Andachten | Texte

  • Andacht zum 19. Sonntag nach Trinitatis, 10. Oktober 2021 – und Erntedankfest
    Text: Lukas 6,31 (Lehrtext zum 15. Oktober) Jesus spricht: Wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch! Gedanken zum Text: Kennen Sie noch das gute alte Wort „Ratgeber“? Neudeutsch heißt das „influencer“ (englisch: „Beeinflusser“. Ja, „Ratgeber“ gibt es auch noch, vor allem auch in den Buchläden stehen sie reihenweise in den Regalen, wie mir neulich wieder einmal auffiel. Zur Gesundheit einschließlich Ernährung ganz vorn dran, aber auch zur „inneren Mitte“, zur Selbstfindung und -verwirklichung, dazwischen auch zur Beziehungspflege und zur Kindererziehung. Haustiere und Garten dürfen nicht fehlen – und die Aufzählung ist immer noch mehr als lückenhaft. Für alles und jedes im persönlichen Leben kann man einen Ratgeber finden – wahlweise natürlich auch einen „influencer“ im Netz. Unter den Ratgebern suchte ich eine Weile, aber einen für ein gelingendes Zusammenleben in der Gesellschaft fand ich dennoch nicht. Braucht es auch nicht, dachte ich mir. Denn besser als Jesus könnte man es sowieso nicht auf den Punkt bringen, wenn ER sagt: Wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch! Das klingt einfach, merkt sich gut und hätte weit reichende Folgen, wenn sich immer mehr Menschen daran orientieren würden. Auch wenn dieses Jesuswort nicht unbedingt zu den „klassischen Erntedankworten“ zählt, auch für dieses Fest finde ich es sehr passend. Denn der Dank für die reiche Ernte und das mehr als gesicherte Auskommen schließt ja auch immer den Gedanken ein, Benachteiligte, arme und Notleidende an diesem Segen teilhaben zu lassen. Stellen wir uns doch einmal vor, wohin sich unsere Welt entwickeln würde, wenn wir in den reichen Industrienationen wirklich solidarisch mit den Menschen aus der Zweidrittelwelt lebten. Sicher, ein Himmelreich auf Erden wäre auch das nicht. Denn alles, was Menschen planen und tun, muss Stückwerk bleiben. Aber Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung könnten so bestimmt ein ganzes Stück näher zu rücken als wenn alles immer nur so weitergeht wie bisher. Natürlich muss einer den Anfang machen. Und das sollen wir sein, in unserer kleinen Welt, sagt Christus, unser HERR: Wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch! Gedanken zum Bild: Jahr für Jahr verwandeln zwei Frauen aus unserer Gemeinde den Chorraum der Jüdeweiner Kirche für das Erntedankfest in eine Augenweide. Die Farben der unterschiedlichsten Blumen, die Vielfalt von Gemüse und Obst, Feldfrüchten und die selbst gebundene Erntekrone auf dem Taufstein vereinen sich zu einem prachtvollen Gotteslob und Dank für SEINE Gaben. Die festliche Stimmung überträgt sich auf die Besucher und unser Gottesdienstes für Groß und Klein wird zu einem besonderen Erlebnis. Es tut gut, Gott gemeinsam für SEINE Liebe und Treue in diesem Jahr zu danken. Das spüren wir nach den erforderlichen Einschränkungen im Frühjahr ganz besonders. Aus dem Gottesdienst gehen wir zurück in unseren Alltag. Hat da der Dank auch seinen Platz oder vergessen wir ihn öfter mal, weil zu viel Hektik ist? Es muss ja nicht der große Dank eines Festes sein. Auch der kleine Dank für eine kleine Hilfe oder ein gutes Wort oder was auch immer das Leben leichter und schöner macht, bringt Freude und Licht in den sonst so anstrengenden Tageslauf. Und er ist der Anfang vom großen Dank, der unserem HERRN gebührt. Gebet: Da in diesen Tagen auch neben Erntedank das Fest der Kirchweih gefeiert wird, hier ein Gebet dazu: HERR unser Gott, seit langen Jahrhunderten bauen DIR Menschen Häuser, in denen sie DIR gemeinsam danken und um DEINEN Beistand bitten. HERR, wir bitten DICH, sei DU in unserer Mitte und erfülle uns mit DEINEM Geist, dass wir bei DIR finden, was wir suchen: Die Freude am Leben, die Ruhe für unsere Seelen und den Trost, der uns auffängt. HERR, wir bitten DICH, lass zum Segen werden, was wir in DEINEM Haus erleben und was wir mitnehmen in unseren Alltag – für uns selbst und für unsere Nächsten. HERR, unser Gott, achte auf unser Gebet und hilf, dass wir auf DEIN Wort hören, das uns stärkt, zu trösten, Hoffnung zu schenken und Zuversicht und die Kraft, mitzubauen an DEINEM Reich. Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen Beten wir das Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde Dein Name Dein Reich komme Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden Unser tägliches Brot gib uns heute Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. AMEN
  • Andacht zum 18. Sonntag nach Trinitatis, 3. Oktober 2021
    Text: Psalm 34,8 (Tagesspruch zum Michaelisfest am 29. September) Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die IHN fürchten, und hilft ihnen heraus. Gedanken zum Text: Das Fest des Erzengels Michael und aller Engel und das Erntedankfest markieren das baldige Ende der „festfreien Zeit“ im Kirchenjahr. Die Zahl der Sonntage „nach Trinitatis“ im evangelischen Kalender ist weit voran geschritten. Michaelis und Erntedank ermuntern zum Rückblick auf die eben vergangenen Monate. Erinnern Sie sich noch an die Andacht zum Trinitatisfest? Damals hatte ich Sie ermuntert, die Spuren Gottes und SEINER Engel in diesem Sommer für sich zu entdecken. Sind Sie fündig geworden? Ganz in der Stille oder auch mitten im Alltag? An einem wunderschönen Urlaubstag, an einem besonderen Urlaubsort oder zuhause? Gab es unvergessliche Momente oder auch die Erfahrung, in Krankheit gestärkt und bewahrt zu werden? Die vielfältigen Erlebnisse und