Das fünfzehnte Türchen ist geöffnet!

Weihnachten früher…

Wie haben Menschen aus unseren Dörfern früher Weihnachten gefeiert?

Auf eine kleine Umfrage haben verschiedene ältere Mitbewohner erzählt:

Früher wurde der Christbaum am Heiligen Abend geschmückt. Meistens am Vormittag. Dann wurde die Weihnachtsstube verschlossen und auch das Schlüsselloch zu gesteckt, so dass kein neugieriges Kind hineinsehen konnte.

Nach dem Kirchgang wurde mit einem Glöckchen geläutet und die Weihnachtsstube wurde geöffnet. Dann brannten am Christbaum die Kerzen und die Bescherung fand statt.

In manchen Familien wurden Weihnachtslieder miteinander gesungen.

Für das Essen gab es besondere Speisen, je nach dem, woher Menschen kamen- für Menschen von hier meist Kartoffelsalat und Bratwurst. Eine Frau aus dem Fränkischen erzählte, dass es früher daheim gebackenen Karpfen gab, der wurde aus der Gaststätte geholt. Heute macht sie in Erinnerung an ihre Heimat fränkische Bratwürste im sauren Sud. Ein Mann erzählte, dass früher an Heiligabend nur Fisch gegessen wurde. Je nach Herkunft gibt es traditionelle Gerichte aus der Heimat.

In manchen Familien hat man nach dem Essen die Mitternachtsmesse in der Kirche besucht.

Eine Frau erzählte aus ihren Kindheitstagen: Sie musste mit ihrer Mutter und Geschwistern nach dem Krieg aus dem Osten flüchten. Das erste Weihnachten hier in Thüringen erlebte sie unter Tränen und mit viel Sehnsucht nach der Heimat. Sie waren mit anderen Flüchtlingen in ein Lager gekommen und im Ort hatte man alle zu einer kleinen Feier am Heiligen Abend eingeladen. Es gab auch einen Christbaum. Jeder erhielt als Geschenk einen Teller und eine Tasse, denn sie konnten ja das nicht von zu Hause mitnehmen. Viel Mühe hatten sich die Einwohner des Dorfes gemacht, aber die Traurigkeit bestimmte doch diesen Heiligen Abend.

„Ich kann mir gut vorstellen, wie es den geflüchteten Menschen heute geht, wenn sie Weihnachten fernab der Heimat und nur mit einem Teil der Familie feiern können. Da ist die Sehnsucht und der Schmerz groß!“ Sagte sie.

Ich selbst kann mich gut daran erinnern, dass in der Adventszeit alle Puppen verschwanden und ich mich als Kind wunderte, wo sie alle hingekommen waren. Wie groß war die Freude dann, als sie am Heiligen Abend wieder da waren und jede eine neues Kleid oder etwas Schönes zum Anziehen bekommen hatten. Das war wohl das Wichtigste, alle anderen Geschenke sind mir nicht so in Erinnerung geblieben. Also auf große Geschenke kam es gar nicht an. Natürlich war der Heiligabend früher mit Ungeduld geprägt. Wir konnten als Kind die Bescherung kaum erwarten. Vorher allerdings hatte jeder seine Aufgaben. Sehr oft haben wir in Krippenspielen mitgewirkt, später dann haben wir am Nachmittag Menschen im Altersheim besucht, die sonst allein gewesen wären und haben ihnen ein wenig Weihnachtsfreude bereitet.

Zu Hause bei meiner Oma wurde die „gute“ Stube hergerichtet. Das geschah nur an großen Feiertagen. Dort stand auch auf einem kleinen Tisch der Christbaum – eine Fichte – mit echten Kerzen und Lametta. Gegessen wurde „Siebenerlei“ – sieben verschiedene Speisen, die ich leider nicht mehr alle weiß- Kartoffel- Herings-, Sellerie- und Obstsalat gehörten dazu, genauso wie Bratwürste und Fisch… .Für Kinder aber war das Essen Nebensache.

Lebkuchen


Das wird gebraucht:
125 g gem. Mandeln
125 g gem. Haselnüsse
200 g Zucker
75 g Zitronat
1 Tl Zimt
1 Msp. gem. Nelken
1 Gläschen Rum
etwas Öl
1 Tl Backpulver


So wirds gemacht:

Zucker und Eier schaumig schlagen, die Gewürze und das Zitronat zugeben. Das Backpulver mit den Mandeln und Nüssen mischen,
unter die Eiermasse rühren. Den Teig auf Oblaten streichen. Anschließend backen. Wenn gewünscht, mit Kuvertüre verzieren.

Temperatur: 175-180°C
Backzeit: 25 -30 min

Birgit Dölz

Vielen Dank an:

Birgit Dölz,
Kirchengemeinden Peuschen, Bahren, Laskau für das Backrezept

Winnie Gellscheid,
für das Musikstück