• Sommer / Herbst 2021

    Andacht zum letzten Sonntag im Kirchenjahr, 21. November 2021 (Ewigkeitssonntag)

    Text: Offenbarung des Johannes 21.6

    Jesus Christus: Ich werde dem Durstigen geben aus der Quelle des Wassers des Lebens umsonst.

    Gedanken zum Text:

    Mit dem Ewigkeitssonntag geht das Kirchenjahr zu Ende. Wir legen es zurück in Gottes Hand, gedenken aller Abschiede dieses Jahres und bitten um Gottes Nähe in der Gegenwart und Zukunft. Denn so schwierig wie in der Gegenwart war unser Leben über Generationen nicht mehr. Immer noch kein Ende der Pandemie in Sicht, eher das Gegenteil ist der Fall. Die Zahlen explodieren, die Krankenhäuser sind überlastet. „Corona – Tote“ ist ein Wort, dessen erschreckende Dimension wir noch nicht einmal im eigenen Land ermessen können, geschweige denn weltweit. Als ob das nicht schon noch kaum zu ertragen wäre, kommen dazu noch die Krisengewinnler, die gnadenlos an den Preisschrauben drehen, um ihren Reichtum ins Unermessliche zu steigern. Niemand scheint ihnen Einhalt gebieten zu können. Solch einen Druck, solch eine Last hält die Seele nur aus, wenn sie Kraft schöpfen kann, wen sie eine Quelle findet, die sie vor dem Vertrocknen bewahrt, vor dem rücksichtslosen Eigensinn und der Hartherzigkeit. Zugang zu dieser Quelle meinen viele auf dem Weg zu sich selbst zu bekommen, aus eigener Kraft. Mag sein, dass dieser Weg bis nahe heran führen kann – weiter aber nicht. Denn kein Mensch dieser Erde kann sich einfach so Wasser aus der Quelle des Lebens schöpfen, auch wenn das zahlreiche „Life – Coaches“ oder wie auch immer sie sich nennen, forsch behaupten. Das kann nur Gott selber tun. Ihm sei Dank, dass das so ist. Denn so kann jede lebensdurstige Seele zu IHM kommen, ohne Eintrittsgeld oder Kurskosten. Für jeden traurigen, geplagten, verstörten und verbitterten Menschen steht ER bereit, um großzügig vom Wasser des Lebens zu schöpfen. Das Wasser, das Mut und Kraft schenkt, um den Alltag zu bestehen und die Hoffnung zu bewahren. Gerade auch dann, wenn Menschen die Zeit der Trauer durchleben müssen.

    Foto: Privat (J.Reichmann)

    Gedanken zum Bild:

    Auf dem Oberen Friedhof in Pößneck befinden sich zahlreiche beeindruckende Gruften aus der industriellen Blüte der Stadt in der „Gründerzeit“ am Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts. Eher bescheiden nimmt sich dabei diese sehr geschmackvoll gestaltete Grabanlage aus. Eine zarte Frauenfigur aus weißem Marmor kauert mit gefalteten Händen vor einer große, schwarz glänzenden Fläche. Ihr Blick ist vom Betrachter abgewandt und verliert sich irgendwo im Dunkel des Hintergrunds. Poetischer lässt sich die Trauer kaum ausdrücken: Keine Kraft zu stehen oder den Blick zu heben, dem ausgesetzt, was da gerade geschieht, die Gedanken oft rückwärts gewandt in die Zeit, als alles noch gut war, nichts als die Vergänglichkeit vor Augen. Wirklich nichts? Da ist doch das Kreuz, das sich klar vom Dunkel abhebt, in der lebendigsten und wärmsten Farbe des ganzen Grabmals. Aber die Trauer schaut nicht direkt hin. Sie braucht Zeit. Nur wenn sie versucht, den Kopf wieder zu heben, kann sie das Kreuz ganz sehen und die Hoffnung spüren, die von ihm ausgeht. Denn das Kreuz ist leer, der HERR ist auferstanden und öffnet uns den Weg zum ewigen Leben. Das heißt: Ganz leer ist das Kreuz auf diesem Grabmal nicht. Wer genau hinschaut, kann ganz oben eine bronzene Lutherrose entdecken. Damit drückt die Familie ihr Bekenntnis aus, die die Anlage errichten ließ. So ändern sich die Zeiten. Heute ist es schon ein Bekenntnis, wenn auf einem Grabstein ein Kreuz zu sehen ist. Konfessionelle Unterschiede sind kaum noch auszumachen. Das ist aus meiner Sicht aber kein Verlust, eher das Gegenteil: Denn das vielstimmige Bekenntnis zum auferstandenen HERRN vereint uns Christen. Ist es doch die einzige Hoffnung, die stärker ist als der Tod.

    Gebet:

    HERR unser Gott, wir danken DIR, dass DU uns die Hoffnung auf DEINE Zukunft schenkst, die geborgen ist in den weiten Gedanken DEINER Liebe.

    HERR, unser Gott, wir bitten DICH, nimm uns die Angst, die engherzigen Sorgen, das Misstrauen und die Unruhe, die uns bedrängen in dieser Zeit und in dieser unserer Welt.

    HERR, unser Gott, wir bitten DICH um Zuversicht und Geduld und um weite Herzen. Vollende, was wir nur schwach vermögen, Frieden und Gerechtigkeit zuerst und bewahre unsere Welt vor unserem Leichtsinn.

