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Andacht zur Woche vom 19. – 25. April 2020

von Pfarrer Jörg Reichmann Pößneck

Schriftwort:

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“(Römer 12, 12)

Gedanken zum Schriftwort:

In der gegenwärtigen Krise verengt sich unser Blickwinkel schnell auf das, was wir im Moment erleben müssen. Das macht Angst und nimmt uns den Mut. Aber dagegen gibt es sogar mehrere wirkungsvolle Mittel: Das erste: Wieder die richtigen Relationen im Denken und Handeln finden. Dazu hilft es, mit Menschen zu sprechen, die die unmittelbare Nachkriegszeit nach dem letzten schrecklichen Weltkrieg miterlebten und sich von ihnen erzählen lassen, was es damals für Lebensbedingungen gab. Dabei wird sich ganz von allein herausstellen, auf welch schwindelerregendem Niveau wir heute klagen. Und ein Blick noch weiter zurück führt uns zum wirkungsvollsten Mittel:

Auch die Zeit, in der die ersten Christen lebten und begannen, sich zu versammeln, war eine schwierige Zeit. Die eiserne Macht des römischen Kaisers lag über allen Provinzen und weil Jesus als Hochverräter am Kreuz zu Tode gefoltert worden war, wurden seine Anhänger von Anfang an mit großem Argwohn beobachtet. Und bald schon wurde daraus eine offene Verfolgung der Gemeinden.

Genau in dieser Zeit schrieb der Apostel Paulus seinen Brief an eine christliche Gemeinde in der Welthauptstadt Rom, die er in Kürze selbst besuchen wollte. Dieser „Brief an die Römer“ ist bis heute eine der zentralen Urkunden des christlichen Glaubens, denn Paulus brachte hier alles auf den Punkt, worauf es im Glauben ankommt. Gleichzeitig sprach er den Christen Mut zu und schenkte ihnen Hoffnung, die für ihn aus seinem tiefen Gottvertrauen wuchs. In diesem kurzen Satz aus dem 12. Kapitel seines Römerbriefes gibt Paulus ihnen und damit auch uns als seinen Lesern und Leserinnen eine kompakte Anleitung, wie wir in einer Krise als Christen leben können.

Wir leben in der Hoffnung, dass Christus mit uns geht – und daraus erwächst uns die Kraft, geduldig sein zu können, wenn wir beharrlich im Gebet bleiben.

Foto: privat J.Reichmann

Gedanken zum Bild:

Der Schmetterling ist ein uraltes Symbol der Auferstehung. Und gerade jetzt in den ersten warmen Tagen lassen die bunten Falter nicht lange auf sich warten. Gerade in diesem Jahr mit den Kontaktverboten und anderen Einschränkungen ist die erwachende Natur für uns noch viel deutlicher als sonst ein Grund zur Freude und zur Hoffnung, besonders, wenn wir sie als Gottes Schöpfung verstehen können.

Gebet:

Herr unser Gott, Du hast Deinen Sohn Jesus Christus auferweckt, damit auch wir leben.

Wir bitten Dich, lass uns den Sieg des Lebens spüren und die Kraft der Auferstehung erfahren – die Spuren Deiner Liebe in unserem Leben.

Hilf uns Herr, Dir zu vertrauen, schenke uns Augen, die sehen, Hände, die helfen und Herzen, die vertrauen. Amen

Beten wir das Vaterunser:

Vater unser im Himmel

geheiligt werde Dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit

Amen

Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

AMEN