Andachten | Texte

  • Andacht zum 6. Sonntag nach Trinitatis, 11. Juli 2021
    Diese großartige Zusage Gottes spannt sich über das Leben. Sie steht über allem, was uns im Leben begegnet, von der Geburt bis zum Tod, über den Zeiten des Entdeckens, der Freude ebenso wie über den Zeiten des Loslassens und des Schmerzes. „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst;“, spricht der HERR zu einem jeden und einer jeden von uns nicht nur in dieser Zeit, sondern SEINE Zusage reicht über unsere Lebenszeit hinaus.
  • Andacht zum 5. Sonntag nach Trinitatis, 4. Juli 2021
    Beispielhaft, diese Szene: Paulus steht auf dem Marktplatz von Athen, umgeben von kritischen Zuhörern. So verschieden sie sind, in einem Punkt sind sie sich einig: Sie zeigen verhaltenes Interesse an der Botschaft des Paulus. Er soll sagen, woran ein Christ glaubt. Kennen Sie eine vergleichbare Situation? Aus der Öffentlichkeit eines Marktplatzes wohl weniger, aber sicher aus dem privaten Bereich. Meisterhaft beschreibt Lukas als Verfasser der Apostelgeschichte den Verlauf eines solchen Gespräches: Paulus spricht zuerst über Gott und den Glauben mit beeindruckenden Worten. Dann sagt er, was diese Glaubenssätze mit ihm selbst und mit seinen Zuhörern zu tun haben, was sie miteinander verbindet, was sie für sich entdecken können: „Keinem von uns ist Gott fern. Durch ihn leben wir doch, bewegen wir uns und haben unser Dasein.“ Ehrlich: Lukas schildert den Paulus als einen begnadeten Missionar. Denn das Gespräch bricht an dieser Stelle nicht ab, wie sonst immer. Pah, heißt es da in der Regel, wo war denn dein Gott, als meine Oma so lange leiden musste? Sie hat sich wund gebetet, so lange sie konnte! Was hat es ihr gebracht? Wo ist dein Gott?
  • Andacht zum 3. Sonntag nach Trinitatis, 20. Juni 2021
    Text: Galater 6,2 (Wochenspruch) Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Gedanken zum Text: Lasten tragen – was, schon wieder oder immer noch? Haben wir nicht eine lange, belastende Zeit hinter uns? Also, von Lasten will jetzt niemand mehr etwas hören. Jetzt ist Sommer und Corona scheint (hoffentlich!) Pause zu machen! Lebensfreude ist angesagt, ungezwungen das Leben genießen, kurz: endlich wieder frei zu sein. Und außerdem: Was soll ich mit der Last der anderen? Muss nicht jeder für sich selbst sorgen und mit sich selbst fertig werden? Und wenn schon einmal etwas unbedingt für andere zu tun ist, dann wird abgerechnet. Der Einsatz muss etwas bringen. Gott sei Dank denkt nicht jeder so. Sonst würde es bald kein gemeinschaftliches Leben im Ort oder im Land geben. Manche sind auch tatsächlich am Limit mit der Last, die sie zu stemmen haben. Da ist es mehr als verständlich, wenn sie sagen: Noch mehr geht nicht und will ich bitte schön auch nicht! Ja, jeder hat Grenzen und es ist nicht gut, diese nicht erkennen zu wollen. Sonst kommt es zur ungesunden Überlastung. Und spätestens dann geht es gar nicht anders: Wir brauchen einen Mitmenschen, der uns eine Last abnimmt. Das kann eine seelische Last sein, die wir in einem vertrauensvollen Gespräch abgeben können. Oft sind es auch ganz praktische Dinge, die uns im Alltag zur Last geworden sind. „Einer trage des anderen Last…“- das ist kein schwermütiger Satz, der nichts von Freude wissen will. Das ist ein Satz, der Erleichterung verschaffen möchte, indem er uns erinnert: Wir leben in Gemeinschaft, in Beziehungen. So wollte Gott es von Anbeginn. Nur ist das nicht so einfach, Lasten abzugeben, die eigenen Grenzen zu akzeptieren, die ja so schnell als Schwäche gedeutet werden könnten. Und noch viel schlimmer: Den anderen meine Last, meine Schwäche zuzumuten, das empfinden viele fast als ungehörig – zumindest in der älteren Generation. Wie oft höre ich in Trauergesprächen den Satz: „Er oder sie wollte niemandem zur Last fallen“. Es mag Bescheidenheit und auch eine Portion Scham aus diesem Vorsatz sprechen. Aber ist das Leben nicht von Anfang bis Ende ein geben und nehmen? Der Satz geht weiter: „…so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Das Wort „Gesetz“ steht hier als Ausdruck für das verbindliche Gotteswort, für die Weisung des EWIGEN, die zum Leben führt. Sie führt zu einem wirklich