Erinnerungen machen uns schnell deutlich, dass auch dieses Jahr nicht nur ein „Spaziergang im Sonnenschein“ war – und da spreche ich jetzt nicht nur von der Coronapandemie. Aber einem Engel sind Sie bestimmt begegnet – auch wenn er vielleicht keine Flügel hatte. Dann war es ein Mensch, der Sie froh gemacht hat, Ihrer Lebenslust neuen Schwung verschaffte oder ihren Gedanken einen neuen Horizont eröffnete. Oder ein anderer, der Sie ermutigte, aufrichtete und tröstete mit Worten, im Gebet oder mit Taten. Solchen Engeln begegnet zu sein, das wünsche ich Ihnen von Herzen. Und hin und wieder geschieht es uns auch, dass wir selbst zu Engeln werden – ganz unvermittelt und überraschend durch Gottes guten Geist. Auch da gibt es sicher viel zu erzählen. Wenn Sie mögen, können Sie mir Ihre Erfahrungen dieses Sommers auch sehr gern einmal schreiben. Denn nach meiner Erfahrung erzählen wir uns im Getriebe des Alltags viel zu selten davon. Sollten wir aber tun, weil das die beste Medizin gegen das weit verbreitete Jammern und Schwarzsehen ist. Oder wie singt es der Beter des Psalms mit seinen Worten: Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die IHN fürchten, und hilft ihnen heraus. Gedanken zum Bild: Engelspuren entdecken im Leben – das birgt so manche Überraschung. Ging mir auch so, als ich im Sommer einmal mit der Kamera unterwegs war. Da entdeckte ich dieses prachtvolle Kirchenfenster mit dem sechsflügeligen Engel in der Mitte. Und wissen Sie, wo? In unserer Pößnecker Stadtkirche! Zugegeben, man sieht es nur tagsüber von der zweiten Empore gegenüber des Turmes. Denn es befindet sich in der oberen, nach innen offenen Turmstube. Nicht nur der verborgene Ort des Fensters, auch die Darstellung des Engels finde ich überraschend. Es muss sich um einen der Thronwächter (Seraphim) des HERRN handeln, die der Prophet Jesaja in einer Vision gesehen hat (Jesaja 6,2). Im Fenster erstrahlen die Flügel in satten Rot- und Gelbtönen, die fast golden wirken. Rot ist die Farbe des Heiligen Geistes und Gold die Gottesfarbe schlechthin. Der Glaskünstler kombiniert die sechs Flügel, von denen der Engel laut Jesaja nur zwei zum Fliegen benötigt (die anderen bedecken das Antlitz und die Füße des Seraphen), mit einem auf den ersten Blick kindlich pausbäckig wirkenden Gesicht. Ein üppiger, glänzender, blonder Haarschopf ergänzt das Bild. Aber ein drolliges, barockes Puttenengelsgesicht strahlt uns dennoch nicht entgegen. Der Blick des Engels ist durchdringend, seine Mundwinkel sind ernst nach unten gezogen. Ein Wächterengel eben, der sein Gegenüber – also uns – immer etwas abschätzend im Auge behält. „Gott sieht alles!“ sagte man früher den Kindern und meinte das in der Regel als Ermahnung zu einem angepassten, „anständigen“ Verhalten. Stimmt, aber der Satz geht weiter, sagen wir heute. „Gott sieht alles und alle mit den Augen des liebenden Vaters an!“, muss er nach der Bibel heißen. Das klingt ganz anders, oder? Gebet: HERR unser Gott, wir danken DIR, dass DU immer wieder Hoffnung setzt in uns mit DEINER Güte beschenkst. HERR, wir bitten DICH, erfülle uns mit DEINEM Geist, dass wir DIR vertrauen und unser Leben gestalten auf DEINEM Weg zum Heil. HERR, wir bitten DICH, hilf uns zu überwinden unter uns, was DEINE Liebe verbirgt, was sie unterdrückt oder entstellt. HERR, wir bitten DICH, hilf uns, von schnellen und oberflächlichen Urteilen weg zu kommen und wecke in uns die Ehrfurcht vor DEINEN Geschöpfen. HERR, wir bitten DICH, schenke neuen Mut den Müden und Erschöpften, Orientierung und Halt den Ratlosen und Verbitterten. Sei bei allen, die in unserem Land Verantwortung übernehmen in Politik und Verwaltung und geleite sie in ihren Entscheidungen in DEINEM Geist. HERR, unser Gott, achte auf unser Gebet und hilf, dass wir auf DEIN Wort hören, das uns stärkt, zu trösten, Hoffnung zu schenken und Zuversicht und die Kraft, mitzubauen an DEINEM Reich. Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen Beten wir das Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde Dein Name Dein Reich komme Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden Unser tägliches Brot gib uns heute Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. AMEN
  • Michaelis – und andere wichtige Tage….
    Im Rahmen des Festjahres in Krölpa ist für den 25. September ein „Michaelismarkt“ (13-18 Uhr rund um den Dorfplatz) geplant. Für manchen ist dies verwunderlich, denn bisher gab es keinen solchen Markt in Krölpa. Darum nun ein kleiner Einblick in die Geschichte und Tradition von (mittelalterlichen) Märkten:
  • Andacht zum 16. Sonntag nach Trinitatis, 19 .September 2021
    Der Wochenspruch ist eine Rede gegen die allgegenwärtige und scheinbar alles bestimmende Angst. Zur Entstehungszeit des Briefes war es die Angst der Christen vor der immer brutaler werdenden römischen Verfolgung. Heute ist es die Angst zu kurz zu kommen im Leben. Denn Wohlstand scheint der einzige Sinn und Zweck in diesem vergänglichen Leben zu sein, dem der Tod die gnadenlose Grenze setzt. Dagegen erhebt der Apostel die Stimme im Namen Christi mit einem lauten „Fürchte dich nicht!“ Das ist viel mehr als ein daher gesagtes „Hab keine Angst!“, denn der Apostel erinnert an die Grundfesten des Glaubens, die tragen, gerade auch in der Angst. Denn Jesus Christus selbst ist den Weg der Angst bis zum Tod am Kreuz gegangen und der EWIGE hat IHN von den Toten auferweckt. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort. Gottes Liebe ist nicht auf unsere kurze Zeit beschränkt, sondern umfasst die ganze Ewigkeit.