    HERR, wir bitten DICH besonders für die Verbitterten, für die Lieblosen und Hartherzigen und für die Gleichgültigen. Tritt ein mit DEINER Liebe in ihre Häuser, erwärme ihre Herzen.

    HERR, unser Gott, stärke DU unser Vertrauen, dass unser Leben ein Ziel hat in DEINER Ewigkeit. Zeig denen, die an ein Ende kommen, DEIN neues Licht. Reiche den Sterbenden die Hand und bereite ihnen den Weg zu DIR.

    HERR, unser Gott, für uns erbitten wir DEINE Gnade und heute auch ganz besonders für alle, die Trauer tragen, dass DEINE Gemeinden und Kirchen ihnen beistehen und sie begleiten.

    Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen

    Beten wir das Vaterunser:

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

  • Sommer / Herbst 2021,  Was feiern wir da eigentlich?

    Was feiern wir da eigentlich? | Teil 7 | an Buß und Bettag

    Mitten im grauen November begehen evangelische Christen einen Feiertag, an dem es weniger um Feier und Geselligkeit, viel mehr um Innerlichkeit und Besinnung geht, den Buss- und Bettag (Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, dem Ewigkeitssonntag/ Totensonntag – seit 1893). Nur in einem Bundesland, nämlich Sachsen ist dieser Tag noch ein gesetzlicher Feiertag und damit arbeitsfreier Tag. In den anderen Bundesländern wurde er 1995 mit der Einführung der Pflegeversicherung als Pflichtversicherung – 14 Jahre nach seiner Wiedereinführung abgeschafft. Dieser Tag wurde ursprünglich nicht von der Kirche „erfunden“, sondern bestimmte „Busstage“ gab es bereits in der Antike. In Krisen- und Notzeiten sollten mit einer Sühne die Götter gnädig gestimmt werden.

    Trotz der Kritik Martin Luthers an Fasten- und Busstagen sind in der Reformationszeit an manchen Orten monatliche Buss- und Bettage in den Kirchenordnungen überliefert. Oft wurden sie aus aktuellem Anlass durchgeführt (Türkengefahr, Bedrängnis im Dreißigjährigen Krieg, in anderen Notzeiten). 1532 ordnete der Kaiser Karl V. in Straßburg den ersten Buss- und Bettag an. Buss- und Bettage hatten ursprünglich öffentlichen Charakter. Die Bevölkerung wurde angesichts von Gefahr und Not zu Buße und Gebet aufgerufen. Dieser Charakter ging mit der Zeit verloren und machte ein auf dem einzelnen bezogenen Verständnis von Buße Platz. Hintergrund dafür war die Individualisierung der Religion und des Glaubens. Heute wird der Buss- und Bettag auch zu ökumenischen Bittgottesdiensten für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung genutzt.

    Buße im Christentum beschreibt das „Bemühen um Wiederherstellung eines durch menschliches Vergehen gestörten Verhältnisses zwischen Gott und den Menschen“. Jesus Christus gilt als „Sühnopfer“ für Erbsünde und die Sünden der Menschen. Buße (Umkehr, Umorientierung, Wiedergutmachung) scheint heute relativ veraltet zu sein.

    Buße setzt voraus, dass ich anerkenne, dass ich Fehler mache. Katholische Christen gehen zur Beichte. Sie ist ein Sakrament. Mit dem Pfarrer wird dabei über die erkannten Fehler gesprochen und darum gebetet, dass Gott sie verzeiht. Voraussetzung ist allerdings, dass dem, der sich dazu bekennt auch die Fehler leidtun und er sie auch nicht nochmals tun würde. Für evangelische Christen gibt es Beichte in Form von seelsorgerlichen Gesprächen, aber auch als persönliches Schuldbekenntnis und Bitte um Gottes Vergebung.

    Insofern ist Buße Abkehr von Sünde und Zuwendung zum vergebenden, gnädigen Gott, der Menschen immer wieder die Chance gibt, neu anzufangen, auch wenn sie versagt haben. Sie gehört zum Leben eines Christen hinzu und zeigt sich in der Besinnung und im Gebet. Zum Nachdenken über die eigenen Fehler dienen z.B. die Zehn Gebote.

    „Der Buss- und Bettag erinnert daran, dass ich jeden Tag umkehren kann, gibt aber auch der Gesellschaft Gelegenheit, inne zu halten, den eigeschlagenen Kurs zu überprüfen und wenn nötig, zu korrigieren.“ Es gehört Mut dazu, sich den eigenen Fehlern und Schattenseiten zu stellen, sie nicht zu verleugnen, sondern sie anzuerkennen und auch anzunehmen. Der Buss- und Bettag schafft so ganz neue Einblicke und Ausblicke in das Leben des Einzelnen und der Gemeinschaft und hilft zur Veränderung und Entwicklung.

    (Foto: Ute Thalmann, privat)

    Umkehr durch Liebe

    Zu einem Rabbi kam einmal eine Mutter und klagte, dass ihr Sohn sich vom jüdischen Glauben losgesagt habe. Das ist für jüdische Eltern das Schlimmste, was sie sich vorstellen können. Die Mutter sagte dem Rabbi, ihr Mann und sie hätten alles versucht. Sie hätten dem Sohn gedroht, sie hätten ihn geschlagen, sie hätten den Sohn enterbt, sie wüssten nicht mehr, was sie noch tun sollten, um ihren Sohn zur Umkehr zu bringen.

    Was sie denn noch tun könnten. Der Rabbi schwieg lange. Dann sagte er zu der Mutter: Liebet ihn mehr denn je.

