• Sommer / Herbst 2021

    Erntedank in den Kirchengemeinden

    Herbstzeit ist Erntezeit – und natürlich auch Zeit zum Danken. Dank, dass auf den Feldern und in den Gärten Früchte gewachsen sind, die wir ernten konnten – dass wir versorgt sind mit Nahrung und Kleidung. Dank auch dafür, dass es Unterstützung, Hilfe, ja auch Bewahrung gab in den zurückliegenden Monaten- dass wir Auskommen und Arbeit oder eine sinnvolle Aufgabe haben.

    Dank für die vielfältigen Wunder der Schöpfung, über die wir staunen. Das alles ist nicht selbstverständlich. Christen danken darum ihrem Schöpfer für alles, was er ihnen immer wieder anvertraut und womit er sie versorgt. Zum Zeichen der Freude über die Fülle und als Dank für seine Gaben in vielerlei Hinsicht, teilen sie mit anderen das Anvertraute – nicht nur Früchte, Blumen oder Geld, nein auch Nähe, Zeit, Kraft, Gaben und Ideen. So entsteht Gemeinschaft untereinander, wächst Hoffnung und Vertrauen, ja vielleicht auch ein wenig mehr Wertschätzung und Achtsamkeit im Blick auf das, was uns umgibt: Mitmenschen, Natur und Ressourcen.

    In den umliegenden Orten wurde in diesen Tagen das Erntedankfest mit Gottesdiensten gefeiert. Mancherorts begeht man es auch zusammen mit dem Kirchweihfest.

    Die Erntedankgaben aus den Gemeinden des KGV Krölpa-Öpitz wurden der Tafel gespendet und kommen damit Menschen zugute, die sich weniger Waren aus dem Supermarkt leisten können. Die Kollekten, die in den Gottesdiensten gesammelt wurden, unterstützen die Aktion „Brot für die Welt“.

    Allen Spender*innen ein ganz großes Dankeschön!

    U. Thalmann


    Erntedankfest Krölpa:


    Erntedankfest in Öpitz:


    Erntedankfest Trannroda:

  • Sommer / Herbst 2021

    Andacht zum 20. Sonntag nach Trinitatis, 1 7. Oktober 2021 – und Gedenktag des Evangelisten Lukas (18. Oktober)

    Text: Lukas 1, 3+4

    Darum hielt auch ich es für richtig, nachdem ich allem bis zu den Anfängen sorgfältig nachgegangen bin, diese Ereignisse für dich, hochverehrter Theophilus, in geordneter Reihenfolge niederzuschreiben, damit du erkennst, wie zuverlässig all das ist, worin du unterrichtet worden bist.

    Gedanken zum Text:

    Wer kennt sie nicht, die einprägsamen Geschichten aus dem Lukasevangelium? Die bekannteste ist sicher die Weihnachtsgeschichte von der Krippe und der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem. Sogar völlig kirchenfremde Menschen haben sie irgendwann einmal mitbekommen und vergessen sie nicht mehr. Auch wer die Bibel kennenlernen möchte, beginnt am besten mit dem Lukasevangelium. Denn sein Verfasser war ein begnadeter Erzähler, sprachgewandt und ausdrucksstark. Mehr wissen wir leider nicht von ihm. Manche meinen, er könne ein Arzt gewesen sein, weil er sehr viele Heilungsgeschichten überliefert. Andere lesen seine einleitenden Worte ins Evangelium so, als sei er eine Art Historiker gewesen. Ein Forscher, mit den geschichtlichen Fakten zum Leben Jesu eine Art Biografie des HERRN geschrieben hätte. Auf den ersten Blick könnte dieser Eindruck tatsächlich entstehen. Denn nur Lukas ordnet die Geburt Jesu zeitlich in die Regierungszeit des römischen Kaisers Augustus ein. Liest man sein Evangelium allerdings genauer, wird bald deutlich: Die historischen Fakten bilden nur den ungefähren Rahmen für die eigentliche Botschaft: Jesus ist der verheißene Messias des Gottesvolkes. ER verkündigt das Reich Gottes und in SEINER Gegenwart wird das Gottesreich heute schon erfahrbar – und zwar für alle Menschen, die IHM vertrauen können, weit über das Volk Israel hinaus. Das bezeugt Lukas dann vor allem in der Fortsetzung seines Evangeliums, der Apostelgeschichte. Auch wenn wir vielleicht längst nicht so begabt sind wie er, will er uns ermutigen, die Jesus – Geschichten auf unsere Art weiter zu erzählen – und damit bei ganz wenigen oder vielleicht auch nur einem Menschen zu beginnen. Lukas widmete sein Evangelium ja zunächst auch seinem Freund Theophilus. Und wenn der Geist Gottes es will, finden sich auch unsere Zuhörer wieder in den Geschichten und können darin Kraft und Mut schöpfen für ihr Leben.