  • Andacht zum 15. Sonntag nach Trinitatis, 12 .September 2021
    postel baten den HERRN: »Gib uns doch mehr Glauben!« Der HERR antwortete: »Selbst wenn euer Glaube nur so groß wäre wie ein Senfkorn, könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum hier sagen: ›Hebe dich samt deinen Wurzeln aus der Erde und verpflanze dich ins Meer!‹, und er würde euch gehorchen.«
  • Andacht zum 14. Sonntag nach Trinitatis, 5.September 2021
    alm 103,2 (Wochenspruch) Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.Gedanken zum Text: Manchmal vergesse ich etwas. Das ärgert mich jedes mal und ich bin froh, wenn das Vergessene nicht allzu wichtig war. Wenn aber doch, kann das richtig peinlich werden. Den Namen eines Bekannten, die versprochene Zuarbeit, den Termin, den Geburtstag eines Freundes – einfach vergessen. Leider passiert mir das immer wieder. Kennen Sie das auch? Ich bewundere Menschen mit nahezu perfektem Gedächtnis und bin froh, dass es Hilfsmittel gibt gegen das Vergessen. Der sprichwörtliche Knoten im Taschentuch funktioniert nicht mehr so gut, seitdem die großen, karierten Herrentaschentücher aus Stoff außer Mode gekommen sind.
  • Andacht zum 13. Sonntag nach Trinitatis, 29. August 2021
    Dieser kurze Vers aus dem 1. Buch der Chronik erzählt von einem fröhlichen Volksfest – und Gott ist ganz selbstverständlich dabei. ER ist sogar mittendrin und die Menschen sehen es auch. Denn da ist die Bundeslade, das transportable Heiligtum der Israeliten. Die Bundeslade ist der Ort, wo der HERR selbst wohnt, so waren sie überzeugt. Später erfuhren sie SEINE Gegenwart im großen Tempel Jerusalems. Erst als ihnen die Heimat genommen worden war, erkannten sie IHN als den HERRN der ganzen Welt. Die Formen, IHN zu loben und zu preisen, wandelten sich ebenso. Damals, in der glücklichen Zeit der Königsherrschaft Davids, findet das Gotteslob ganz selbstverständlich unter freiem Himmel statt. Wir stellen uns am besten einen fröhlichen und lautstarken Umzug mit der Bundeslade durch die Gassen der David- stadt vor. Vorneweg der tanzende König mit seinem Gefolge, dann die Bundeslade und danach die verschiedensten Orchestergruppen und Chöre – und alle gaben ihr Bestes. Wenn das keine bunte Mischung war!
  • Andacht zum 12. Sonntag nach Trinitatis, 22. August 2021
    eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihrem eigenen Begehren werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren.
  • Andacht zum 10. Sonntag nach Trinitatis, 8. August 2021
    Text: Epheser 5, 8b+9 Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Gedanken zum Text: „Kinder des Lichts“, das klingt in den Ohren, das weckt Bilder von Idylle und Sonnenschein – und das lässt ganz viel offen. Denn das ist eine Aufforderung, die in den Versen vorher klar macht, wie das gehen soll. Was also die Kinder des Lichts tun und vor allem nicht tun, ja noch nicht einmal denken sollen. „Wandelt“, heißt es, also auf neudeutsch: Führt euer ganzes Leben, richtet euer ganzes Denken aus in dieser Richtung, als „Kinder des Lichts“ zu leben. Schnell wird klar: Allein aus eigener Kraft wird das nichts mit den „Kindern des Lichts“ – allerhöchstens mit ziemlich flackernden und trüben Funzeln, wenn es extrem gut laufen sollte.Wir leben in der Welt und sind Teil von ihr. Der Epheserbrief möchte uns dennoch Mut machen, indem er uns erinnert: Es liegt nicht an unserem Denken und Handeln, ob es hell wird in unserem Leben. Alles hängt ganz allein von der Liebe Gottes ab. ER hat den ersten Schritt gemacht. ER schenkt uns SEINE Liebe, aus der wir leben können, die unser Leben hell macht. Wir sind also Kinder des Lichtes SEINER Liebe. Das ist das Grundvertrauen und die grundsätzliche Lebenseinstellung, die das Denken und Handeln befreit aus allen Zwängen und Ängsten der ausschließlich an sich selbst gerichteten Liebe, die so viele heutzutage für „normal“ halten. Wer spürt und zu begreifen beginnt, dass Gott ihn liebt, der bekommt einen klaren Blick auf das eigene Leben und unser Zusammenleben. Der findet von daher zu einem erhellenden Verhalten, bemüht sich um klare Worte, setzt sich ein für ein lichtes Miteinander jenseits von Machtspielchen und Rechthaberei. Genau daran werden die „Kinder des Lichts“ erkannt von denen, die ihnen begegnen. Auch wenn sie keine Ahnung von der biblischen Überlieferung haben. Nun gut, sie werden sicher nicht von den „Kindern des Lichts“ sprechen. Aber was Güte ist und Gerechtigkeit und Wahrheit im täglichen Umgang miteinander, das spüren sie ganz genau. Foto: Privat (J.Reichmann) Gedanken zum Bild: Eine Mohnblüte ist auch ein „Kind des Lichts“ – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum ersten ist auch sie ein Geschöpf unseres Gottes, von dem es heißt: Der HERR ist mein Licht und mein Heil…. Zum zweiten braucht sie das Sonnenlicht zum Wachsen. In einem lichtlosen Raum würde sie sterben. Und zum dritten leuchten ihre Blütenblätter in den schönsten Farben – allerdings nur so lange, wie das