    (Verfasser unbekannt)

    Für den Artikel: Ute Thalmann

    (Quellen: Kirchenjahr evangelisch, Besinnung am Morgen, K.H. Bieritz – Das Kirchenjahr, Anselm Grün-. Die Beichte, www.katholisch.de, www.luther2017.de)

  • Sommer / Herbst 2021

    2021 | 950 Jahre Krölpa, Hütten und Friedebach (Teil 2)

    Aus der Geschichte der Ortskirchen

    Die Parochie von Krölpa (umliegende und zu versorgende Dörfer mit Kirchen und Kapellen) wurde 1126 dem Kloster vom Papst Honorius II (1124-1130) bestätigt. Bereits 1074 war die Benediktiner- Abtei St. Peter und Paul in Saalfeld, nach dem Tod der polnischen Königin Richeza (1063) und der Übernahme der Ländereien durch den neuen Erzbischof Anno II (1056-1075), Erzbischof von Köln, der das Amt des Bruder von Richeza (Hermann II, Erzbischof von Köln, 1036-1056) weiterführte, mit Ländereien aus dem Besitz Richezas ausgestattet worden.

    1199 erhielt der Landgraf Hermann I. von Thüringen Saalfeld, dem Reichsgut Orla und die Burg Ranis (Castrum Ranis) als Lehen. Während dieser Zeit unterstanden die Dörfer in ihren Obliegenheiten dem Erzbistum Köln.

    1208 verpfändete der neue König Otto IV. Die Saalfelder Besitzungen an die Grafen Heinrich und Günther von Schwarzburg.1290 wurden Albrecht und Heinrich von Brandenstein Untervögte des Günther von Schwarzburg.

    Es folgen Jahrhunderte, die geprägt sind vom Wechsel der Herrschaft, Streitigkeiten und kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den jeweiligen Herrschaften. Die Verhältnisse und auch die Verpflichtungen der Untertanen und derer, die im Bereich lebten, mussten stets neu geordnet werden.

    1342 bis 1346 gab es Krieg zwischen den Thüringer Grafen („Thüringer Grafenkrieg“). Friedrich der Ernsthafte zwang im Weißenfelser Friedensvertrag die Schwarzburger zum Frieden. Die Leuchtenburg und andere Besitzungen im Saaletal gingen an die Wettiner. Mit dem Kriegsende belehnt der Abt Heinrich von Saalfeld Heinrich von Brandenstein für seine treuen Dienste mit Gütern, die in der Abtei Gerichtsbarkeit inne hatten. Es wird vermutet, dass Zella, Crölpa und auch die Öpitzer Kirche dazu gehörten. 1351stellt Landgraf Friedrich der Streng e einen neuen Lehnsbrief an Heinrich von Brandenstein aus.

    Der Graf Günther von Schwarzburg erhandelte 1381 etliche Schlösser und Dörfer von seinem Bruder, darunter u.a. „Crölipp“. Acht Jahre später veräußerte er die Herrschaften von Saalfeld und Ranis an die Markgrafen von Meißen.

    Albrecht und Eberhardt von Brandenstein schließen 1401 einen Vertrag mit dem Grafen Günther von Schwarzburg über das „Kirchlein von Cella“, dass danach gemeinschaftlicher Besitz beider bleibt.

    Wilhelm III (d. Tapfere) (1425-1482), wurde 1445 Herr über Thüringen, ein Jahr später begann der sächsische Bruderkrieg zwischen ihm und seinem Bruder Friedrich den Sanftmütigen, der bis 1451 schwere Verwüstungen anrichtete. Beispielsweise wurde Töpfersdorf zerstört und dann aber wieder aufgebaut.

    Nach dem Tod seiner ersten Frau Anna von Österreich (1462), die er verbannt hatte heiratete er seine frühere Mätresse – die Witwe Katharina von Heßberg, die Schwester Heinrichs von Brandenstein. Er vermachte dem Ritter Heinrich von Brandenstein zu Ehren seiner Frau und zur Erhöhung seines Standes alle Besitztümer zu seiner rechten, ewigen und unwiderruflichen Gabe. Damit kam die Burg und Stadt Ranis, aber auch Krölpa und die umliegenden Orte unter seine Herrschaft.

    Nach dem Tod Wilhelms III. (1482) führten seine Neffen, die Söhne Friedrich des Sanftmütigen, Herzog Ernst und Herzog Albrecht die Regierung gemeinsam weiter bis 1485 das Land geteilt wurde ( ernestinische und albertinische Linie).

    1517 :Der reformatorische Gedanke Martin Luthers zieht auch in unserer Gegend ein.

    Um 1525 erheben sich Bauern gegen die Obrigkeiten – auch gegen Pfarrherren der Umgebung, die eine „reiche Pfründe“ bewirtschafteten.

    Im Jahre 1520/1529 fanden die erste Kirchenvisitation des Kirchspiels Krölpa statt. Die Pfarrstelle bestand aus einem Pfarrer und drei Kaplänen. Zum Kirchspiel gehörten damals 16 Filialorte: Rockendorf, Trannroda, Schlettwein, Öpitz, Gräfendorf, Seisla, Oelsen, Schmorda ,Wilhelmsdorf, Dobian, Zella, Lausnitz, Birkigt, Herschdorf, Goßwitz, Neidenberga. Kapellen oder Kirchen befanden sich in Rockendorf, Oelsen, Seisla, Schmorda, Wilhelmsdorf, Dobian, Neidenberga.