    Gedanken zum Bild:

    Wo ist die Zeit nur hin? – fragte neulich jemand im Rückblick auf dieses Jahr. Das Erntedankfest ist gefeiert, jetzt kommen die eher schwermütigen Sonntage des Kirchenjahres bis hin zum Ewigkeitssonntag. In einer Meditation wird der Lauf des Lebens mit einem Fluss verglichen, der von der Quelle bis zur Mündung in vielen Windungen und über Stromschnellen dahinfließt. Dieses Bild von einem munter plätschernden Bach kann uns daran erinnern. In diesem Fluss suchen wir nach Halt, damit wir nicht untergehen. Der Evangelist Lukas schrieb damals sein Evangelium, um seinem Freund Theophilus eben diesen Halt zu bieten. Denn kaum etwas ist belastender als Unsicherheit und Zweifel, kaum etwas führt schneller in die Irre oder gar in die Verzweiflung. Das Heilmittel gegen die Zweifel ist die Vergewisserung, die zum Vertrauen führt. Das Vertrauen, dass auch unsere Lebensläufe oder -flüsse nicht einfach nur versickern, sondern einmünden in das Meer der Liebe Gottes, um einmal im Bild zu bleiben.

    Gebet:

    HERR unser Gott, wir danken DIR, dass Du uns Wege öffnest, wo wir nur Mauern sehen, dass DU unseren Geist erhellst, wo wir zweifeln und grübeln, dass DEINE Liebe uns auffängt, wenn wir trauern.

    HERR, wir bitten DICH, überwinde unsere Trägheit und unseren Starrsinn, immer so weiter zu machen mit uns, unseren Nächsten und unserer Welt. Hilf, dass wir DEIN Wort mit dem Herzen hören und gib uns ein Herz für DEIN Wort.

    HERR, wir bitten DICH um offene Augen, empfindsame Ohren und erbarmende Hände, dass durch uns das Gute stärker werde in unserer Welt.

    HERR, unser Gott, lass uns zum Frieden finden, den DU verheißt, Frieden zwischen den Menschen, dass die Traurigkeit schwindet und die Freude die Herzen der Menschen höher schlagen lässt.

    Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen

    Beten wir das Vaterunser:

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

  • Sommer / Herbst 2021,  Was feiern wir da eigentlich?

    Was feiern wir da eigentlich? | Teil 6 | am Erntedankfest

    (Erntedank 2020 – Krölpa, Foto: Thalmann, privat)

    Am 1. Sonntag im Oktober feiern wir den Erntedanktag. Unsere Kirchen werden mit verschiedenen Erntedankgaben geschmückt und es ist ein Fest für die Sinne miteinander einen Gottesdienst zum Erntedank zu feiern. In den meisten Kirchengemeinden werden mit den gesammelten Erntedankgaben Einrichtungen oder Tafeln unterstützt. So kommen die Gaben auch noch anderen Menschen zu Gute.

    Der Erntedanktag ist ein Tag, an dem wir uns erinnern, dass es nicht selbstverständlich ist, was wir täglich erleben: dass wir zu Essen und zu Trinken, ein Dach über dem Kopf, eine Arbeit oder Beschäftigung und Kleidung haben. Ein Tag auch an dem wir uns bewusst machen, wie vieles wir nicht aus eigener Kraft bewirken, sondern andere Menschen daran beteiligt sind und es auch Dinge gibt, die wir nicht oder nur wenig beeinflussen können, wie zum Beispiel, dass etwas auf den Feldern wächst, dass es Regen und Sonnenschein gibt. In einem alten Erntedanklied heißt es: „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand: der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und gedeihen drauf. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt, ihm dankt, drum dankt, ihm dankt und hofft auf ihn.“ Wir danken Gott auch für die Gaben und Möglichkeiten, für die Kraft, die Ideen und die Fantasie, die er in uns hineingelegt hat, die wir nutzen in der Arbeit, aber auch in unseren Mußestunden. Danken kommt vom Denken. Wer sich darauf besinnt, wie viel ihm anvertraut ist, wird dankbar. Natürlich kann ich auch dankbar werden, wenn ich über die Vielfalt der Formen, Früchte und Farben staune und mich daran erfreue.