tragfähigen Miteinander, in guten, ungezwungenen Zeiten und erst recht in Krisenzeiten. Stadtkirche Pößneck Foto: Privat (J. Reichmann) Gedanken zum Bild: „Einer trage des anderen Last…“- wie oft werden diese Worte gesprochen worden sein in unserer Stadtkirche im Laufe ihrer jahrhundertelangen Geschichte? Und vor allem: Wie oft werden sich hier Menschen versammelt haben, die gebeugt waren unter der Last ihres Lebens? Menschen, die hier dem HERRN ihr Leid klagten von Krieg und Not, von Krankheit und Trauer, von Armut und Verzweiflung. Denn all das war gegenwärtig im Leben der Menschen. So materiell versorgt und oft auch unbesorgt wie wir zu leben, das konnten sie sich nicht vorstellen. Die Kirche ein Rückzugsort, ein Ort der Stärkung und Vergewisserung. So haben wir sie auch erleben dürfen im Jahr der friedlichen Revolution, nach dem Attentat im Gutenberggymnasium und in den Friedensgebeten zur Zeit des Golfkrieges. Da kamen auch viele Außenstehende zu den Andachten und Gottesdiensten, selbst als es in der untergehenden DDR noch einigen Mut kostete. In der heißen Phase der Pandemie haben wir so bald wie möglich die Kirche wieder geöffnet. Zunächst zum stillen Gebet, aber bald darauf zur Andacht und zum Gottesdienst. Der Andrang der Menschen blieb leider aus. Andererseits entstand in der Pandemie auch viel Neues – wie zum Beispiel diese Andachtsreihe. Nur: Ein „Ersatz“ für den gemeinsamen Gottesdienst in den Kirchen und Gemeinden kann und will das Neue nicht sein. Gut ist, wenn es noch mehr Verbindungen knüpft, damit wir das Gesetz Christi erfüllen können. Gebet: HERR, unser Gott, wir danken DIR, dass DU unsere Welt erhellst durch DEINE Liebe, die uns in DEINEM Sohn Jesus Christus begegnet. HERR, wir bitten DICH für uns, dass unsere Augen mehr sehen können als die Schwächen und Fehler der anderen. Schenke uns Demut und Bescheidenheit, auch unsere eigenen Fehler wahrzunehmen und unsere Grenzen zu akzeptieren. HERR, wir wir bitten DICH für alle Menschen, die nur noch das Schlechte sehen können in der Welt und die mit ihren Nachbarn in Unfrieden leben. Öffne ihre Augen für das Schöne und zeige ihnen Wege zur Versöhnung und zum Neuanfang. HERR, wir bitten DICH für alle Kranken: Steh ihnen bei, stärke ihre Lebenskraft und geleite sie durch die Zeit ihres Leidens in DEINE Zukunft. Sei auch bei ihren Angehörigen, schenke ihnen Geduld und Kraft, immer da zu sein, wenn sie gebraucht werden. HERR, wir bitten DICH, für alle Trauernden: Lass auch sie Menschen finden, auf die sie sich verlassen können. Die ihnen nahe sind und helfen, den Schmerz zu tragen und neuen Lebensmut zu finden. HERR, öffne unsere Augen für die Spuren DEINER Liebe in unserer Welt und unserem Leben. Schenke uns DEIN Erbarmen, damit DEIN Reich komme. Amen Beten wir das Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde Dein Name Dein Reich komme Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden Unser tägliches Brot gib uns heute Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. AMEN
  • Andacht zur Woche vom 13. bis 1 9 . Juni 2021
    Von Pfarrer Reichmann Pößneck Schrifttext_Hebräerbrief 10, 35 (Lehrtext für Montag, 14.6.2021) Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Gedanken zum Text Stopp, nicht wegwerfen! Halt an, denkt drüber nach, auch wenn´s nur einen Moment lang ist! Es wird so viel weggeworfen – wir werfen so viel weg – und so viel wertvolles ist noch darunter! In der Zeitung stand: Sogar 50% der Müllverbrennungsasche ist noch wiederverwertbar, weil Metalle usw. in lohnender Menge zu finden sind. Wir werfen weg, was das Zeug hält – längst nicht mehr nur materielle Dinge. „Wendehälse“ gab es nicht nur in der Wendezeit. Menschen also, die ihre Überzeugung wechseln wie andere das Hemd. Hauptsache sie haben das Gefühl, es bringt ihnen etwas. Das ist auch beim Glauben nicht anders. Vor einer Weile wollte eine junge Frau getauft werden, weil sie sich „im Westen“ in einem Kindergarten bewerben wollte – aber ohne dass sie an Gott glauben „müsse“. Nach einem ersten Gespräch im Pfarramt tauchte sie nicht wieder auf. Ebenso wenig wie ein Geflüchteter aus Afghanistan – der wollte auch unbedingt möglichst gleich getauft werden. Er glaube