    1571 Die Herrschaft derer zu Brandenstein über Ranis endete mit einem Konkurs der Brandensteiner. Sie mussten drei Teile ihres Besitzes verkaufen. Der Ritter Melchior von Breitenbuch erwarb die Herrschaft Ranis mit Burg und Stadt, dazu die niedere und obere Gerichtsbarkeit. 1574 wurde ein Pfarrregister durch die Pfarrer von Krölpa eingerichtet, in dem alle Bezüge aus Pfarrgütern, Lehen und Zinsen der zugehörigen Dörfer aufgelistet waren und die Veränderungen (Erbschaft oder Verkauf) urkundlich dokumentiert wurden. Die Einkünfte (Lehngeld/ Getreidezinsen/ Zinshühner) kamen aus folgenden Orten: Krölpa, Gräfendorf, Rockendorf, Trannroda, Zella, Oelsen, Kahla, Herschdorf, Alten- Saalfeld, Klein- Dembach, Röblitz, Preßwitz, Altenitz, Langen- Dembach, Rehmen, Moxa, Laskau, Posen, Grobengereuth, Daumitsch, Döbritz, Gertewitz, Bahren und Schlettwein.

    Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) hinterließ in unserer Gegend Spuren (steigende Preise, Hungersnot, Einquartierungen, Kriegssteuern, Truppendurchmärsche) und auch die Pest.

    Die Einwohner der Dörfer versteckten sich im Wald (z.B. Herschdorf). 1640 zogen schwedische Truppen raubend und plündernd durch Krölpa. Im gleichen Jahr wüteten Seuchen wie die Ruhr, Typhus und Blattern. Die Bevölkerung nahm drastisch ab.

    1794 brannte das Kirchenschiff der Krölpaer Kirche infolge eines Blitzschlages ab. Bereits zwei Jahre später begann der Neubau. In diesem Zusammenhang wurde der Kirchturm mit einer barocken Turmhaube versehen. Da die Orgel ein Opfer der Flammen wurde, erwarb die Kirchengemeinde 1801 die ehemalige Orgel des Orgelbaumeisters Crapp (1694) aus der St. Kilians- Kirche in Schleusingen.

    1806 zogen sächsische, preußische und französische Truppen plündernd durch die Gegend um Pößneck, auch die Dörfer um Krölpa waren betroffen. In der Chronik des hiesigen Pfarrers Müller ist darüber zu lesen. Die Folge waren Hunger, Not und Krankheiten (Kriegspest).

    Mit dem Fortschreiten der Industruialisierung und der Ansiedlung von Betrieben in Pößneck und Umgebung nahm die Einwohnerzahl auch in Krölpa zu.

    Krölpa wird an die Bahnlinie Gera-Eichicht angeschlossen, welche am 20.12.1871 eingeweiht wurde. 1891 erhielt Krölpa einen Bahnhof (Einweihung: 1.12.1891). Gips und Ziegelsteine, die hier produziert wurden, konnten nun direkt auf Züge verladen werden. 1871 war bereits mit dem Bau des unteren Gipswerkes begonnen worden und seit 1889 wurden Ziegel im Tonwerk produziert.

    Im gleichen Jahr wurde der Turnverein Germania Krölpa unter dem Vorsitz von Amandus Querengässer gegründet.

    Seit 1889 ist die Schreibweise des Ortsnamens mit „K“, statt mit „C“ versehen.

    Aufgrund der Zunahme an Einwohnern machte sich auch eine Vergrößerung der Schule notwendig. Die alte Schule gegenüber der Kirche war zu klein geworden. 1891 kaufte die Schulgemeinde, zu der die Dörfer Krölpa, Rockendorf, Trannroda und Zella gehörte, das Krölpaer „Schloss“. Es wurde in der Folgezeit umgebaut.

    1895 baut die Firma H. Genzel eine Webschützenfabrik.

    Die Strasse zwischen Krölpa und Öpitz wurde gepflastert und entlang des Fischbachs konnten zwölf Laternen in Betrieb genommen werden.

    Seit 1913 bestand eine Gemeindeschwesternstation in Krölpa.

    1917 wurden die Bronzeglocken der Kirche abgenommen und für Kriegszwecke verwendet.

    14.04.1945: Die barocke Turmhaube wurde durch amerikanische Infanterie abgeschossen, da sie eine Verteidigungsstellung ausgemacht hatten.. Der Turm wurde in den Folgejahren mit einem Notdach versehen.

    Am 14.08.1959 werden drei neue Stahlgussglocken auf den Turm aufgebracht. Seit 1961 beobachtet die Kirchengemeinde Rissbildungen im Turm. Daraufhin wurden die Stahlgussglocken abgenommen und in ein Glockenhaus im Pfarrgarten verbracht.

    Zwischen 1995 und 1996 wurde die Kirche im Inneren restauriert. Am 6.09.1996 wurde die Kirche wieder eingeweiht und die neue Turmhaube auf den Turm gesetzt Die Gemeinde Krölpa feierte damals ihr 925 jähriges Bestehen.

    Am 25.09.1999 wurde die restaurierte historische Orgel wieder eingeweiht. Im gleichen Jahr wurden das Kirchenschiffdach und die Außenfassade erneuert.

