nicht begegnen zu dürfen und zu können.

    Sie merken vielleicht – der Blick auf die Realität ist sehr unterschiedlich. Und so ist es auch mit der Ernte in diesem Jahr.

    Nicht jeder nimmt wahr, dass die Kirche heuer besonders duftet- und es einen Augenschmaus gibt – ein Kunstwerk hier zu sehen ist… Für manchen sind es eben nur zusammengetragene Früchte.

    Was für den einen

    ein Fest für die Sinne ist – und das Herz berührt, lässt einen anderen nicht aufschauen.

    Dass die vielen Früchte und Formen – jede einzigartig – einmalig- ein Geschenk sind, das wir wertschätzen können, will nicht jedem einleuchten.

    Der Riesenkürbis – die filigranen kleinen Beeren an den Sträuchern, die bunten Blätter, die Ähren und ein großes Brot…

    Lässt die einen staunen. Für die anderen ist es selbstverständlich.

    Wir ernten noch mehr:

    Nahrung und Kleidung, jedes Wachsen und Gedeihen –

    all das, was wir – trotz Corona geschafft haben, was gelungen ist – nicht nur in Beruf und unserem Tun – nein auch in unseren Beziehungen, in der Partnerschaft und Familie.

    Was haben Sie – Ihr für Leben – in diesem Jahr geerntet? Was hat Frucht getragen? Wo blieb der Ertrag vielleicht auch aus? Wofür möchte ich danken? Wofür will ich Gott danken?

    Mag sein, dass einer für sich in diesem Jahr nur den negativen Ertrag sieht-– was nicht geworden ist, was ihm nicht gelingen konnte, was ausblieb – oder aufgrund der Situation ausgefallen ist.

    Mit einem solchen Blickwinkel aber ist das Glas halb leer. Und ein unbefriedigendes Gefühl bleibt zurück. Da kann keine Dankbarkeit aufkommen und Freude erst recht nicht, dabei feiern wir heute ein freudiges Fest.

    Die Geschichte, die von Jesus erzählt wird, will uns dafür die Augen öffnen und uns einen neuen Blick aufs Leben und Sein schaffen. Viele Menschen zusammengekommen waren, um ihn zu hören. Da sie nichts zu Essen hatten und hungrig waren, rief Jesus seine Freunde zu sich. Er offenbart ihnen, was er sieht: ihre Not. Sie tun ihm leid. Wenn er sie so wegschickt, werden sie unterwegs zusammenbrechen. Die Freunde reagieren aus ihrem Blick: Woher sollen wir Brot für so viele an dieser einsamen Gegend bekommen? Wir haben doch selber nichts! Sie schauen den Mangel an und beklagen ihn. Schwierige Situation! Ausweglos! Ohnmacht will sich breit machen – Ohnmacht, die bindet. Die Freunde fühlen sich hilflos, wie manch einer von uns, wenn er auf die neusten Entwicklungen in der Corona- Pandemie sieht. Das tritt das Fehlende hervor, der Mangel- was wir gerne hätten und täten, ja was manch einer gerne wäre, aber nicht ist. Auch das Perfekte, was es nicht gibt.

    Aussichtslos – wir können ja eh nichts machen! Menschen fühlen sich ausgeliefert. Das mag alles sein, aber gibt es nicht noch einen anderen Blick aufs Leben? Einen, mit dem es sich leichter, besser – und vor allem zufriedener und dankbarer leben lässt?

    Jesus wagt diesen und zeigt ihn: Er schaut auf das, was da ist – was möglich ist- Wieviel Brote habt ihr?

    Da steht nicht das Defizit vor Augen, sondern das, was es tatsächlich gibt: Gaben, Fähigkeiten… (und sei es noch so wenig).

    Mitunter neigen allerdings Menschen dazu – das klein zu machen- oder überhaupt nicht in Augenschein zu nehmen. Jesus legt offen, was vorhanden ist:

    Wir haben doch nicht nichts! Im Gegenteil! Wir sind doch nicht nichts.