an Gott, wie er sagte. Aber dass wir an Jesus als Gottes Sohn glauben, war ihm dann doch nicht geheuer. Er hatte sich das viel einfacher vorgestellt mit der Taufe und dem Übertritt zum christlichen Glauben. Um einen „Glaubensübertritt“ geht es auch in dem Satz aus dem Hebräerbrief. Genauer gesagt um einen erwünschten, geforderten, erpressten Glaubensübertritt – vom Christentum zum römischen Kaiserkult. Ein enormer Anpassungsdruck lag auf den Christen, dem sicher viele nicht gewachsen waren. Denn wer kann schon auf unabsehbare Dauer Diskriminierung, Verfolgung und Willkür bis zur Todesstrafe aushalten? Wer bricht nicht zusammen, wenn es um Frau, Mann oder Kinder geht? Nein, um ein leichtfertiges Wegwerfen des Vertrauens ging es dem Schreiber des Hebräerbriefes nicht, auch nicht um persönlicher Vorteile einzelner halber.Da ging es ums Ganze: um den Fortbestand der Gemeinden in extrem bedrohlicher Zeit, in der immer mehr keine Zukunft mehr für sich sahen. Deshalb weitet der Verfasser des Briefes den Blick seiner Leser, indem er ihr gegenwärtiges Erleben in den Horizont der Heilsgeschichte Gottes mit SEINEM Volk stellt. Die in Aussicht gestellte Belohnung kann der HERR nur selbst geben – „der Seelen Seligkeit“, wie man früher so treffend sagen konnte. Und dem EWIGEN sei Dank: Auch unser Erleben als einzelne ebenso wie als Gemeinden steht im Horizont SEINER Heilsgeschichte. Darauf können wir von ganzem Herzen vertrauen. Uhr mit Sternzeichen im Inneren der Stadtkirche Pößneck Foto: Privat (J. Reichmann) Gedanken zum Bild: Ich kenne keine zwei Kirchen, die sich völlig gleichen. Jede von ihnen ist in ihrer Gestaltung einmalig und lebt davon, mit wie viel Liebe und Aufwand die Menschen sie schön gemacht haben. Mit sehr viel Liebe und Aufwand und auch enormer Fachkenntnis hat dazu auch einmal ein Uhrmachermeister in der Pößnecker Stadtkirche beigetragen. In einer Zeit, als in den evangelischen Kirchen Land auf Land ab „nach der Uhr“ gepredigt wurde. Der Pfarrer hatte in der Regel eine Sanduhr auf der Kanzel und bestimmte mit ihr die Dauer seiner Predigt. Das schien dem Uhrmachermeister zu schlicht zu sein. Er konstruierte diese große Wanduhr, deren Werk mit dem der Turmuhr gekoppelt ist. Es wäre interessant herauszufinden, ob er damit nicht sogar ein „Alleinstellungsmerkmal“ unserer Stadtkirche geschaffen hat. Einmalig ist auf jeden Fall auch der Schmuckkranz der Uhr mit den „Sternzeichen“, der schwer zu deuten ist. Stehen sie für den Jahreslauf – oder gar für Himmel und Ewigkeit? Das würde nahe liegen. Denn ich bin mir sicher, der Uhrmachermeister wollte mit seinem außergewöhnlichen Werk auch ein Zeichen seines Vertrauens in Gottes Liebe setzen. Gebet: HERR, unser Gott, DU Gott des Lebens, wir danken DIR, dass DU uns spüren lässt: unser Leben geschieht im Horizont DEINER Liebe, die größer ist als unsere Erfahrungen, unser Verstand und unsere Angst. HERR, wir klagen DIR, dass so viele Menschen in unserem reichen Land diesen Horizont weggeworfen haben und sich mit selbst gemachtem Ersatz zufrieden geben. Schenke ihnen die Sehnsucht nach DEINER Liebe. HERR, wir bitten DICH auch um Geduld mit uns. DU wartest auf uns, unsere Antwort auf DEINE Liebe. Wir stehen uns oft selbst im Weg, rechnen gar nicht mit DIR oder lassen uns ganz leicht ablenken. DU lädst uns ein und wir lassen uns bitten. Bewege unsere Herzen und Sinne zu DIR. HERR, hilf uns zu klaren Worten, wenn es um Gerechtigkeit geht, zu einem langen Atem, wenn wir Traurigen beistehen und zu DEINER starken Hoffnung, wenn wir Verzweifelte auffangen, damit DEIN Horizont auch durch unsere schwache Kraft über ihnen aufleuchte. Leite sie alle in DEINER Wahrheit und gewähre uns DEIN Erbarmen, dass DEIN Reich komme. Amen
  • Andacht zum 2. Sonntag nach Trinitatis, 13. Juni 2021
    Paulus schreibt: Das soll also euer Ziel sein: ein Leben, das von der Liebe bestimmt wird. Bemüht euch aber auch um die Fähigkeiten, die uns durch Gottes Geist gegeben werden, und wenn ich das sage, denke ich vor allem an die Gabe des prophetischen Redens. Wenn jemand eine prophetische Botschaft verkündet, richten sich seine Worte an die Menschen; was er sagt, bringt ihnen Hilfe, Ermutigung und Trost.