    Mancher fragt sich auch ganz persönlich, was „seine Ernte des Jahres“ ist. Das heißt, sie besinnt sich darauf, was gelungen ist, was er Schönes erlebt hat, was bewerkstelligt wurde oder was jemand geschafft hat und welche Gaben und Möglichkeiten er oder sie dazu bekommen hat. Solcher „Erntedank“ meint nicht, dass ich mir selbst auf die Schulter klopfe, sondern mir auch bewusst werde, was mir (von Gott) anvertraut ist und durch welche Erfahrungen ich wachsen und lernen durfte.

    Dankbarkeit zu empfinden, verändern Menschen, schafft wiederum Freude, Staunen und Glück. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die uns dazu führen können. Eine schöne Blume, der saftige Apfel, die große Kartoffel aus dem Garten, das selbstgemalte Bild des Enkelkindes oder die Erinnerung an ein schönes Erlebnis.

    „Die Theologin Dorothee Sölle (30.09.1929- 27.04.2003) hat es als geistliche Übung bezeichnet, am Tag drei Dinge zu finden, für die sie Gott danken kann. Drei Dinge sind manchmal ganz leicht – an anderen Tagen fällt es sogar schwer, einen einzigen Grund zum Danken zu finden.“ (Quelle: Kirchenjahr evangelisch)

    Vielleicht probieren Sie es einmal aus und entdecken selbst, wie Dankbarkeit Sie selbst und Ihr Leben und Ihren Alltag verändert.

    Einen so gesegneten Erntedank wünscht allen Leser*innen

    Ute Thalmann

  • Sommer / Herbst 2021

    950 Jahre Krölpa – Michaelis Markt – wir waren dabei!

    Das war mal ein tolles Wetter beim diesjährig stattfindenden Michaelis Markt zum 950-jährigen Bestehen von Krölpa!
    Auf und um den Dorfplatz, dem Platz vor der Feuerwehr und den Festplatz fanden sich zahlreiche Menschen ein, um Köstlichkeiten aus der Region zu genießen und Kunsthandwerkliches und Antikes zu kaufen.

    Aber auch der Spaß kam nicht zu kurz. So wurde auf dem Festplatz neben dem kulinarischen einiges an Spiel und Spaß für Familien angeboten und rege genutzt.

    Am Stand des evangelischen Kirchgemeindeverbandes Krölpa-Öpitz neben der Feuerwehr konnte man mit Ehrenamtlichen aus der Gemeinde und der Pastorin ins Gespräch kommen und auch z. B. einen leckeren Eierlikör kosten.

    Für die kleinen wurde am Stand der ev. Kirchgemeinde Kinderschminken angeboten, was auch sehr rege angesteuert wurde.

    Wir bedanken uns vielmals bei allen Mitwirkenden für eine wirklich gelungene Veranstaltung!!

  • Sommer / Herbst 2021,  Was feiern wir da eigentlich?

    Was feiern wir da eigentlich? | Teil 5 | am 29.09. – Michaelistag (Tag des Erzengels Michael und aller Engel)

    wird in evangelischen, aber auch in katholischen Gebieten begangen- mitunter mit einem Gottesdienst am vorhergehenden oder, wenn das Fest auf einen Sonntag fällt, dann an diesem Sonntag. In der Gottesdienstordnung ist die Lesung aus der Offenbarung des Johannes über den Kampf Michaels und seiner Engel mit dem Drachen (Offb.12,7-12a)

    Der Erzengel Michael erschlägt den Drachen (spanische Illustration um 1400; Metropolitan Museum of Art)

     Unknown Spanish (Valencian) Painter – Metropolitan Museum NY

    Erzengel Michael erschlägt einen Drachen mit dem Schwert. Er trägt eine Brigantine, mit Plattenpanzersegmenten an Armen und Beinen, sowie einen Faustschild (spanische Illustration aus dem späten 14. oder frühen 15. Jahrhundert).

    und als Evangeliumslesung Lk.10,17-20 (die Macht der Jünger Jesu über böse Geister) vorgesehen. Für katholische Christen ist er als Fest der Erzengel Michael, Gabriel und Rafael, in dessen Zentrum thematisch der Kampf der Engel gegen die Macht des Bösen und die Schutzfunktion der Engel stehen, bekannt.