Sonnenlicht auf sie fällt. Denn sie besitzt keine eigene „Lichtquelle“. Sie reflektiert das Licht der Sonne und lässt es auf ihre ganz eigene Art erstrahlen. Ein sehr schönes und eindrückliches Bild, um die Gedanken des Schreibers des Epheserbriefs zu verstehen. Die Mohnblume macht „ihr eigenes Ding“ aus dem Sonnenlicht, lässt es uns ganz neu und wunderschön wahrnehmen. So kann es auch sein, wenn wir das Licht der Liebe Gottes reflektieren in unser Zusammenleben hinein. Freundlicher und heller würde es werden, und ganz bestimmt auch schöner, weil entspannter. Der Versuch lohnt immer wieder neu. Gebet: HERR unser Gott, DU allein kannst mit dem Licht DEINER Liebe die Dunkelheit unserer Welt besiegen. Hilf uns, dass wir DEIN Licht weitergeben an alle, die dunkel Zeiten in ihrem Leben durchmachen müssen. HERR, wir bitten DICH für alle Menschen, die kein Licht am Ende des Tunnels ihres Lebens sehen, die den Sinn nicht finden können in dem, was sie auszuhalten haben. Gib uns als Gemeinden die Kraft, ihren Weg zu erhellen. HERR, wir bitten DICH, gib uns Gesichter, in denen DEINE Güte erstrahlt, Hände, die zufassen, wenn Hilfe nötig ist und Ohren, die offen sind für andere. HERR, wir bitten DICH, wehre dem Schrecken des Krieges, des Terrorismus und der Gewalt, bringe den Hass zum Schweigen, der die Herzen der Menschen vergiftet. Belebe unseren Geist, dass wir sagen und tun, was zum Frieden führt. HERR unser Gott, DU Vater des Lebens, sei bei allen, die DEINER Hilfe bedürfen in Krankheit und lass die Sterbenden DEINE Hand spüren, die sie leitet in DEINE Ewigkeit. So legen wir DIR alles ans Herz, was uns bewegt. Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen Beten wir das Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde Dein Name Dein Reich komme Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden Unser tägliches Brot gib uns heute Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. AMEN
  • Andacht zum 9. Sonntag nach Trinitatis, 1. August 2021
    uen Glauben. Das waren noch Zeiten! Da wuchsen die Gemeinden statt immer kleiner zu werden! Davon können wir in unserem reichen Land nur träumen. Ich weiß, die Zeiten sind nicht vergleichbar. Jedenfalls ist unsere Zeit unvergleichbar mit ihrem allgemeinen Wohlstand, der generationenlangen Friedenszeit und der fast schrankenlosen individuellen Freiheit im Denken und Handeln.
  • Andacht zum 6. Sonntag nach Trinitatis, 11. Juli 2021
    Diese großartige Zusage Gottes spannt sich über das Leben. Sie steht über allem, was uns im Leben begegnet, von der Geburt bis zum Tod, über den Zeiten des Entdeckens, der Freude ebenso wie über den Zeiten des Loslassens und des Schmerzes. „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst;“, spricht der HERR zu einem jeden und einer jeden von uns nicht nur in dieser Zeit, sondern SEINE Zusage reicht über unsere Lebenszeit hinaus.
  • Andacht zum 5. Sonntag nach Trinitatis, 4. Juli 2021
    Beispielhaft, diese Szene: Paulus steht auf dem Marktplatz von Athen, umgeben von kritischen Zuhörern. So verschieden sie sind, in einem Punkt sind sie sich einig: Sie zeigen verhaltenes Interesse an der Botschaft des Paulus. Er soll sagen, woran ein Christ glaubt. Kennen Sie eine vergleichbare Situation? Aus der Öffentlichkeit eines Marktplatzes wohl weniger, aber sicher aus dem privaten Bereich. Meisterhaft beschreibt Lukas als Verfasser der Apostelgeschichte den Verlauf eines solchen Gespräches: Paulus spricht zuerst über Gott und den Glauben mit beeindruckenden Worten. Dann sagt er, was diese Glaubenssätze mit ihm selbst und mit seinen Zuhörern zu tun haben, was sie miteinander verbindet, was sie für sich entdecken können: „Keinem von uns ist Gott fern. Durch ihn leben wir doch, bewegen wir uns und haben unser Dasein.“ Ehrlich: Lukas schildert den Paulus als einen begnadeten Missionar. Denn das Gespräch bricht an dieser Stelle nicht ab, wie sonst immer. Pah, heißt es da in der Regel, wo war denn dein Gott, als meine Oma so lange leiden musste? Sie hat sich wund gebetet, so lange sie konnte! Was hat es ihr gebracht? Wo ist dein Gott?
  • Andacht zum 3. Sonntag nach Trinitatis, 20. Juni 2021
    Text: Galater 6,2 (Wochenspruch) Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Gedanken zum Text: Lasten tragen – was, schon wieder oder immer noch? Haben wir nicht eine lange, belastende Zeit hinter uns? Also, von Lasten will jetzt niemand mehr etwas hören. Jetzt ist Sommer und Corona scheint (hoffentlich!) Pause zu machen! Lebensfreude ist angesagt, ungezwungen das Leben genießen, kurz: endlich wieder frei zu sein. Und außerdem: Was soll ich mit der Last der anderen? Muss nicht jeder für sich selbst sorgen und mit sich selbst fertig werden? Und wenn schon einmal etwas unbedingt für andere zu tun ist, dann wird abgerechnet. Der Einsatz muss etwas bringen. Gott sei Dank denkt nicht jeder so. Sonst würde es bald kein gemeinschaftliches Leben im Ort oder im Land geben. Manche sind auch tatsächlich am Limit mit