  • Andacht zur Woche vom 6. Juni 12 . Juni 2021
    Schrifttext_ Psalm 34, 2 + 3 +7 +8 (Auszug aus dem Psalm zur Woche) Ich will den Herrn preisen zu aller Zeit, immer soll sein Lob auf meinen Lippen sein. Aus tiefster Seele will ich den Herrn rühmen. Alle, die ihr Leid geduldig ertragen, werden mich hören und sich freuen. Als es mir schlecht ging, rief ich zum Herrn. Er hörte mich und befreite mich aus aller Not. Der Engel des Herrn lässt sich bei denen nieder, die in Ehrfurcht vor Gott leben, er umgibt sie mit seinem Schutz und rettet sie. Gedanken zum Text Der Countdown läuft! Diese Woche entscheidet sich, ob die Zahlen lang genug so niedrig bleiben, dass endlich auch bei uns Lockerungen möglich werden! Die Menschen atmen auf und die Glaubenden können dem Psalmbeter aus ganzem Herzen zustimmen: „Ich will den Herrn preisen zu aller Zeit, immer soll sein Lob auf meinen Lippen sein.“ Das klingt wie ein Jubelschrei, der die Seele befreit. Denn längst nicht jeder Tag verläuft so, dass uns zum Loben und Preisen zumute ist, auch wenn Corona bald vielleicht doch nicht mehr das Thema Nummer 1 ist. Neue Sorgen, neue Herausforderungen werden nicht lange auf sich warten lassen und mancher kann schon jetzt ein banges Lied davon singen. Der Beter des Psalms teilt diese Erfahrung mit uns. Sein Lobpreis wird deshalb auch nicht immer lautstark zu vernehmen gewesen sein. Aber es war der tiefe, berührende Grundton seines Lebens, den er mit Herz und Sinnen spürte. Auch dann, wenn sein Leben längst nicht so harmonisch verlief, wie er es sich wünschte. Der tiefe Grundton des Gottvertrauens, der mitschwingt, wenn ich mich an den täglichen Kleinigkeiten des Lebens freuen kann – eine liebevoll zubereiteten Essen, der prachtvollen Natur um diese Jahreszeit oder einen lieben Menschen, mit dem ich mich verbunden fühle. Gott zu loben und zu preisen heißt Dankbarkeit lernen. Dankbarkeit für das, was das Leben ermöglicht, erhält und schön macht.Dankbarkeit kann sich auch ganz einfach in stiller Wertschätzung ausdrücken, in Nähe zu denen, die unserer Hilfe und unseres Beistandes bedürfen. Eine Nähe, die nicht viele Worte braucht und die doch gut tut, auffängt und stärkt. Unser Lob und unsere Dankbarkeit können zur Lebenskraft werden für die, die keine Kraft mehr haben. Wenn wir laut und leise den HERRN preisen und loben, bringen wir Wärme und Menschlichkeit in unsere Welt. Vertrauen wir Gott von ganzem Herzen, dann schenkt ER uns den Mut, allem vermeidbaren Leid entgegenzutreten und die Kraft, das unvermeidbare Leid miteinander zu tragen. Diese Gewissheit führt uns auf die Entdeckungsreise ins Leben, in Gottes Leben mit uns. Im Bild des Psalms gesprochen: Der Engel des Herrn lässt sich bei denen nieder, die in Ehrfurcht vor Gott leben, er umgibt sie mit seinem Schutz und rettet sie. F oto: Privat (J. Reichmann) Gedanken zum Bild: Eine Momentaufnahme an einem dunstigen Morgen lädt ein zum Nachdenken. Ist unser Leben nicht oftmals so komplex und unübersichtlich wie das Wirrwarr der Zweige und Blätter im Vordergrund? Es ist uns doch lieber, wenn alles schön übersichtlich, der Reihe nach und wenn es irgend geht auch unseren Wünschen entsprechend wäre im Leben, oder? Ist es aber nicht, sagt die Erfahrung. Und was die weitere Zukunft betrifft, die bleibt sowieso unscharf und im Nebel. Schön, wenn wir im Lauf des Lebens oder manchmal auch in ganz besonderen Momenten ein einzelnes Blatt, eine Begegnung, eine Gabe näher entdecken und klar erkennen. Die Lebenskraft, die darin steckt, können wir als Geschenk dankbar wahrnehmen. Und dann weitet sich unser Blick auf die ganze Pflanze, den ganzen Baum. Bäume haben es uns Menschen schon immer angetan. Nicht von ungefähr gibt es auch in der Heiligen Schrift den Baum des Lebens in der Schöpfungsgeschichte. In der armenischen Kirche wird auch das Kreuz Christi