    Die christliche Überlieferung zählen Michael („Wer ist wie Gott“), Gabriel („Gott ist stark“) und Rafael („Gott hat geheilt“) zu einer besonders hervorgehobenen Gruppe der Boten Gottes (Erzengel). Angelus (lat. Bote, Gesandter) erinnert an den Auftrag – eine Botschaft von Gott weiterzusagen. Sie treten an wichtigen Stellen in der biblischen Überlieferung auf (Ansage der Geburt Christi – Lk.1,31ff, Lk.22,39ff – Jesus im Garten Getsemani u.a.).

    Engel sind nicht die niedlichen Wesen, wie sie in barocker Zeit und Kunst ihre Prägung fanden und mit denen sie landläufig verbunden werden, sondern eher Boten von Gott, die mitunter unsichtbar, aber dennoch wirksam Menschen vom falschen Weg abbringen wollen und einen Zugang zu Gott, sei es durch ein Wort, eine Anfrage oder auch Wirkung, schaffen wollen.

    Schutzengel haben auch in dieser Zeit Hochkonjunktur. Mancher versteht sie als Talisman, den man einem vertrauten mit auf den Weg gibt. So gibt es sie als ganz unterschiedliche Formen: Figuren, Schlüsselanhänger, Ketten o. ä. . Im Grunde wollen sie an Gottes (zugesagte) Nähe erinnern, wirken aber nicht aus sich selbst.

    Mitunter sehen Menschen in anderen „Engel“, allerdings ohne Flügel. Wenn diese zur rechten Zeit da sind und Unterstützung oder ein offenes Ohr bieten, wenn sie zu Hoffnungsbote werden und Mut machen können zum Leben.

    Der Dichter Rolf Otto Wiemer hat dies eindrucksvoll in Verse gesetzt:

    Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
    die Engel.
    Sie gehen leise, sie müssen nicht schrein,
    oft sind sie alt und hässlich und klein,
    die Engel.

    Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand,
    die Engel.
    Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
    oder er wohnt neben dir, Wand an Wand,
    der Engel.

    Dem Hungernden hat er das Brot gebracht,
    der Engel.
    Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
    und er hört, wenn du ihn rufst, in der Nacht,
    der Engel.

    Er steht im Weg und er sagt: Nein,
    der Engel.
    Groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein
    es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
    die Engel.

    U. Thalmann

    (Quellen: Karl-Heinrich Brieritz- Das Kirchenjahr. Feste , Gedenk- und Feiertage in Geschichte und Gegenwart, 2. Aufl.1988 ,www.brauchtumsseiten.de – Michaelistag, wikipedia)

  • Sommer / Herbst 2021

    Andacht zum 17. Sonntag nach Trinitatis, 26. September 2021

    Text: Epheserbrief 1, 18 (Lehrtext der Herrnhuter Losungen für den Sonntag)

    Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von IHM berufen seid.

    Gedanken zum Text:

    Viele Worte der Bibel strahlen von innen heraus, schenken Licht und Zuversicht. Sie verschaffen uns eine andere Perspektive auf uns selbst, unsere Mitmenschen und unser Leben und erweitern damit unseren Horizont. Dieser Vers aus dem Brief eines unbekannten Apostels an die Gemeinde in Ephesus gehört ohne Zweifel dazu. Er macht uns Mut, „mit dem Herzen zu sehen“, zugewandt und verständnisvoll auf uns, unsere Mitmenschen und unsere Welt zu schauen. Das ist ganz bestimmt eine gute Idee, das Leben entspannter und gelassener zu meistern gerade in dieser Zeit. Doch der Apostel weiß, dass wir damit nicht sehr weit kommen, wenn wir es nur aus eigener Kraft versuchen. Denn sehr schnell bringt uns so manches und so mancher an die Grenzen unseres Verständnisses. Ganz davon zu schweigen, dass wir längst nicht allen offen und zugewandt begegnen – nicht zuletzt, weil uns unsere eigenen Vorurteile oft genug im Wege stehen. Deshalb sind die Worte des Apostels keine Aufforderung an uns, sondern eine Bitte an Gott. ER möge „die Augen unseres Herzens“ erleuchten. Ja, SEIN Geist muss unsere Herzensaugen erleuchten, damit es mehr sehen kann als die eigenen Sorgen und Bedürfnisse. Oder dass es nicht gleichgültig und abgestumpft vor sich hin pocht. Dann ist es nicht mehr weit und die Augen des Herzens erblinden und es bleibt nichts als Bitterkeit und Finsternis. Der gute Geist Gottes kann uns davor beschützen, wenn ER die Augen des Herzens erleuchtet. Erleuchtete Augen sehen klar, können erkennen, worauf es wirklich ankommt, lassen sich nicht mehr ablenken und können sogar wahrnehmen, was dem flüchtigen Blick verborgen bleibt: Dass jeder, der Gott vertraut, sich keine bohrenden Fragen zum Sinn seines Lebens zu stellen braucht. Denn den Sinn hat der HERR schon geschenkt. Der Apostel spricht noch deutlicher von „Berufung“, von unserem Auftrag: Nämlich als Christen Hoffnungsboten zu sein in dieser Welt und in unserer Zeit mit unseren Möglichkeiten und Grenzen. Jede und jeder auf ganz eigene Art, laut und leise, sich gegenseitig ergänzend zu einem großen Chor zum Lobe Gottes und zum Wohle der Menschen.

    Gedanken zum Bild:

    Es müssen nicht immer die großen Worte sein, die lauten Töne, die das Lob des EWIGEN anstimmen. Sicher, die sind meist sehr eindrucksvoll und gehören unbedingt dazu. Eine festlich geschmückte Kirche zur Konfirmation wie am Sonntag in Pößneck oder an den kommenden Sonntagen zu den Erntedankfesten in den Kirchen der Region möchte keiner missen. Aber viel öfter sind die Worte des Gotteslobs kurz und der Ton wird zum Flüstern, wenn der Alltag zu bestehen ist oder sich die Sorgen häufen. Und dennoch ist das Gotteslob für manche gerade in seiner leisen Form viel eindrücklicher, weil persönlicher. Es kann nicht immer der prachtvolle Blumenstrauß sein, oft genug ist es die kleine Blüte in ihrer Schönheit – und die doch von der Hoffnung spricht, dass der Schöpfer uns die Freude am Leben schenkt.

    Gebet:

    HERR unser Gott, wir danken DIR, dass DU mit uns gehst, wenn wir unsere Tage gestalten. DU sprichst uns an mit DEINEM guten Wort, das uns DEINE Liebe erkennen lässt für uns und unsere Welt.

    HERR, wir bitten DICH, hilf uns zu hören, zu folgen und Zeichen DEINES Wirkens zu werden mit klaren Worten und warmem Herzen, mit verständnisvollem Reden und hilfsbereiten Händen.

    HERR, wir bitten DICH für DEINE Kirche in ihren verschiedenen Gemeinden, die DEIN Wort hörbar macht in dieser Welt. Bewahre sie in DEINER Gnade der Klarheit und Treue, des geschwisterlichen Umgangs miteinander und der gegenseitigen Anerkennung und Anteilnahme.

    HERR, wir bitten DICH für alle Menschen, die unsicher geworden sind und ängstlich in dieser Zeit der Herausforderung und die sich fürchten vor der Zukunft. Stelle ihnen Menschen zur Seite, die Hoffnung und Zuversicht schenken können.

    Sei bei allen, die in unserem Land Verantwortung übernehmen in Politik und Verwaltung und geleite sie in ihren Entscheidungen in DEINEM Geist.

    HERR, unser Gott, achte auf unser Gebet und hilf, dass wir auf DEIN Wort hören, das uns stärkt, zu trösten, Hoffnung zu schenken und Zuversicht und die Kraft, mitzubauen an DEINEM Reich.

    Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen

    Beten wir das Vaterunser:

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

  • Sommer / Herbst 2021

    “Gut behütet” Familiengottesdienst zum Schuljahresbeginn 2021!

    Auch in diesem Jahr fand am 05.09.2021 in der ev. Kirche Peter und Paul in Krölpa ein spannender Familiengottesdienst zum Schuljahresanfang statt.