    Die Fassade des Pfarrhaues und das Dach wurden 2010/11 saniert. Im gleichen Jahr war die Pfarrscheune eingestürzt und wurde in den folgenden Jahren zurückgebaut. Die Dachkonstruktion des Pferdestalls wurde erneuert und dieser mit alten Ziegeln neu eingedeckt. Die Umfassungsmauern der Pfarrei wurden instand gesetzt und mit Ziegeln abgedeckt. Der Garten wurde umgestaltet und neue Bäume und auch Weinstöcke gepflanzt. Die Gemeinderäume konnten 2019 instand gesetzt werden.

    U. Thalmann

    Quellen: Kirchenchronik, Krölpa- Eine Ortschronik,1998,

    A. Blöthner: Sagenhafte Wanderungen im Saale-Orla-Kreis- Bd.IV u. ders. – Landeschronika

  • Sommer / Herbst 2021

    Erntedank in den Kirchengemeinden

    Herbstzeit ist Erntezeit – und natürlich auch Zeit zum Danken. Dank, dass auf den Feldern und in den Gärten Früchte gewachsen sind, die wir ernten konnten – dass wir versorgt sind mit Nahrung und Kleidung. Dank auch dafür, dass es Unterstützung, Hilfe, ja auch Bewahrung gab in den zurückliegenden Monaten- dass wir Auskommen und Arbeit oder eine sinnvolle Aufgabe haben.

    Dank für die vielfältigen Wunder der Schöpfung, über die wir staunen. Das alles ist nicht selbstverständlich. Christen danken darum ihrem Schöpfer für alles, was er ihnen immer wieder anvertraut und womit er sie versorgt. Zum Zeichen der Freude über die Fülle und als Dank für seine Gaben in vielerlei Hinsicht, teilen sie mit anderen das Anvertraute – nicht nur Früchte, Blumen oder Geld, nein auch Nähe, Zeit, Kraft, Gaben und Ideen. So entsteht Gemeinschaft untereinander, wächst Hoffnung und Vertrauen, ja vielleicht auch ein wenig mehr Wertschätzung und Achtsamkeit im Blick auf das, was uns umgibt: Mitmenschen, Natur und Ressourcen.

    In den umliegenden Orten wurde in diesen Tagen das Erntedankfest mit Gottesdiensten gefeiert. Mancherorts begeht man es auch zusammen mit dem Kirchweihfest.

    Die Erntedankgaben aus den Gemeinden des KGV Krölpa-Öpitz wurden der Tafel gespendet und kommen damit Menschen zugute, die sich weniger Waren aus dem Supermarkt leisten können. Die Kollekten, die in den Gottesdiensten gesammelt wurden, unterstützen die Aktion „Brot für die Welt“.

    Allen Spender*innen ein ganz großes Dankeschön!

    U. Thalmann


    Erntedankfest Krölpa:


    Erntedankfest in Öpitz:


    Erntedankfest Trannroda:

  • Sommer / Herbst 2021,  Was feiern wir da eigentlich?

    Was feiern wir da eigentlich? | Teil 6 | am Erntedankfest

    (Erntedank 2020 – Krölpa, Foto: Thalmann, privat)

    Am 1. Sonntag im Oktober feiern wir den Erntedanktag. Unsere Kirchen werden mit verschiedenen Erntedankgaben geschmückt und es ist ein Fest für die Sinne miteinander einen Gottesdienst zum Erntedank zu feiern. In den meisten Kirchengemeinden werden mit den gesammelten Erntedankgaben Einrichtungen oder Tafeln unterstützt. So kommen die Gaben auch noch anderen Menschen zu Gute.

    Der Erntedanktag ist ein Tag, an dem wir uns erinnern, dass es nicht selbstverständlich ist, was wir täglich erleben: dass wir zu Essen und zu Trinken, ein Dach über dem Kopf, eine Arbeit oder Beschäftigung und Kleidung haben. Ein Tag auch an dem wir uns bewusst machen, wie vieles wir nicht aus eigener Kraft bewirken, sondern andere Menschen daran beteiligt sind und es auch Dinge gibt, die wir nicht oder nur wenig beeinflussen können, wie zum Beispiel, dass etwas auf den Feldern wächst, dass es Regen und Sonnenschein gibt. In einem alten Erntedanklied heißt es: „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand: der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und gedeihen drauf. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt, ihm dankt, drum dankt, ihm dankt und hofft auf ihn.“ Wir danken Gott auch für die Gaben und Möglichkeiten, für die Kraft, die Ideen und die Fantasie, die er in uns hineingelegt hat, die wir nutzen in der Arbeit, aber auch in unseren Mußestunden. Danken kommt vom Denken. Wer sich darauf besinnt, wie viel ihm anvertraut ist, wird dankbar. Natürlich kann ich auch dankbar werden, wenn ich über die Vielfalt der Formen, Früchte und Farben staune und mich daran erfreue.

    Mancher fragt sich auch ganz persönlich, was „seine Ernte des Jahres“ ist. Das heißt, sie besinnt sich darauf, was gelungen ist, was er Schönes erlebt hat, was bewerkstelligt wurde oder was jemand geschafft hat und welche Gaben und Möglichkeiten er oder sie dazu bekommen hat. Solcher „Erntedank“ meint nicht, dass ich mir selbst auf die Schulter klopfe, sondern mir auch bewusst werde, was mir (von Gott) anvertraut ist und durch welche Erfahrungen ich wachsen und lernen durfte.

    Dankbarkeit zu empfinden, verändern Menschen, schafft wiederum Freude, Staunen und Glück. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die uns dazu führen können. Eine schöne Blume, der saftige Apfel, die große Kartoffel aus dem Garten, das selbstgemalte Bild des Enkelkindes oder die Erinnerung an ein schönes Erlebnis.