    Auf die resignative Frage: Was können wir denn schon tun – antwortet er – den Blick wechseln und den ersten Schritt wagen. Und dabei ist es egal, ob er nun groß oder klein ist. Die Freunde tun es – sammeln das vorhandene (Brot) und geben es weiter: sieben Brote und ein paar Fische. Sieben ist eine besondere Zahl- sie beschreibt die Fülle, (7 Tage hat die Woche, 7 Planeten, 7 Sinne…): es ist ausreichend – genug für alle. Dieses Potential wird aufgedeckt und abgerufen. So viel ist da und möglich. Vielleicht ist solcher Blickwechsel auch uns in schwieriger Zeit eine Hilfe, statt beim Klagen und dem Gefühl der Ohnmacht und Vergeblichkeit stehen zu bleiben. Eine Bestandsaufnahme der Gaben und Fähigkeiten – der Ressourcen: Soviel ist möglich – so viel ist da – viel mehr als du denkst und vielleicht gerade im Blick hattest. Und plötzlich wird das Glas halbvoll! Ja und manchmal hilft es mir, mit dem Herzen auf eine Situation zu schauen. Auch das schenkt mir neue Einsichten und mobilisiert Kräfte und Möglichkeiten. Dein Leben ist doch nicht leer. Selbst, wenn du meinst, deine „Ernte“ sei in diesem Jahr spärlicher ausgefallen. Geh durch die Reihen deiner Tage und sammle, was da ist: Glück und Sonnenstrahlen, Vogelsang und Kinderlachen, Begegnungen, ein Lächeln, unverhofftes Wiedersehen, Waldluft und eine warme Vollmondnacht, ein berührendes Konzert- ein Buch, was dich in den Bann zog…. Da gibt es vieles, was dir geschenkt wurde, was du dankbar und staunend erfahren hast oder dir gelungen ist.

    Jesus lässt die Menschen sich auf den Boden setzen. Was den Freunden die Sicht nach vorn und auf die eigenen Möglichkeiten verstellt hat, löst sich auf. Sie bekommen einen Überblick. Und wo man etwas überblickt, oder sich informiert, erkundigt und nachfragt, verliert sich die Angst. Die Ausgangslage bleibt vielleicht – aber sie lähmt nicht mehr. Auch das haben wir in den zurückliegenden Monaten erfahren.

    Und so wird aus der unüberschaubaren Mange eine benennbare Größe: 4000 Menschen. Die vorhandenen Gaben sind begrenzt – die vorhandenen Brote übersichtlich – aber sie sind als Potential sichtbar.

    Dieses und jenes war und ist zu tun. Vorkehrungen können schützen…und wir haben erfahren, dass trotz Lockdown etwas möglich ist: Ideen wurden geboren, mit Gaben und Möglichkeiten umgegangen. Es gab Hilfe und Unterstützung, manches wurde geteilt. Und viele wurden „satt“. Auch solche, die von weit her kamen…

    Ich bekam Anrufe für die „Hoffnungsbriefe“ aus anderen Kirchenkreisen und Gemeinden, ja selbst von Leuten, die nicht zur Kirchengemeinde gehören. Die ökumenische Internetseite hatte so viele Aufrufe, wie es im ganzen Jahr nicht Gottesdienstbesucher gibt, Konzerte waren möglich – auch auf Abstand… die Kinder konnten sich wieder treffen … es gab Andachten im Freien … oder auch im Netz. Es ist trotz Corona und den Einschränkungen genug da in unserem Land und in unserem Leben. Gaben und Möglichkeiten, die wir miteinander teilen können.

    Jesus nimmt die Brote und die Fische, dankt und spricht den Segen – und dann werden sie verteilt. Und es geschieht, worauf die Menschen (mit Geduld und langem Atem) gewartet haben: ihr Hunger wird gestillt. Und sie gehen satt an Leib und Seele und mit der Gewissheit: es reicht – auch für den weiteren Weg. Auch für uns in diesem besonderen Jahr. Ein Grund, Gott für das zu danken, was uns anvertraut und geschenkt wurde und dies miteinander zu teilen.