gern als Lebensbaum dargestellt, denn allein ER führt zum Leben. Gebet: HERR, unser Gott, DU Gott des Lebens, wir danken DIR, dass DU mit uns gehst durch das Leben. Hilf uns zu leben nach DEINEM Willen, miteinander und füreinander, behutsam und verlässlich, geborgen in DEINER Liebe. HERR, wir klagen DIR, dass mitten unter uns Menschen DEINES Volkes zur Zielscheibe von Hassgeschrei, Übergriffen und Gewalt werden. Stärke und segne alle Menschen, die sich in unserer Gesellschaft und in der weiten Welt für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, die vermitteln statt zu verurteilen, die Brücken bauen statt Gewalt und Ausgrenzung zu verherrlichen. HERR hilf, dass die bunte Familie DEINER Kirchen und Gemeinden in gegenseitigem Respekt und in Offenheit den Weg in DEINE Zukunft gehen, damit DEIN Lob klar und wahrhaftig erklingt. Leite sie alle in DEINER Wahrheit und gewähre uns DEIN Erbarmen, dass DEIN Reich komme. Amen Beten wir das Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde Dein Name Dein Reich komme Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden Unser tägliches Brot gib uns heute Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. AMEN
  • Andacht zum 1. Sonntag nach Trinitatis, 6.Juni 2021
    Schwierige und anstrengende Monate liegen hinter uns. Die Pandemie und die Einschränkungen zu ihrer Eindämmung bestimmten unser Leben. Gott sei Dank gibt es inzwischen Grund zum vorsichtigen Optimismus. Die Zahl der Neuinfektionen geht auch bei uns zurück. Hält der Silberstreif am Horizont, was er verspricht? Einen (fast) Corona – freien Sommer?Das wäre eine Gnade! Eine Frage sei erlaubt: Was tun die Menschen, wenn sie einer Gefahr entronnen sind, die ihre Gesundheit, ja im schlimmsten Fall ihr Leben bedrohte? Darauf gibt es verschiedene Antworten. Die meisten versuchen wohl, so schnell wie möglich zu vergessen, stürzen sich zurück ins „normale“ Leben, wenn´s denn sein muss, sogar geimpft. Urlaubsreisen und Flüge werden fleißig gebucht, wie die Zeitung berichtet. Hoffentlich geht alles gut und die Menschen kommen erholt und gesund zurück. Abstand gewinnen, neue Kraft schöpfen – das gehört zum Sommer. Zum Sommer in diesem Jahr gehört für mich aber auch ein innerer „Zwischenstopp“, ein innehalten.
  • Andacht zum Sonntag Exaudi (6. Sonntag
    nach Ostern) 16. Mai 2021
    Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich!
  • Andacht zum Sonntag Kantate (4. Sonntag nach Ostern) 2. Mai 2021
    »›Gesegnet sei ER, der König, der im Namen des HERRN kommt!‹ riefen sie. »Frieden bei dem, der im Himmel ist, Ehre dem, der droben in der Höhe wohnt!« Einige Pharisäer aus der Menge erhoben Einspruch. »Meister«, sagten sie zu Jesus, »verbiete es deinen Jüngern, so zu reden!« Doch Jesus gab ihnen zur Antwort: »Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien!« (Neue Genfer Übersetzung)
  • Andacht zum Sonntag Jubilate (3. Sonntag nach Ostern) 25. April 2021
    Liebe Schwestern und Brüder! Jubilate! Jubelt, Lobet ihr Völker unseren Gott! So heißt es im 66. Psalm, der zum 3. Sonntag nach Ostern gebetet wird. Auch sonst ist das Lob Gottes in den Gottesdiensten aller Gemeinden ein wesentlicher Schwerpunkt. Aber wie sieht es damit im täglichen Leben aus? Und gerade jetzt in dieser Krisenzeit? Bei Kurt Tucholsky findet sich der Satz: „Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenn’s ihm gut geht, und eine, wenn’s ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion.“ Oder bildhafter ausgedrückt: „Mit der Kirche (dem Glauben) ist es wie mit der Feuerwehr. Gut zu wissen, dass es sie gibt. Aber noch besser, wenn man sie nicht braucht.“ Wieso also Gott loben, wenn einem im Alltag nicht allzu viel dazu einfällt? Oder ganz im Gegenteil: Viel zu vieles einfällt, was einem schon den Gedanken an das Gotteslob unmöglich zu machen scheint?