der Last, die sie zu stemmen haben. Da ist es mehr als verständlich, wenn sie sagen: Noch mehr geht nicht und will ich bitte schön auch nicht! Ja, jeder hat Grenzen und es ist nicht gut, diese nicht erkennen zu wollen. Sonst kommt es zur ungesunden Überlastung. Und spätestens dann geht es gar nicht anders: Wir brauchen einen Mitmenschen, der uns eine Last abnimmt. Das kann eine seelische Last sein, die wir in einem vertrauensvollen Gespräch abgeben können. Oft sind es auch ganz praktische Dinge, die uns im Alltag zur Last geworden sind. „Einer trage des anderen Last…“- das ist kein schwermütiger Satz, der nichts von Freude wissen will. Das ist ein Satz, der Erleichterung verschaffen möchte, indem er uns erinnert: Wir leben in Gemeinschaft, in Beziehungen. So wollte Gott es von Anbeginn. Nur ist das nicht so einfach, Lasten abzugeben, die eigenen Grenzen zu akzeptieren, die ja so schnell als Schwäche gedeutet werden könnten. Und noch viel schlimmer: Den anderen meine Last, meine Schwäche zuzumuten, das empfinden viele fast als ungehörig – zumindest in der älteren Generation. Wie oft höre ich in Trauergesprächen den Satz: „Er oder sie wollte niemandem zur Last fallen“. Es mag Bescheidenheit und auch eine Portion Scham aus diesem Vorsatz sprechen. Aber ist das Leben nicht von Anfang bis Ende ein geben und nehmen? Der Satz geht weiter: „…so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Das Wort „Gesetz“ steht hier als Ausdruck für das verbindliche Gotteswort, für die Weisung des EWIGEN, die zum Leben führt. Sie führt zu einem wirklich tragfähigen Miteinander, in guten, ungezwungenen Zeiten und erst recht in Krisenzeiten. Stadtkirche Pößneck Foto: Privat (J. Reichmann) Gedanken zum Bild: „Einer trage des anderen Last…“- wie oft werden diese Worte gesprochen worden sein in unserer Stadtkirche im Laufe ihrer jahrhundertelangen Geschichte? Und vor allem: Wie oft werden sich hier Menschen versammelt haben, die gebeugt waren unter der Last ihres Lebens? Menschen, die hier dem HERRN ihr Leid klagten von Krieg und Not, von Krankheit und Trauer, von Armut und Verzweiflung. Denn all das war gegenwärtig im Leben der Menschen. So materiell versorgt und oft auch unbesorgt wie wir zu leben, das konnten sie sich nicht vorstellen. Die Kirche ein Rückzugsort, ein Ort der Stärkung und Vergewisserung. So haben wir sie auch erleben dürfen im Jahr der friedlichen Revolution, nach dem Attentat im Gutenberggymnasium und in den Friedensgebeten zur Zeit des Golfkrieges. Da kamen auch viele Außenstehende zu den Andachten und Gottesdiensten, selbst als es in der untergehenden DDR noch einigen Mut kostete. In der heißen Phase der Pandemie haben wir so bald wie möglich die Kirche wieder geöffnet. Zunächst zum stillen Gebet, aber bald darauf zur Andacht und zum Gottesdienst. Der Andrang der Menschen blieb leider aus. Andererseits entstand in der Pandemie auch viel Neues – wie zum Beispiel diese Andachtsreihe. Nur: Ein „Ersatz“ für den gemeinsamen Gottesdienst in den Kirchen und Gemeinden kann und will das Neue nicht sein. Gut ist, wenn es noch mehr Verbindungen knüpft, damit wir das Gesetz Christi erfüllen können. Gebet: HERR, unser Gott, wir danken DIR, dass DU unsere Welt erhellst durch DEINE Liebe, die uns in DEINEM Sohn Jesus Christus begegnet. HERR, wir bitten DICH für uns, dass unsere Augen mehr sehen können als die Schwächen und Fehler der anderen. Schenke uns Demut und Bescheidenheit, auch unsere eigenen Fehler wahrzunehmen und unsere Grenzen zu akzeptieren. HERR, wir wir bitten DICH für alle Menschen, die nur noch das Schlechte sehen können in der Welt und die mit ihren Nachbarn in Unfrieden leben. Öffne ihre Augen für das Schöne und zeige ihnen Wege zur Versöhnung und zum Neuanfang. HERR, wir bitten DICH für alle Kranken: Steh ihnen bei, stärke ihre Lebenskraft und geleite sie durch die Zeit ihres Leidens in DEINE Zukunft. Sei auch bei ihren Angehörigen, schenke ihnen Geduld und Kraft, immer da zu sein, wenn sie gebraucht werden. HERR, wir bitten DICH, für alle Trauernden: Lass auch sie Menschen finden, auf die sie sich verlassen können. Die ihnen nahe sind und helfen, den Schmerz zu tragen und neuen Lebensmut zu finden. HERR, öffne unsere Augen für die Spuren DEINER Liebe in unserer Welt und unserem Leben. Schenke uns DEIN Erbarmen, damit DEIN Reich komme. Amen Beten wir das Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde Dein Name Dein Reich komme Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden Unser tägliches Brot gib uns heute Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. AMEN
  • Andacht zur Woche vom 13. bis 1 9 . Juni 2021