    „Die Theologin Dorothee Sölle (30.09.1929- 27.04.2003) hat es als geistliche Übung bezeichnet, am Tag drei Dinge zu finden, für die sie Gott danken kann. Drei Dinge sind manchmal ganz leicht – an anderen Tagen fällt es sogar schwer, einen einzigen Grund zum Danken zu finden.“ (Quelle: Kirchenjahr evangelisch)

    Vielleicht probieren Sie es einmal aus und entdecken selbst, wie Dankbarkeit Sie selbst und Ihr Leben und Ihren Alltag verändert.

    Einen so gesegneten Erntedank wünscht allen Leser*innen

    Ute Thalmann

  • Sommer / Herbst 2021

    950 Jahre Krölpa – Michaelis Markt – wir waren dabei!

    Das war mal ein tolles Wetter beim diesjährig stattfindenden Michaelis Markt zum 950-jährigen Bestehen von Krölpa!
    Auf und um den Dorfplatz, dem Platz vor der Feuerwehr und den Festplatz fanden sich zahlreiche Menschen ein, um Köstlichkeiten aus der Region zu genießen und Kunsthandwerkliches und Antikes zu kaufen.

    Aber auch der Spaß kam nicht zu kurz. So wurde auf dem Festplatz neben dem kulinarischen einiges an Spiel und Spaß für Familien angeboten und rege genutzt.

    Am Stand des evangelischen Kirchgemeindeverbandes Krölpa-Öpitz neben der Feuerwehr konnte man mit Ehrenamtlichen aus der Gemeinde und der Pastorin ins Gespräch kommen und auch z. B. einen leckeren Eierlikör kosten.

    Für die kleinen wurde am Stand der ev. Kirchgemeinde Kinderschminken angeboten, was auch sehr rege angesteuert wurde.

    Wir bedanken uns vielmals bei allen Mitwirkenden für eine wirklich gelungene Veranstaltung!!

  • Sommer / Herbst 2021,  Was feiern wir da eigentlich?

    Was feiern wir da eigentlich? | Teil 5 | am 29.09. – Michaelistag (Tag des Erzengels Michael und aller Engel)

    wird in evangelischen, aber auch in katholischen Gebieten begangen- mitunter mit einem Gottesdienst am vorhergehenden oder, wenn das Fest auf einen Sonntag fällt, dann an diesem Sonntag. In der Gottesdienstordnung ist die Lesung aus der Offenbarung des Johannes über den Kampf Michaels und seiner Engel mit dem Drachen (Offb.12,7-12a)

    Der Erzengel Michael erschlägt den Drachen (spanische Illustration um 1400; Metropolitan Museum of Art)

     Unknown Spanish (Valencian) Painter – Metropolitan Museum NY

    Erzengel Michael erschlägt einen Drachen mit dem Schwert. Er trägt eine Brigantine, mit Plattenpanzersegmenten an Armen und Beinen, sowie einen Faustschild (spanische Illustration aus dem späten 14. oder frühen 15. Jahrhundert).

    und als Evangeliumslesung Lk.10,17-20 (die Macht der Jünger Jesu über böse Geister) vorgesehen. Für katholische Christen ist er als Fest der Erzengel Michael, Gabriel und Rafael, in dessen Zentrum thematisch der Kampf der Engel gegen die Macht des Bösen und die Schutzfunktion der Engel stehen, bekannt.

    Die christliche Überlieferung zählen Michael („Wer ist wie Gott“), Gabriel („Gott ist stark“) und Rafael („Gott hat geheilt“) zu einer besonders hervorgehobenen Gruppe der Boten Gottes (Erzengel). Angelus (lat. Bote, Gesandter) erinnert an den Auftrag – eine Botschaft von Gott weiterzusagen. Sie treten an wichtigen Stellen in der biblischen Überlieferung auf (Ansage der Geburt Christi – Lk.1,31ff, Lk.22,39ff – Jesus im Garten Getsemani u.a.).

    Engel sind nicht die niedlichen Wesen, wie sie in barocker Zeit und Kunst ihre Prägung fanden und mit denen sie landläufig verbunden werden, sondern eher Boten von Gott, die mitunter unsichtbar, aber dennoch wirksam Menschen vom falschen Weg abbringen wollen und einen Zugang zu Gott, sei es durch ein Wort, eine Anfrage oder auch Wirkung, schaffen wollen.

    Schutzengel haben auch in dieser Zeit Hochkonjunktur. Mancher versteht sie als Talisman, den man einem vertrauten mit auf den Weg gibt. So gibt es sie als ganz unterschiedliche Formen: Figuren, Schlüsselanhänger, Ketten o. ä. . Im Grunde wollen sie an Gottes (zugesagte) Nähe erinnern, wirken aber nicht aus sich selbst.

    Mitunter sehen Menschen in anderen „Engel“, allerdings ohne Flügel. Wenn diese zur rechten Zeit da sind und Unterstützung oder ein offenes Ohr bieten, wenn sie zu Hoffnungsbote werden und Mut machen können zum Leben.

    Der Dichter Rolf Otto Wiemer hat dies eindrucksvoll in Verse gesetzt:

    Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
    die Engel.
    Sie gehen leise, sie müssen nicht schrein,
    oft sind sie alt und hässlich und klein,
    die Engel.

    Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand,
    die Engel.
    Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
    oder er wohnt neben dir, Wand an Wand,
    der Engel.

    Dem Hungernden hat er das Brot gebracht,
    der Engel.
    Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
    und er hört, wenn du ihn rufst, in der Nacht,
    der Engel.

    Er steht im Weg und er sagt: Nein,
    der Engel.
    Groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein
    es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
    die Engel.

    U. Thalmann

    (Quellen: Karl-Heinrich Brieritz- Das Kirchenjahr. Feste , Gedenk- und Feiertage in Geschichte und Gegenwart, 2. Aufl.1988 ,www.brauchtumsseiten.de – Michaelistag, wikipedia)

  • Sommer / Herbst 2021

    Andacht zum 17. Sonntag nach Trinitatis, 26. September 2021

    Text: Epheserbrief 1, 18 (Lehrtext der Herrnhuter Losungen für den Sonntag)

    Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von IHM berufen seid.

    Gedanken zum Text:

    Viele Worte der Bibel strahlen von innen heraus, schenken Licht und Zuversicht. Sie verschaffen uns eine andere Perspektive auf uns selbst, unsere Mitmenschen und unser Leben und erweitern damit unseren Horizont. Dieser Vers aus dem Brief eines unbekannten Apostels an die Gemeinde in Ephesus gehört ohne Zweifel dazu. Er macht uns Mut, „mit dem Herzen zu sehen“, zugewandt und verständnisvoll auf uns, unsere Mitmenschen und unsere Welt zu schauen. Das ist ganz bestimmt eine gute Idee, das Leben entspannter und gelassener zu meistern gerade in dieser Zeit. Doch der Apostel weiß, dass wir damit nicht sehr weit kommen, wenn wir es nur aus eigener Kraft versuchen. Denn sehr schnell bringt uns so manches und so mancher an die Grenzen unseres Verständnisses. Ganz davon zu schweigen, dass wir längst nicht allen offen und zugewandt begegnen – nicht zuletzt, weil uns unsere eigenen Vorurteile oft genug im Wege stehen. Deshalb sind die Worte des Apostels keine Aufforderung an uns, sondern eine Bitte an Gott. ER möge „die Augen unseres Herzens“ erleuchten. Ja, SEIN Geist muss unsere Herzensaugen erleuchten, damit es mehr sehen kann als die eigenen Sorgen und Bedürfnisse. Oder dass es nicht gleichgültig und abgestumpft vor sich hin pocht. Dann ist es nicht mehr weit und die Augen des Herzens erblinden und es bleibt nichts als Bitterkeit und Finsternis. Der gute Geist Gottes kann uns davor beschützen, wenn ER die Augen des Herzens erleuchtet. Erleuchtete Augen sehen klar, können erkennen, worauf es wirklich ankommt, lassen sich nicht mehr ablenken und können sogar wahrnehmen, was dem flüchtigen Blick verborgen bleibt: Dass jeder, der Gott vertraut, sich keine bohrenden Fragen zum Sinn seines Lebens zu stellen braucht. Denn den Sinn hat der HERR schon geschenkt. Der Apostel spricht noch deutlicher von „Berufung“, von unserem Auftrag: Nämlich als Christen Hoffnungsboten zu sein in dieser Welt und in unserer Zeit mit unseren Möglichkeiten und Grenzen. Jede und jeder auf ganz eigene Art, laut und leise, sich gegenseitig ergänzend zu einem großen Chor zum Lobe Gottes und zum Wohle der Menschen.

    Gedanken zum Bild:

    Es müssen nicht immer die großen Worte sein, die lauten Töne, die das Lob des EWIGEN anstimmen. Sicher, die sind meist sehr eindrucksvoll und gehören unbedingt dazu. Eine festlich geschmückte Kirche zur Konfirmation wie am Sonntag in Pößneck oder an den kommenden Sonntagen zu den Erntedankfesten in den Kirchen der Region möchte keiner missen. Aber viel öfter sind die Worte des Gotteslobs kurz und der Ton wird zum Flüstern, wenn der Alltag zu bestehen ist oder sich die Sorgen häufen. Und dennoch ist das Gotteslob für manche gerade in seiner leisen Form viel eindrücklicher, weil persönlicher. Es kann nicht immer der prachtvolle Blumenstrauß sein, oft genug ist es die kleine Blüte in ihrer Schönheit – und die doch von der Hoffnung spricht, dass der Schöpfer uns die Freude am Leben schenkt.

    Gebet:

    HERR unser Gott, wir danken DIR, dass DU mit uns gehst, wenn wir unsere Tage gestalten. DU sprichst uns an mit DEINEM guten Wort, das uns DEINE Liebe erkennen lässt für uns und unsere Welt.

    HERR, wir bitten DICH, hilf uns zu hören, zu folgen und Zeichen DEINES Wirkens zu werden mit klaren Worten und warmem Herzen, mit verständnisvollem Reden und hilfsbereiten Händen.

    HERR, wir bitten DICH für DEINE Kirche in ihren verschiedenen Gemeinden, die DEIN Wort hörbar macht in dieser Welt. Bewahre sie in DEINER Gnade der Klarheit und Treue, des geschwisterlichen Umgangs miteinander und der gegenseitigen Anerkennung und Anteilnahme.

    HERR, wir bitten DICH für alle Menschen, die unsicher geworden sind und ängstlich in dieser Zeit der Herausforderung und die sich fürchten vor der Zukunft. Stelle ihnen Menschen zur Seite, die Hoffnung und Zuversicht schenken können.