  • Andacht für die 3. Woche nach Ostern, 18. bis 24. April 2021
    Ursprünglich schrieb Paulus diese Worte an die Christengemeinde in Rom sehr wahrscheinlich zurzeit des Kaisers Nero, der als brutaler Christenhasser unrühmlich in die Geschichte eingegangen ist. „Überwinden“ – dieses Wort bleibt als erstes im Gedächtnis, wenn wir diesen Satz des Apostels Paulus lesen oder hören. „We shall overcome – wir werden überwinden“ sangen viele Jahrhunderte später die unmenschlich behandelten Sklaven auf den Baumwollplantagen in den Südstaaten der USA. In den 1980er Jahren erlebte dieses geistliche Lied auch in der zu Ende gehenden DDR eine große Beliebtheit in kirchlichen Gruppen. „Überwinden“ – das klang wie himmlische Musik in den Ohren der verfolgten Christen, der geschundenen Sklaven und aller Menschen, die unter ungerechten gesellschaftlichen Verhältnissen oder Staatsregimen zu leiden haben. Die Notlage zu überwinden – das wünschen wir uns auch nach mehr als einem Jahr Pandemie. Ja, es ist tatsächlich eine Notlage. Denn allein in Europa sind schon mehr als eine Million Menschen durch diese Krankheit gestorben. Auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Spätfolgen lassen sich heute noch gar nicht erahnen. Können wir auch für uns heute den Satz des Paulus hören? „In dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat.“
  • Andacht zum Sonntag Misericordias Domini (Sonntag vom guten Hirten) 18. April 2021
    Dieses Wort Jesu hallt uns in den Ohren in unserer Zeit, in der so vieles vorübergehend nicht möglich ist. Die Einschränkungen unserer Lebensmöglichkeiten und gewohnten Freiheiten belasten auf die Dauer alle und einige treiben sie wirtschaftlich bedrohlich in die Enge. Es scheint auch fast kein anderes Gesprächsthema mehr zu geben, weil sich jeder wünscht, die Pandemie möge so bald wie möglich vorbei sein. Da hinein also spricht Jesu Wort: „Alle Dinge sind möglich dem, der glaubt.“
  • Andacht für die 2. Woche nach Ostern, 11. bis 17. April 2021
    Ein kurzer Satz aus einem weitgehend unbekannten biblischen Buch begegnet uns in dieser Woche in den Herrnhuter Losungen. Ein Satz, über den wir stolpern. Zum einen scheint er so gar nicht in unsere gegenwärtige Situation zu passen. Denn ehrlich: Wer findet noch fröhlich, was uns seit über einem Jahr in Atem hält? Da kenne ich niemanden. Und zum anderen hängt dieser kurze Satz quasi in der Luft. Sein Hintergrund fehlt uns völlig und so fällt es uns schwer, ihn für uns zu hören.
  • Andacht für die Karwoche, 28. März bis 3. April 2021
    Höhen und Tiefen gibt es in jedem menschlichen Leben – und oft liegen sie nur ganz kurze Zeit auseinander. Die letzten Lebenstage Jesu sind ein eindrückliches Beispiel dafür: Als der Gesalbte des Höchsten, wie ein König wird ER mit großem Jubel der Massen in Jerusalem empfangen, so schreiben die Evangelien. Palmwedel werden geschwenkt, wie ein Teppich ausgebreitete Obergewänder schützen IHN vor dem Staub des Weges. Höher kann ein Mensch kaum steigen im Ansehen seiner Mitmenschen. Dass die römischen Sicherheitskräfte das Treiben argwöhnisch beobachteten, dürfen wir sicher annehmen. Unmittelbar danach ein Stück Alltag: SEINE Jünger und ER tauchen ein in das Gewimmel der Menschen in der Stadt, die sich auf das größte Fest des Jahres vorbereitet. Plötzlich taucht ER wieder auf, im Tempel, wo ER die gewohnten Abläufe und vor allem das lohnende Geschäft im Vorhof empfindlich stört. Jetzt steht ER endgültig im Fokus der Sicherheitskräfte. Nach außen hin ist noch alles normal, das Festessen am Sederabend wird gebührend vorbereitet. Aber es liegt bereits eine unheilvolle Spannung in der Luft, die sich nur wenige Stunden später Schlag auf Schlag entladen soll:
  • Andacht zum 6. Sonntag der Passionszeit, Palmarum 28. März 2021
    Doch, Jesus, möchten wir IHM aus unserer menschlichen Erfahrung ganz unbedingt widersprechen: Die wussten ganz genau, was sie tun, als sie DICH per Justizmord aus dem Weg räumten. Das machen die nämlich immer so und werden es nie anders machen, die Diktatoren und ihre Helfershelfer dieser Welt: Sie bringen jeden mit Gewalt zum Schweigen, der ihnen nicht in den Kram passt. Der bekommt das Schild „Staatsfeind“ oder „Klassenfeind“ umgehängt oder „Saboteur“ oder „Ungläubiger“, bevor er umgebracht wird. Damit jeder sehen kann, was passiert, wenn…Einschüchtern wollen sie, Angst verbreiten, mit voller Absicht – und meist auch mit vollem Erfolg.