    Von Pfarrer Reichmann Pößneck Schrifttext_Hebräerbrief 10, 35 (Lehrtext für Montag, 14.6.2021) Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Gedanken zum Text Stopp, nicht wegwerfen! Halt an, denkt drüber nach, auch wenn´s nur einen Moment lang ist! Es wird so viel weggeworfen – wir werfen so viel weg – und so viel wertvolles ist noch darunter! In der Zeitung stand: Sogar 50% der Müllverbrennungsasche ist noch wiederverwertbar, weil Metalle usw. in lohnender Menge zu finden sind. Wir werfen weg, was das Zeug hält – längst nicht mehr nur materielle Dinge. „Wendehälse“ gab es nicht nur in der Wendezeit. Menschen also, die ihre Überzeugung wechseln wie andere das Hemd. Hauptsache sie haben das Gefühl, es bringt ihnen etwas. Das ist auch beim Glauben nicht anders. Vor einer Weile wollte eine junge Frau getauft werden, weil sie sich „im Westen“ in einem Kindergarten bewerben wollte – aber ohne dass sie an Gott glauben „müsse“. Nach einem ersten Gespräch im Pfarramt tauchte sie nicht wieder auf. Ebenso wenig wie ein Geflüchteter aus Afghanistan – der wollte auch unbedingt möglichst gleich getauft werden. Er glaube an Gott, wie er sagte. Aber dass wir an Jesus als Gottes Sohn glauben, war ihm dann doch nicht geheuer. Er hatte sich das viel einfacher vorgestellt mit der Taufe und dem Übertritt zum christlichen Glauben. Um einen „Glaubensübertritt“ geht es auch in dem Satz aus dem Hebräerbrief. Genauer gesagt um einen erwünschten, geforderten, erpressten Glaubensübertritt – vom Christentum zum römischen Kaiserkult. Ein enormer Anpassungsdruck lag auf den Christen, dem sicher viele nicht gewachsen waren. Denn wer kann schon auf unabsehbare Dauer Diskriminierung, Verfolgung und Willkür bis zur Todesstrafe aushalten? Wer bricht nicht zusammen, wenn es um Frau, Mann oder Kinder geht? Nein, um ein leichtfertiges Wegwerfen des Vertrauens ging es dem Schreiber des Hebräerbriefes nicht, auch nicht um persönlicher Vorteile einzelner halber.Da ging es ums Ganze: um den Fortbestand der Gemeinden in extrem bedrohlicher Zeit, in der immer mehr keine Zukunft mehr für sich sahen. Deshalb weitet der Verfasser des Briefes den Blick seiner Leser, indem er ihr gegenwärtiges Erleben in den Horizont der Heilsgeschichte Gottes mit SEINEM Volk stellt. Die in Aussicht gestellte Belohnung kann der HERR nur selbst geben – „der Seelen Seligkeit“, wie man früher so treffend sagen konnte. Und dem EWIGEN sei Dank: Auch unser Erleben als einzelne ebenso wie als Gemeinden steht im Horizont SEINER Heilsgeschichte. Darauf können wir von ganzem Herzen vertrauen. Uhr mit Sternzeichen im Inneren der Stadtkirche Pößneck Foto: Privat (J. Reichmann) Gedanken zum Bild: Ich kenne keine zwei Kirchen, die sich völlig gleichen. Jede von ihnen ist in ihrer Gestaltung einmalig und lebt davon, mit wie viel Liebe und Aufwand die Menschen sie schön gemacht haben. Mit sehr viel Liebe und Aufwand und auch enormer Fachkenntnis hat dazu auch einmal ein Uhrmachermeister in der Pößnecker Stadtkirche beigetragen. In einer Zeit, als in den evangelischen Kirchen Land auf Land ab „nach der Uhr“ gepredigt wurde. Der Pfarrer hatte in der Regel eine Sanduhr auf der Kanzel und bestimmte mit ihr die Dauer seiner Predigt. Das schien dem Uhrmachermeister zu schlicht zu sein. Er konstruierte diese große Wanduhr, deren Werk mit dem der Turmuhr gekoppelt ist. Es wäre interessant herauszufinden, ob er damit nicht sogar ein „Alleinstellungsmerkmal“ unserer Stadtkirche geschaffen hat. Einmalig ist auf jeden Fall auch der Schmuckkranz der Uhr mit den „Sternzeichen“, der schwer zu deuten ist. Stehen sie für den Jahreslauf – oder gar für Himmel und Ewigkeit? Das würde nahe liegen. Denn ich bin mir sicher, der Uhrmachermeister wollte mit seinem außergewöhnlichen Werk auch ein Zeichen seines Vertrauens in Gottes Liebe setzen. Gebet: HERR, unser Gott, DU Gott des Lebens, wir danken DIR, dass DU uns spüren lässt: unser Leben geschieht im Horizont DEINER Liebe, die größer ist als unsere Erfahrungen, unser Verstand und unsere Angst. HERR, wir klagen DIR, dass so viele Menschen in unserem reichen Land diesen Horizont weggeworfen haben und sich mit selbst gemachtem Ersatz zufrieden geben. Schenke ihnen die Sehnsucht nach DEINER Liebe. HERR, wir bitten DICH auch um Geduld mit uns. DU wartest auf uns, unsere Antwort auf DEINE Liebe. Wir stehen uns oft selbst im Weg, rechnen gar nicht mit DIR oder lassen uns ganz leicht ablenken. DU lädst uns ein und wir lassen uns bitten. Bewege unsere Herzen und Sinne zu DIR. HERR, hilf uns zu klaren Worten, wenn es um Gerechtigkeit geht, zu einem langen Atem, wenn wir Traurigen beistehen und zu DEINER starken Hoffnung, wenn wir Verzweifelte auffangen, damit DEIN Horizont auch durch unsere schwache Kraft über ihnen aufleuchte. Leite sie alle in DEINER Wahrheit und gewähre uns DEIN Erbarmen, dass DEIN Reich komme. Amen
  • Andacht zum 2. Sonntag nach Trinitatis, 13. Juni 2021
    Paulus schreibt: Das soll also euer Ziel sein: ein Leben, das von der Liebe bestimmt wird. Bemüht euch aber auch um die Fähigkeiten, die uns durch Gottes Geist gegeben werden, und wenn ich das sage, denke ich vor allem an die Gabe des prophetischen Redens. Wenn jemand eine prophetische Botschaft verkündet, richten sich seine Worte an die Menschen; was er sagt, bringt ihnen Hilfe, Ermutigung und Trost.