    Ute Thalmann

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    Gedanken zum September: innehalten – wahrnehmen – danken

    Ein Großteil der Ernte ist eingebracht, manche Landwirte oder auch Agrargesellschaften gehen schon wieder an die Aussaat für das kommende Jahr. Ist die eine Arbeit zu Ende gebracht, kommt schon wieder die Nächste. So erleben das die meisten Menschen. Wie wäre es, mit Innehalten, Wahrnehmen, Entdecken, Staunen und Danken? Nicht umsonst beginnen im September in den meisten Gemeinden die Ernte-(dank)-feste. Danken kann ich nicht befehlen. Dankbarkeit wächst aus der Erfahrung. Nur um Erfahrungen zu sammeln, muss ich mir auch die Möglichkeit geben, einmal inne zu halten. Die Arbeit anzuhalten, wahrzunehmen, was um mich herum passiert. Eine syrische Journalistin antwortete neulich auf die Frage, was sie denn als typisch deutsch empfinde, dass die Menschen, wenn sie beispielsweise im Garten tätig sind, nie richtig anhalten und genießen können.

    Sie arbeite auch gerne im Garten, pflege und umsorge die Pflanzen, aber sie nehme sich auch Zeit, sie zu betrachten, sich an ihnen zu erfreuen, eben: sie zu genießen. Den Deutschen falle es besonders schwer, in ihren Gärten auch mal nichts zu tun und nur zu schauen und zu staunen. Da wächst Dankbarkeit, nicht nur über das geschaffte, sondern auch über das, was alles gewachsen ist, über wunderbare Farben und Formen, die die Schöpfung um uns herum hervorbringt. Gerade jetzt mit den beginnenden Herbst strahlt und leuchtet sie. Das ist nicht selbstverständlich- es weißt uns auf den, der es wachsen und gedeihen lässt, auch ohne unser Zutun – auf Gott, den Schöpfer.

    Jedes Jahr im September wird die „Schöpfungszeit“ ausgerufen. Gottesdienste, Andachten und Veranstaltungen in den Kirchengemeinden laden ein, innezuhalten, die Vielfalt und Schönheit der Schöpfung wahrzunehmen, dankbar zu werden und vielleicht etwas dafür zu tun, damit sie noch lange erhalten bleibt. Wir leben von der Schöpfung – von den Früchten, die auf den Feldern und in den Wäldern wachsen – aber auch von dem, was wir mit unseren Augen und unseren Sinnen aufnehmen- von Landschaften, die uns staunen lassen, von den Farben und Formen, die uns umgeben, von der frischen Luft im Wald genauso wie vom klaren Quellwasser, was wir genießen können. Gerade in diesen Wochen und Monaten, die wir aufgrund der Corona -Pandemie weniger auf Reisen, als daheim verbracht haben, konnten wir das wahrnehmen und vielleicht auch ganz neu schätzen lernen. Vielleicht geht es Ihnen in diesen Tagen auch so- dass Sie des Lobes voll sind über die Wunder von Gottes Schöpfung, wie wir es in der Bibel lesen: „Ich will nun preisen des Herrn Werke und verkünden, was ich gesehen habe…Die Sonne blickt auf alle Welt herab und gibt ihr Licht, und des Herrn Werk ist seiner Herrlichkeit voll.“ (Jesus Sirach 42,15a.16)

    (Foto: U. Thalmann, privat)

  • Andacht
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    „Fahre hinaus, wo es tief ist…“