  • Andacht zum 5. Sonntag der Passionszeit, (Iudica), 21. März 2021
    Mit Lösegeld werden Gefangene freigekauft, Übeltäter und Verurteilte. Daraus ergeben sich eine Reihe von Fragen: Wer sind die Verurteilten und wessen werden sie beschuldigt? Wer hat sie angeklagt und in Haft genommen? Das einzige, was fraglos klar ist: Das Lösegeld bezahlt der Menschensohn – aber warum mit SEINEM Leben? Die erste Frage hat eine sehr unangenehme Antwort: Die Verurteilten sind wir. Und gleich die Antwort auf die zweite Frage: Der EWIGE selbst klagt uns an. Und zwar, weil wir immer wieder tun, was wir unbedingt unterlassen sollen und unterlassen, was wir unbedingt tun sollen. Unser Leben ist ein Hin und Her zwischen guten Taten und bösen Gedanken, aus Wertschätzung gegenüber den einen und Schadenfreude gegenüber den anderen. Es ist ein Gemisch aus Liebenswürdigkeit und Selbstsucht. Da kommen wir nicht wirklich raus. Darüber hinaus sind wir auch noch vergesslich – Gott gegenüber. Leben und entscheiden so, als ob es IHN nicht gäbe und wundern uns, was dabei herauskommt: Hass und Gleichgültigkeit statt Verständnis und Liebe in Familien, unter Mitmenschen, ungezählte verpasste Momente zur Versöhnung, Vorurteile und Rechthaberei ohne Ende – kurz: verschwendetes, verfehltes Leben. ER hat also allen Grund, uns haftbar zu machen und unwiderruflich ins Verderben rennen zu lassen.
  • Andacht für die 4. Woche der Passionszeit, 14. – 20. März 2021
    Lukas schrieb die Apostelgeschichte mehrere Generationen nach Ostern. Inzwischen gab es christliche Gemeinden in fast allen Regionen des römischen Reiches. Diese wurden jedoch zunehmend unterdrückt und verfolgt. Viele verloren den Mut, trauten sich nicht mehr, ihren Glauben zu leben. Mit der Apostelgeschichte wollte Lukas den Christen seiner Zeit Mut machen. Er erinnerte sie an die Anfangszeit, in der die Apostel unterwegs waren und trotz aller Widerstände Gemeinden gründeten. „Wir können ´s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“ – Selbst gesehen und gehört, selbst miterlebt hatten sie die Zeit mit Jesus und vor allem das Osterwunder, das ihnen die unglaubliche Energie verlieh, in nur wenigen Jahren Gemeinden im gesamten Mittelmeerraum zu gründen.
  • Andacht zum 4. Sonntag der Passionszeit, 14. März 2021
    Immer wieder diese Frage – der Evangelist Johannes konnte sie wohl schon bald nicht mehr hören: Warum musste Jesus leiden, wenn ER doch Gottes Sohn war, ja sogar Gott in IHM, wie du geschrieben hast am Anfang deines Evangeliums, Johannes? Wenn der EWIGE IHN, den Christus, höchstpersönlich vom Himmel schickt, dann hätte ER das Erlösungswerk doch um einiges eleganter und würdiger gestalten können?! Musste ER unbedingt dabei vor die Hunde gehen? Musste es unbedingt diese schmachvolle Todesfolter am Kreuz sein? Auf diese Art hingerichtet zu werden, war die größtmögliche Erniedrigung eines Menschen im römischen Reich. Und wer einem Gekreuzigten folgte, wer sogar behauptete, dieser sei der Messias, der war in den Augen der Außenstehenden keinen Deut besser. Warum also musste Jesus leiden und sterben?
  • Andacht für die 3. Woche der Passionszeit, 7. – 13. März 2021
    Dieser Vers aus dem 1. Johannesbrief gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Bibelsprüchen für Trauungen. Klingt er doch auch nach Romantik und immerwährender Liebe. Es ist in der Regel nicht leicht zu vermitteln, dass hier allerdings kein Wort von romantisch aufgeladenem Gefühl steht, sondern der Apostel klar und deutlich von der konkreten Nächstenliebe spricht. Er spricht von der Liebe, die unterschiedslos in jedem Menschen den Nächsten sieht, der nicht gleichgültig ist, wie es ihm oder ihr ergeht. Diese Liebe ohne Unterschied, ohne Einschränkung ist die göttliche Liebe des Schöpfers, durch dessen Gnade wir alle leben dürfen.