  • Andacht zur Woche vom 6. Juni 12 . Juni 2021
    Schrifttext_ Psalm 34, 2 + 3 +7 +8 (Auszug aus dem Psalm zur Woche) Ich will den Herrn preisen zu aller Zeit, immer soll sein Lob auf meinen Lippen sein. Aus tiefster Seele will ich den Herrn rühmen. Alle, die ihr Leid geduldig ertragen, werden mich hören und sich freuen. Als es mir schlecht ging, rief ich zum Herrn. Er hörte mich und befreite mich aus aller Not. Der Engel des Herrn lässt sich bei denen nieder, die in Ehrfurcht vor Gott leben, er umgibt sie mit seinem Schutz und rettet sie. Gedanken zum Text Der Countdown läuft! Diese Woche entscheidet sich, ob die Zahlen lang genug so niedrig bleiben, dass endlich auch bei uns Lockerungen möglich werden! Die Menschen atmen auf und die Glaubenden können dem Psalmbeter aus ganzem Herzen zustimmen: „Ich will den Herrn preisen zu aller Zeit, immer soll sein Lob auf meinen Lippen sein.“ Das klingt wie ein Jubelschrei, der die Seele befreit. Denn längst nicht jeder Tag verläuft so, dass uns zum Loben und Preisen zumute ist, auch wenn Corona bald vielleicht doch nicht mehr das Thema Nummer 1 ist. Neue Sorgen, neue Herausforderungen werden nicht lange auf sich warten lassen und mancher kann schon jetzt ein banges Lied davon singen. Der Beter des Psalms teilt diese Erfahrung mit uns. Sein Lobpreis wird deshalb auch nicht immer lautstark zu vernehmen gewesen sein. Aber es war der tiefe, berührende Grundton seines Lebens, den er mit Herz und Sinnen spürte. Auch dann, wenn sein Leben längst nicht so harmonisch verlief, wie er es sich wünschte. Der tiefe Grundton des Gottvertrauens, der mitschwingt, wenn ich mich an den täglichen Kleinigkeiten des Lebens freuen kann – eine liebevoll zubereiteten Essen, der prachtvollen Natur um diese Jahreszeit oder einen lieben Menschen, mit dem ich mich verbunden fühle. Gott zu loben und zu preisen heißt Dankbarkeit lernen. Dankbarkeit für das, was das Leben ermöglicht, erhält und schön macht.Dankbarkeit kann sich auch ganz einfach in stiller Wertschätzung ausdrücken, in Nähe zu denen, die unserer Hilfe und unseres Beistandes bedürfen. Eine Nähe, die nicht viele Worte braucht und die doch gut tut, auffängt und stärkt. Unser Lob und unsere Dankbarkeit können zur Lebenskraft werden für die, die keine Kraft mehr haben. Wenn wir laut und leise den HERRN preisen und loben, bringen wir Wärme und Menschlichkeit in unsere Welt. Vertrauen wir Gott von ganzem Herzen, dann schenkt ER uns den Mut, allem vermeidbaren Leid entgegenzutreten und die Kraft, das unvermeidbare Leid miteinander zu tragen. Diese Gewissheit führt uns auf die Entdeckungsreise ins Leben, in Gottes Leben mit uns. Im Bild des Psalms gesprochen: Der Engel des Herrn lässt sich bei denen nieder, die in Ehrfurcht vor Gott leben, er umgibt sie mit seinem Schutz und rettet sie. F oto: Privat (J. Reichmann) Gedanken zum Bild: Eine Momentaufnahme an einem dunstigen Morgen lädt ein zum Nachdenken. Ist unser Leben nicht oftmals so komplex und unübersichtlich wie das Wirrwarr der Zweige und Blätter im Vordergrund? Es ist uns doch lieber, wenn alles schön übersichtlich, der Reihe nach und wenn es irgend geht auch unseren Wünschen entsprechend wäre im Leben, oder? Ist es aber nicht, sagt die Erfahrung. Und was die weitere Zukunft betrifft, die bleibt sowieso unscharf und im Nebel. Schön, wenn wir im Lauf des Lebens oder manchmal auch in ganz besonderen Momenten ein einzelnes Blatt, eine Begegnung, eine Gabe näher entdecken und klar erkennen. Die Lebenskraft, die darin steckt, können wir als Geschenk dankbar wahrnehmen. Und dann weitet sich unser Blick auf die ganze Pflanze, den ganzen Baum. Bäume haben es uns Menschen schon immer angetan. Nicht von ungefähr gibt es auch in der Heiligen Schrift den Baum des Lebens in der Schöpfungsgeschichte. In der armenischen Kirche wird auch das Kreuz Christi gern als Lebensbaum dargestellt, denn allein ER führt zum Leben. Gebet: HERR, unser Gott, DU Gott des Lebens, wir danken DIR, dass DU mit uns gehst durch das Leben. Hilf uns zu leben nach DEINEM Willen, miteinander und füreinander, behutsam und verlässlich, geborgen in DEINER Liebe. HERR, wir klagen DIR, dass mitten unter uns Menschen DEINES Volkes zur Zielscheibe von Hassgeschrei, Übergriffen und Gewalt werden. Stärke und segne alle Menschen, die sich in unserer Gesellschaft und in der weiten Welt für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, die vermitteln statt zu verurteilen, die Brücken bauen statt Gewalt und Ausgrenzung zu verherrlichen. HERR hilf, dass die bunte Familie DEINER Kirchen und Gemeinden in gegenseitigem Respekt und in Offenheit den Weg in DEINE Zukunft gehen, damit DEIN Lob klar und wahrhaftig erklingt. Leite sie alle in DEINER Wahrheit und gewähre uns DEIN Erbarmen, dass DEIN Reich komme. Amen Beten wir das Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde Dein Name Dein Reich komme Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden Unser tägliches Brot gib uns heute Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. AMEN
  • Andacht zum 1. Sonntag nach Trinitatis, 6.Juni 2021
    Schwierige und anstrengende Monate liegen hinter uns. Die Pandemie und die Einschränkungen zu ihrer Eindämmung bestimmten unser Leben. Gott sei Dank gibt es inzwischen Grund zum vorsichtigen Optimismus. Die Zahl der Neuinfektionen geht auch bei uns zurück. Hält der Silberstreif am Horizont, was er verspricht? Einen (fast) Corona – freien Sommer?Das wäre eine Gnade! Eine Frage sei erlaubt: Was tun die Menschen, wenn sie einer Gefahr entronnen sind, die ihre Gesundheit, ja im schlimmsten Fall ihr Leben bedrohte? Darauf gibt es verschiedene Antworten. Die meisten versuchen wohl, so schnell wie möglich zu vergessen, stürzen sich zurück ins „normale“ Leben, wenn´s denn sein muss, sogar geimpft. Urlaubsreisen und Flüge werden fleißig gebucht, wie die Zeitung berichtet. Hoffentlich geht alles gut und die Menschen kommen erholt und gesund zurück. Abstand gewinnen, neue Kraft schöpfen – das gehört zum Sommer. Zum Sommer in diesem Jahr gehört für mich aber auch ein innerer „Zwischenstopp“, ein innehalten.
  • Andacht zum Sonntag Exaudi (6. Sonntag
    nach Ostern) 16. Mai 2021
    Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich!