    „Über 50 Meter tief ist sie an ihrer tiefsten Stelle. Da liegt sogar ein Flugzeug aus dem Krieg auf dem Grund.“ – hatte ich vor Jahren von der Bleilochtalsperre gehört, als ich die ersten Male dort war. Seit ich wusste, wie tief sie tatsächlich ist, hatte ich Respekt, um ehrlich zu sein, auch ein bisschen Angst. Stellen Sie sich einmal 50 Meter in der Tiefe vor! Wer möchte da freiwillig landen! Und zu diesem Gewässer gehört nicht nur, darin zu schwimmen, sondern auch zu segeln. Ein Sport und ein Hobby, dem mein Schwiegervater seit vielen Jahren verbunden war. Und er segelte mit Leidenschaft ein altes Holzboot, einen Gaffelsegler. Um diesen gut zu segeln, braucht es mindestens 3 Leute. Ja, die waren wir: zwei Erfahrene und eine Anfängerin. Und natürlich damals noch ein Kind an Bord, mit Schwimmweste, wie es sich gehört und wenn nötig auch in der Kajüte. … Jetzt denken Sie vielleicht: Respekt! Ja, den hatte ich – vor dem Steuermann (mein Schwiegervater) und meinem Mann, der auch geschickt und gekonnt Hand anlegte. Es wurde ein wunderbarer Segeltörn auf dem Stausee, denn ich konnte mich ganz und gar auf den Steuermann verlassen und einlassen. Es gab nie einen Zweifel oder Angst, ob er alles richtig macht. Er war alt, erfahren und weise. Ich habe ihn einfach vertraut und bin seinen Kommandos gefolgt. Wir hielten Kurs. Und ich fand Freude an Segeln! Ja, es machte richtig Spaß mit diesem Steuermann!

    „Fahre hinaus, wo es tief ist und werft eure Netze zum Fang aus!“(Lk.5,4b) Jesus ermutigt seine Freunde, nach einer erfahrenen „Schlappe“ beim Fischen, es noch einmal zu versuchen. Kein Mensch hätte damals tagsüber gefischt. Sie wagen es, dennoch. Warum? – frage ich. Vielleicht, weil es lebensnotwendig war, damit ihre Familien genug zum Essen hätten, damit sie wenigstens etwas verdient hätten. Ob sie jemanden etwas beweisen wollten? Die Angst saß den Fischern schon im Nacken. Kein Fang – kein Verdienst! Sie lassen sich dennoch ein auf Jesu Ansage. Sie riskieren – ja sie wagen etwas. Sie vertrauen. Sie vertrauen darauf, dass alles gut geht, auch wenn vielleicht manche Meinung und Tradition dem entgegen stand. Kurz: Sie gehen konstruktiv mit ihrer Angst um. „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen.“ Solches Vertrauen trägt Frucht! Es ist kein blindes Vertrauen. Ungewöhnliches, heilsames Neues hatten sie vielleicht schon von Jesus gehört, mit ihm erlebt. Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, so dass sie fast sanken.“ (Lk.5,6-8) Damit hatte wohl keiner gerechnet! Ihr Vertrauen hat sich gelohnt- aber gewaltig!

    So sehr, dass mancher ins Nachdenken kommt- vielleicht auch über das Vertrauen, was er anderen gegenüber hat, Gott und den Menschen und wie klein es manchmal sein kann. Und doch: was Vertrauen bewirkt! „ Fürchte dich nicht!“ sagt Jesus einem seiner Freunde zu und lädt sie ein, diese ihre Erfahrung auch in anderen Bereichen zu nutzen. Nämlich Menschen zu gewinnen – mit Vertrauen – zum Vertrauen – mit Vertrauen zum Glauben. Sie einzuladen, es einfach auszuprobieren, was es bringt, zu einander zu vertrauen und Gott zu vertrauen.

    Ja, es kann Spaß machen. Da kann ich Neues entdecken. Ungeahnte Möglichkeiten und Weiten! Und ich kann ausloten, wie es ist mit der „Crew“ und mit Gott. Und ich kann auf Kurs bleiben –dem Kurs des Lebens! Selbst da, wo die Wasser tief sind… .

    Ich wünsche Ihnen viele gute, fruchtbringende Erfahrungen in Sachen Vertrauen, ob nun zu Wasser oder auf Land!