  • Andacht zum 3. Sonntag der Passionszeit, (Okuli), 7. März 2021, mit Bezug zum Weltgebetstag 5.3. 2021 – Vanuatu
    Jesus spricht: Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der wird einem klugen Mann gleichen, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet.
  • Andacht für Sonntag Reminiscere, 28. Februar 2021, 2. Sonntag der Passionszeit
    Wer Paulus nicht kennt, der fragt sich beim Hören oder Lesen dieser Worte sofort: Was ist das für ein Mensch? Von welchen Umständen spricht er? Die Worte klingen nach Widerstand, nach „jetzt erst recht“ und und nach einem gewaltigen Ego. Paulus, der Held, der cool bleibt, wenn ihn das Leben beutelt. Fakt ist: Immer wieder hat ihm jemand übel mitgespielt, leider nicht nur die Gegner und Verfolger der Christen. Auch unter den eigenen Leuten gab es miese Charaktere, die ihn kaltstellen wollten. So zum Beispiel auch in der Gemeinde in Korinth, an die er mehrere Briefe schrieb. Da wurde er von einigen, die für Macht und Einfluss die gemeinsame Sache verrieten, zum „Buhmann“ gemacht. Erstaunlich, wie es Paulus gelang, mit diesen Erfahrungen umzugehen.
  • Andacht für Sonntag Invocavit, 21. Februar 2021, 1. Sonntag der Passionszeit
    Vor einem Jahr hätte sich wohl kaum jemand vorstellen können, dass die Pandemie auch jetzt noch bestimmend ist für unseren Alltag. Doch es ist wahr: Auch in der Passionszeit 2021 erleben wir weiter Einschränkungen und das Virus ist weiterhin eine Gefahr. Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme sind ebenso in besonderem Maße geboten wie Geduld und Unterstützung für die von der Krise besonders hart Betroffenen – und ebenso auch geistliche Stärkung, die Halt und Orientierung geben kann, weil sie erinnert, dass Jesus gerade auch die schweren und harten Wege unseres Lebens mitgeht. Deshalb möchte ich mit Ihnen an den Sonntagen und in den Wochen der Passionszeit nachdenken über die Stationen SEINES Leidensweges. Den „Kreuzweg“, wie er auch genannt wird, begehen wir in der Regel am Karfreitag in sieben oder auch vierzehn Stationen, zeitlich recht eng gefasst. In diesem besonderen Jahr lade ich Sie ein, sich mehr Zeit zu nehmen und den Gedanken vielleicht noch intensiver nachzuspüren. Wir beginnen mit der ersten Station:
  • Andacht für Sonntag Estomihi, 14. Februar 2021
    Bei dir, Herr, habe ich Zuflucht gefunden. Lass mich nie in Schande geraten! Erweise mir deine Treue und rette mich!
  • Andacht zur Woche vom 7. – 13. Februar 2021
    In welcher Zeit leben wir eigentlich? Diese Frage stellt für gewöhnlich jemand, der nach der Uhrzeit fragt. Aber sie passt auch für das Kirchenjahr. Denn dann hieße die Antwort: Augenblicklich leben wir in einer Zwischenzeit – zwischen Weihnachten und Fastenzeit. Eigentlich haben wir jetzt die Hochsaison für Karnevalisten – außer in diesem Corona – Jahr. Da ist es durch die Pandemie gezwungenermaßen viel stiller in dieser Zeit. Nun sagen viele, dass man Gottes Stimme viel leichter hören kann in der Stille. Wenn nichts ablenkt, wenn niemand dazwischen plärrt, sei ER besser zu verstehen. Das ist in der Regel wohl auch so. Ruhe und Einkehr, Stille und Lauschen gehören zusammen. Es gibt klösterliche Gemeinschaften, die sich das Schweigen und die Stille zur regel gemacht haben und auch zu Schweigewochen einladen. Wer das einmal erlebt hat, ist in der Regel tief beeindruckt.
  • Andacht zum Sonntag Sexagesimae, 7. Februar 2021
    Eine große Volksmenge versammelte sich um Jesus und aus allen Orten strömten die Leute zu IHM. Da erzählte ER ihnen ein Gleichnis: Ein Bauer ging aufs Feld, um seine Saat auszusäen. Während er die Körner auswarf, fiel ein Teil davon auf den Weg. Die Körner wurden zertreten und die Vögel pickten sie auf. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden. Die Körner gingen auf und vertrockneten sofort wieder, weil sie keine Feuchtigkeit hatten. Ein weiterer Teil fiel zwischen die Disteln. Die Disteln gingen mit auf und erstickten die junge Saat. Aber ein anderer Teil fiel auf guten Boden. Die Körner gingen auf und brachten sofort hundertfache Frucht. Dann rief Jesus noch: Wer Ohren zum Hören hat, soll gut zuhören. (Übersetzung Basis Bibel)