    In einem spannenden Mitmachtspiel konnten die Kinder und auch einige Erwachsene miterleben welcher Hut wen und wie behütet und am eigenen Körper erleben welche Aufgabe ein Hut hat und wie der ein oder andere Hut schützen kann.

    Durch ein kurzes „Theaterstück“ lernten wir den Hut Jim aus Texas kennen und hörten ihn von seinen Erlebnissen als Cowboyhut erzählen.

    Wo stammt eigentlich der Begriff Hut her und was bedeutet Hut eigentlich? Die Antwort und was das Ganze mit Behüten und von Gott behütet zu sein, zu tun hat, konnten alle in einer kindgerechten Predigt mit erleben!

    Zum Abschluß dieses erlebnisreichen Gottesdienstes segnete Pastorin Thalmann und auch die ganze Gemeinde die ABC Schützen und die Kinder, die nun ein neues Schuljahr beginnen und wünschten ihnen alles Gute für das neue Schuljahr!

    Als Mutmacher für das neue Schuljahr gab es noch ein Armband und eine kleine Zuckertüte!



    Wir wünschen auf diesem Weg allen Schulanfängern: Gottes Segen für das neue Schuljahr, bleibt stets behütet!

  • Sommer / Herbst 2021

    Gedanken zum Monatsspruch September 2021

    Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig, ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt`s in einen löchrigen Beutel.“ (Haggai 1,6)

    Kontrastprogramm zu dem, was uns vor Augen ist, wenn wir bald in unseren Gemeinden Erntedank feiern, zu dem, was das Foto eingefangen hat. Beim genauen Lesen und Hinhören merken wir: Da stimmt doch etwas nicht! Viel Einsatz bringt wenig Frucht, Menschen essen und werden nicht satt, sie trinken und bleiben durstig, es gibt einen Überfluss an Kleidung, aber Menschen spüren dennoch Kälte und das Geld zerrinnt zwischen den Fingern.

    Vor 2500 Jahren kamen Israeliten aus dem Exil aus Babylon in ihre Heimat und nach Jerusalem zurück. Der Tempel, ja die ganze Stadt – lagen in Schutt und Asche. Zudem war eine Dürre vorausgegangen, nichts war gewachsen. Menschen hungerten, sie hatten nicht genügend Wohnraum, eine Teuerung war übers Land gekommen. Viele hatten sich auf das eigene besonnen – das eigene Häuschen zu bauen, sich recht und schlecht einzurichten. In solche Situation geht das Wort des Propheten: Baut Gottes Haus – den Tempel- wieder auf! Sucht seine Nähe, hört auf sein Wort! Nicht bei allen stieß es auf offene Ohren. Die Not war groß – wieso dann den Tempel bauen- das war ein teures Unterfangen- wichtig war es doch – zuerst für das eigene Auskommen zu sorgen!

    Auch wenn wir heute in unserem Land keine Not leiden, wie zur Zeit des Propheten Haggai, so scheint doch manchen das Gefühl der Vergeblichkeit umzutreiben. Menschen leisten viel, denn es wird viel von ihnen abverlangt, aber der Ertrag scheint in keinem Verhältnis dazu zu stehen. Es gibt in unserem Land genug zu essen und zu trinken, aber der Überfluss macht nicht satt. Menschen haben „Hunger“ nach anderem, Menschen haben Sehnsucht, und nicht nur in Coronazeiten. Und obgleich wir uns mindestens vier Mal im Jahr nach neuen Moden kleiden könnten, besteht Kälte – Kälte zwischen Menschen, vor der auch der noch so teure Mantel nicht schützen kann.

    Was würde der Prophet den Menschen von heute raten? „Besinnt euch auf andere Werte – auf ein menschliches Miteinander, auf Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.“ Für andere klingt vielleicht seine Stimme ganz ähnlich wie damals: „Sucht Gottes Nähe, gebt ihm Raum in euch, lest in der Bibel, hört auf sein Wort!“ Oder „Nehmt ihn ernst für euer Leben und verlasst euch nicht nur auf eure eigenen Möglichkeiten, verfolgt nicht nur eure eigenen Ziele!“ „Nehmt wahr, was er euch anvertraut, welche neuen Wege er euch weist- und verfolgt sie mit Mut!“

    Dann trägt euer Einsatz Frucht, dann macht euer Tun Sinn, nicht nur für euch, sondern für alle und alles. Das schenkt Wärme, gibt Geborgenheit und lässt dankbar werden auch für die kleinen Dinge, die uns heute mitunter so selbstverständlich daherkommen, wie beispielsweise die Erntedankgaben auf unserem Foto.