    Ute Thalmann, Pastorin

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    Gedanken zum Monatsspruch Juli 2020:

    Der Engel des Herrn rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir! 1.Kön.19,7

    Die Ferien sind in Sicht. Sommerzeit- Urlaubszeit, doch in diesem Jahr ist alles ganz anders. Viele werden ihren geplanten Urlaub in die Nachbarländer nicht antreten können- Heimaturlaub ist für die meisten angesagt, wegen der Coronapandemie und allen Veränderungen, die sie mit sich gebracht hat. Nicht wenige sind müde. Die letzten Monate waren herausfordernd – im Beruf, aber auch daheim mit Kindern und Familie. Wer sehnt sich da nicht nach Abstand.

    Elia sucht ihn. Er ist erschöpft. Im Eifer für Gott hat er 450 Baalspropheten getötet. Nun ist er müde und auf der Flucht von denen, die sich an ihm rächen wollen. Er geht in die Wüste und verkriecht sich unter einem Ginsterstrauch. Seine Taten holen ihn auch dort ein. Ihm wird bewusst- auch er ist nicht besser als seine Väter. Sinnlos erscheint ihm das eigene Leben… schlafen möchte er – nichts mehr sehen und hören… vielleicht auch nicht wieder aufwachen.

    Da kommt ein Engel, berührt ihn mit der Hand – und spricht ihn an: „Steh auf und iss!“ Stärken will er ihn- nicht nur mit Speise, auch mit seiner Nähe. Elia findet ein frisches, noch warmes Brot neben seinem Lager und einen Krug mit Wasser. Er isst und trinkt, doch dann übermannt ihn wieder die Erschöpfung und er schläft ein.

    Ein zweites Mal berührt ihn der Engel – der Bote Gottes. „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir!“ Elia isst und geht – vierzig Tage und Nächte lang. Eine Zeit, in der er wahrnimmt, was er getan hat, mit Körper und Geist. Er geht und kommt zum Horeb, zum Berg Gottes. Dort wird ihm Gott auf ganz neue Weise begegnen – in einem sanften Wehen. Nichts Außergewöhnliches – Ehrfurcht Einflößendes, kein gewaltiger Sturm noch ein Gewitter, das ihn verbirgt.

    Wie weit ist der Weg zu einem Gott, der sich in der Zartheit – in der Einfachheit des Lebens offenbart? In den kleinen Gesten und alltäglichen Dingen, in einer ermutigenden Berührung und aufrichtenden Wort, mit frischem Wasser und duftenden Brot – in der Nähe eines vertrauensvollen Menschen – „eines Engels“? Ja vielleicht führt der Weg über einen Urlaub, der so ganz anders ist, als ursprünglich geplant, hin zu neuen Einsichten und Entdeckungen über uns und unser Leben und über Gott, über das, was wirklich wichtig ist, was uns stärkt und herausruft aus dem Alltagstrott. Mag sein, dass es manchmal auch den Anstoß eines „Engels“ dazu braucht.

    (Fra Angelico – Verkündigung der Engel)

    Der Liedermacher Siegfried Fietz hat sich darauf einen Reim gemacht:

    Manchmal brauchst du einen Engel,

    der dich schütz und dich führt.

    Gott schickt manchmal einen Engel,

    wenn er deine Sorgen spürt.

    Hast du Kummer tief im Herzen,

    tut dir wahrer Zuspruch gut.

    Denn mit großen Seelenschmerzen

    fehlt dir jeder Lebensmut.

    Wähnst du dich total am Ende

    Und denkst, du hättst dich verirrt,

    bringt ein stiller Schub die Wende,

    dass dein Herz nicht mehr erfriert.

    Hab Vertrauen in die Kräfte,

    die Gott selbst als Lotsen schickt.

    Ihre heilsamen Geschäfte

    haben dich sehr schnell erquickt.

    In diesem Sinne wünsche ich allen bestärkende und ermutigende Erfahrungen in der kommenden Ferien- und Urlaubszeit! Ute Thalmann