  • Andacht zum Sonntag Kantate (4. Sonntag nach Ostern) 2. Mai 2021
    »›Gesegnet sei ER, der König, der im Namen des HERRN kommt!‹ riefen sie. »Frieden bei dem, der im Himmel ist, Ehre dem, der droben in der Höhe wohnt!« Einige Pharisäer aus der Menge erhoben Einspruch. »Meister«, sagten sie zu Jesus, »verbiete es deinen Jüngern, so zu reden!« Doch Jesus gab ihnen zur Antwort: »Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien!« (Neue Genfer Übersetzung)
  • Andacht zum Sonntag Jubilate (3. Sonntag nach Ostern) 25. April 2021
    Liebe Schwestern und Brüder!Jubilate! Jubelt, Lobet ihr Völker unseren Gott! So heißt es im 66. Psalm, der zum 3. Sonntag nach Ostern gebetet wird. Auch sonst ist das Lob Gottes in den Gottesdiensten aller Gemeinden ein wesentlicher Schwerpunkt. Aber wie sieht es damit im täglichen Leben aus? Und gerade jetzt in dieser Krisenzeit?Bei Kurt Tucholsky findet sich der Satz: „Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenn’s ihm gut geht, und eine, wenn’s ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion.“ Oder bildhafter ausgedrückt: „Mit der Kirche (dem Glauben) ist es wie mit der Feuerwehr. Gut zu wissen, dass es sie gibt. Aber noch besser, wenn man sie nicht braucht.“ Wieso also Gott loben, wenn einem im Alltag nicht allzu viel dazu einfällt? Oder ganz im Gegenteil: Viel zu vieles einfällt, was einem schon den Gedanken an das Gotteslob unmöglich zu machen scheint?
  • Andacht für die 3. Woche nach Ostern, 18. bis 24. April 2021
    Ursprünglich schrieb Paulus diese Worte an die Christengemeinde in Rom sehr wahrscheinlich zurzeit des Kaisers Nero, der als brutaler Christenhasser unrühmlich in die Geschichte eingegangen ist. „Überwinden“ – dieses Wort bleibt als erstes im Gedächtnis, wenn wir diesen Satz des Apostels Paulus lesen oder hören. „We shall overcome – wir werden überwinden“ sangen viele Jahrhunderte später die unmenschlich behandelten Sklaven auf den Baumwollplantagen in den Südstaaten der USA. In den 1980er Jahren erlebte dieses geistliche Lied auch in der zu Ende gehenden DDR eine große Beliebtheit in kirchlichen Gruppen. „Überwinden“ – das klang wie himmlische Musik in den Ohren der verfolgten Christen, der geschundenen Sklaven und aller Menschen, die unter ungerechten gesellschaftlichen Verhältnissen oder Staatsregimen zu leiden haben. Die Notlage zu überwinden – das wünschen wir uns auch nach mehr als einem Jahr Pandemie. Ja, es ist tatsächlich eine Notlage. Denn allein in Europa sind schon mehr als eine Million Menschen durch diese Krankheit gestorben. Auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Spätfolgen lassen sich heute noch gar nicht erahnen. Können wir auch für uns heute den Satz des Paulus hören? „In dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat.“
  • Andacht zum Sonntag Misericordias Domini (Sonntag vom guten Hirten) 18. April 2021
    Dieses Wort Jesu hallt uns in den Ohren in unserer Zeit, in der so vieles vorübergehend nicht möglich ist. Die Einschränkungen unserer Lebensmöglichkeiten und gewohnten Freiheiten belasten auf die Dauer alle und einige treiben sie wirtschaftlich bedrohlich in die Enge. Es scheint auch fast kein anderes Gesprächsthema mehr zu geben, weil sich jeder wünscht, die Pandemie möge so bald wie möglich vorbei sein. Da hinein also spricht Jesu Wort: „Alle Dinge sind möglich dem, der glaubt.“
  • Andacht für die 2. Woche nach Ostern, 11. bis 17. April 2021
    Ein kurzer Satz aus einem weitgehend unbekannten biblischen Buch begegnet uns in dieser Woche in den Herrnhuter Losungen. Ein Satz, über den wir stolpern. Zum einen scheint er so gar nicht in unsere gegenwärtige Situation zu passen. Denn ehrlich: Wer findet noch fröhlich, was uns seit über einem Jahr in Atem hält? Da kenne ich niemanden. Und zum anderen hängt dieser kurze Satz quasi in der Luft. Sein Hintergrund fehlt uns völlig und so fällt es uns schwer, ihn für uns zu hören.
  • Andacht für die Karwoche, 28. März bis 3. April 2021
    Höhen und Tiefen gibt es in jedem menschlichen Leben – und oft liegen sie nur ganz kurze Zeit auseinander. Die letzten Lebenstage Jesu sind ein eindrückliches Beispiel dafür: Als der Gesalbte des Höchsten, wie ein König wird ER mit großem Jubel der Massen in Jerusalem empfangen, so schreiben die Evangelien. Palmwedel werden geschwenkt, wie ein Teppich ausgebreitete Obergewänder schützen IHN vor dem Staub des Weges. Höher kann ein Mensch kaum steigen im Ansehen seiner Mitmenschen. Dass die römischen Sicherheitskräfte das Treiben argwöhnisch beobachteten, dürfen wir sicher annehmen. Unmittelbar danach ein Stück Alltag: SEINE Jünger und ER tauchen ein in das Gewimmel der Menschen in der Stadt, die sich auf das größte Fest des Jahres vorbereitet. Plötzlich taucht ER wieder auf, im Tempel, wo ER die gewohnten Abläufe und vor allem das lohnende Geschäft im Vorhof empfindlich stört. Jetzt steht ER endgültig im Fokus der Sicherheitskräfte. Nach außen hin ist noch alles normal, das Festessen am Sederabend wird gebührend vorbereitet. Aber es liegt bereits eine unheilvolle Spannung in der Luft, die sich nur wenige Stunden später Schlag auf Schlag entladen soll:
  • Andacht zum 6. Sonntag der Passionszeit, Palmarum 28. März 2021
    Doch, Jesus, möchten wir IHM aus unserer menschlichen Erfahrung ganz unbedingt widersprechen: Die wussten ganz genau, was sie tun, als sie DICH per Justizmord aus dem Weg räumten. Das machen die nämlich immer so und werden es nie anders machen, die Diktatoren und ihre Helfershelfer dieser Welt: Sie bringen jeden mit Gewalt zum Schweigen, der ihnen nicht in den Kram passt. Der bekommt das Schild „Staatsfeind“ oder „Klassenfeind“ umgehängt oder „Saboteur“ oder „Ungläubiger“, bevor er umgebracht wird. Damit jeder sehen kann, was passiert, wenn…Einschüchtern wollen sie, Angst verbreiten, mit voller Absicht – und meist auch mit vollem Erfolg.