    Ute Thalmann, Pastorin

  • Sommer / Herbst 2021,  Was feiern wir da eigentlich?

    Was feiern wir da eigentlich? | Teil 5 | am 24. Juni – Johannistag

    Schon an Weihnachtsvorbereitungen gedacht? Der Johannistag teilt das Jahr- er liegt genau ein halbes Jahr vor dem Weihnachtsfest (Christi Geburt). Dieser Tag erinnert an Johannes den Täufer, dem Vorläufer und Verwandten von Jesus, einer schillernden und streitbaren Persönlichkeit. In der Bibel (Lukas 1,5-23/ Lk.1, 57-80) wird dem Vater von Johannes, Zacharias, die Geburt eines Kindes angekündigt. Er ist daraufhin sprachlos, denn es wird erzählt, dass beide Eltern schon älter sind. Er schreibt daraufhin den Namen des Kindes auf eine Tafel: „Er heißt Johannes.“ Als er seine Sprache zurückerhält stimmt er einen Lobgesang auf den Gott Israels und den kommenden Erlöser an (Benedictus). Nach Lukas 1, 36a ist Elisabeth, seine Frau, bereits im 6. Monat schwanger, als Maria die Geburt eines Kindes angekündigt wird. Deshalb legt man den Termin der Geburt des Johannes auf den 24.06. .

    Vermutlich begann Johannes um das Jahr 27/28 n. Chr. in der Wüste am Jordan zu predigen, die Menschen zur Umkehr aufzufordern. Er sagte das kommende Gericht an. Diejenigen, die in ihrem Leben die Umkehr praktizieren wollen, taufte er im Jordan. Auch Jesus wurde von ihm getauft. Johannes fiel durch seine asketische Lebenshaltung auf, trug nur einfache Kleidung und ernährte sich sehr spartanisch. Er sammelte Schüler / Jünger um sich, aus denen die späteren Jünger Jesu hervorgegangen sind. Manche Forscher sahen ihn in enger Verbindung zu den Essenern, einer klosterähnlichen Gemeinschaft, die am Rande des Toten Meeres damals lebte. Johannes kritisierte den Lebenswandel der Mächtigen, wie Herodes Antipas, der ihn später gefangen nehmen und töten ließ. Er wies mit seiner Botschaft auf den kommenden Christus hin, in dessen Schatten er immer mehr trat. „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Joh.3,30)

    (Quelle Bild: Joachim Schäfer –www.heiligenlexikon.de Ökumenisches Heiligenlexikon/Dietrich Bouts der Jüngere: Johannes in der Landschaft, um 1470, in der Alten Pinakothek in München)

    Der Tag (oder der Sonntag vor bzw. nach dem 24.06.) wird vielfach mit Johannisandachten auf den Friedhöfen begangen. Dabei wird in manchen Gegenden der Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht. Der Johannistag ist ein Wendepunkt: er erinnert auf seine Weise an das Loslassen, was sich im Laufe des Lebens und auch des Jahres (die erste Jahreshälfte ist bereits überschritten) einstellt. Hinzu kommen die Wahrnehmung und Erinnerung daran, dass mit fortschreitendem Alter, wenn die Kräfte nachlassen, beim Menschen die Auseinandersetzung mit dem Glauben und inneren Werten zunimmt (Christus soll in mir wachsen). So lädt er ein, dem nachzusinnen, was dran ist und „in der Luft liegt“, die nächsten Schritte zu bedenken und Veränderungen ins Auge zu fassen. Als volkstümlicher Brauch gehört zu diesem Tag das Johannisfeuer, das mancherorts auf den Höhen der Berge entzündet wird. Es weist auf das Kommen des Lichtes – auf die Geburt von Jesus Christus hin. Ursprünglich standen sie wohl in enger Beziehung zu den Sonnenwendfeiern.

    Quellen: Karl- Heinrich Bieritz – Das Kirchenjahr/ Kirchenjahr evangelisch)

    U. Thalmann