    Sei bei allen, die in unserem Land Verantwortung übernehmen in Politik und Verwaltung und geleite sie in ihren Entscheidungen in DEINEM Geist.

    HERR, unser Gott, achte auf unser Gebet und hilf, dass wir auf DEIN Wort hören, das uns stärkt, zu trösten, Hoffnung zu schenken und Zuversicht und die Kraft, mitzubauen an DEINEM Reich.

    Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen

    Beten wir das Vaterunser:

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

  • Sommer / Herbst 2021

    “Gut behütet” Familiengottesdienst zum Schuljahresbeginn 2021!

    Auch in diesem Jahr fand am 05.09.2021 in der ev. Kirche Peter und Paul in Krölpa ein spannender Familiengottesdienst zum Schuljahresanfang statt.

    In einem spannenden Mitmachtspiel konnten die Kinder und auch einige Erwachsene miterleben welcher Hut wen und wie behütet und am eigenen Körper erleben welche Aufgabe ein Hut hat und wie der ein oder andere Hut schützen kann.

    Durch ein kurzes „Theaterstück“ lernten wir den Hut Jim aus Texas kennen und hörten ihn von seinen Erlebnissen als Cowboyhut erzählen.

    Wo stammt eigentlich der Begriff Hut her und was bedeutet Hut eigentlich? Die Antwort und was das Ganze mit Behüten und von Gott behütet zu sein, zu tun hat, konnten alle in einer kindgerechten Predigt mit erleben!

    Zum Abschluß dieses erlebnisreichen Gottesdienstes segnete Pastorin Thalmann und auch die ganze Gemeinde die ABC Schützen und die Kinder, die nun ein neues Schuljahr beginnen und wünschten ihnen alles Gute für das neue Schuljahr!

    Als Mutmacher für das neue Schuljahr gab es noch ein Armband und eine kleine Zuckertüte!



    Wir wünschen auf diesem Weg allen Schulanfängern: Gottes Segen für das neue Schuljahr, bleibt stets behütet!

  • Sommer / Herbst 2021

    Gedanken zum Monatsspruch September 2021

    Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig, ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt`s in einen löchrigen Beutel.“ (Haggai 1,6)

    Kontrastprogramm zu dem, was uns vor Augen ist, wenn wir bald in unseren Gemeinden Erntedank feiern, zu dem, was das Foto eingefangen hat. Beim genauen Lesen und Hinhören merken wir: Da stimmt doch etwas nicht! Viel Einsatz bringt wenig Frucht, Menschen essen und werden nicht satt, sie trinken und bleiben durstig, es gibt einen Überfluss an Kleidung, aber Menschen spüren dennoch Kälte und das Geld zerrinnt zwischen den Fingern.

    Vor 2500 Jahren kamen Israeliten aus dem Exil aus Babylon in ihre Heimat und nach Jerusalem zurück. Der Tempel, ja die ganze Stadt – lagen in Schutt und Asche. Zudem war eine Dürre vorausgegangen, nichts war gewachsen. Menschen hungerten, sie hatten nicht genügend Wohnraum, eine Teuerung war übers Land gekommen. Viele hatten sich auf das eigene besonnen – das eigene Häuschen zu bauen, sich recht und schlecht einzurichten. In solche Situation geht das Wort des Propheten: Baut Gottes Haus – den Tempel- wieder auf! Sucht seine Nähe, hört auf sein Wort! Nicht bei allen stieß es auf offene Ohren. Die Not war groß – wieso dann den Tempel bauen- das war ein teures Unterfangen- wichtig war es doch – zuerst für das eigene Auskommen zu sorgen!

    Auch wenn wir heute in unserem Land keine Not leiden, wie zur Zeit des Propheten Haggai, so scheint doch manchen das Gefühl der Vergeblichkeit umzutreiben. Menschen leisten viel, denn es wird viel von ihnen abverlangt, aber der Ertrag scheint in keinem Verhältnis dazu zu stehen. Es gibt in unserem Land genug zu essen und zu trinken, aber der Überfluss macht nicht satt. Menschen haben „Hunger“ nach anderem, Menschen haben Sehnsucht, und nicht nur in Coronazeiten. Und obgleich wir uns mindestens vier Mal im Jahr nach neuen Moden kleiden könnten, besteht Kälte – Kälte zwischen Menschen, vor der auch der noch so teure Mantel nicht schützen kann.

    Was würde der Prophet den Menschen von heute raten? „Besinnt euch auf andere Werte – auf ein menschliches Miteinander, auf Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.“ Für andere klingt vielleicht seine Stimme ganz ähnlich wie damals: „Sucht Gottes Nähe, gebt ihm Raum in euch, lest in der Bibel, hört auf sein Wort!“ Oder „Nehmt ihn ernst für euer Leben und verlasst euch nicht nur auf eure eigenen Möglichkeiten, verfolgt nicht nur eure eigenen Ziele!“ „Nehmt wahr, was er euch anvertraut, welche neuen Wege er euch weist- und verfolgt sie mit Mut!“

    Dann trägt euer Einsatz Frucht, dann macht euer Tun Sinn, nicht nur für euch, sondern für alle und alles. Das schenkt Wärme, gibt Geborgenheit und lässt dankbar werden auch für die kleinen Dinge, die uns heute mitunter so selbstverständlich daherkommen, wie beispielsweise die Erntedankgaben auf unserem Foto.

    Ute Thalmann, Pastorin