Jahr 2022

Jahr 2022

  • Jahr 2022

    Andacht zum 3. Sonntag nach Epiphanias, 23. 1.2022

    Text: Jesaja 9, 4 (Losung vom 22.1.2022)

    Jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.


    Gedanken zum Text:

    Manche sagen, die Kirche solle nicht politisch sein. Aber als Christenmenschen leben wir mitten in der Gesellschaft, mit offenen Augen und unseren Gedanken zum Zeitgeschehen. So kann ich nicht wegsehen, wenn mich mitten in der Woche am Zeitungsladen die Schlagzeile der beliebtesten Tageszeitung anschreit: „NATO – Chef spricht von Krieg!“ Auch wenn dieses Blatt für seine oft reißerischen Aufmacher bekannt ist – ich bin zutiefst erschrocken. Und ich frage mich, wie weit der Grenzkonflikt ganz im Osten Europas mitten im 21. Jahrhundert allen Ernstes noch getrieben werden soll? Was wollen die Verantwortlichen damit erreichen? Ich verstehe das alles nicht. Haben wir nicht schon genug Krisen von weltweitem Ausmaß? Bei der Pandemie steht ja zu hoffen, dass wir sie nach Meinung der Wissenschaft in einiger Zeit überwunden haben werden. Aber momentan sind wir noch nicht über den Berg. Und der Klimawandel mit all seinen kaum absehbaren Folgen? Was braucht es da noch einen Krieg? Das fragen sich bestimmt immer mehr Menschen in Europa. Aber bringen sie es auch zum Ausdruck, demonstrieren sie für eine friedliche Lösung des Konflikts? Kann sein, ich habe etwas verpasst, aber mitbekommen habe ich darüber bisher nichts. Ich finde, eine Demonstration muss es auch nicht sein. Denn da gibt es im Moment eine wahre Inflation. Besser und am Ende wirkmächtiger ist es, wenn Kirche und Gemeinden wieder klar und deutlich für den Frieden beten. Ob das als eigenständiges Friedensgebet durchgeführt wird oder in den Fürbitten des Sonntagsgottesdienstes, ob im Hauskreis oder im persönlichen Gebet, bleibt unbenommen. Wichtig ist nur, dass es geschieht, und zwar ernsthaft und nachdrücklich. Denn der HERR des Lebens ist der Einzige, der die engen Grenzen menschlicher Machtspiele wirklich sprengen kann. „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!“ – so stand es vor Jahren auf Aufklebern vieler Autos von Christenmenschen zu lesen. Der Prophet Jesaja sagt es viel bildhafter und drastischer: „Jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.“ Kaum zu glauben, dass diese Verheißung schon 2500 Jahre alt ist. Denn sie ist auch heute noch ein Zukunftswort, das Mut macht, dem EWIGEN in den Ohren zu liegen, es endlich wahr werden zu lassen.

    Foto: Privat (J. Reichmann)

    Gedanken zum Bild:

    Was für ein friedliches Bild: Ein Eichelhäher holt sich einen Leckerbissen am Futterplatz. Er wird sich satt fressen und nimmt sich ganz in Ruhe die Zeit dazu. Die anderen, kleineren Vögel sind allerdings alle davon geflogen, als er auf dem Ast neben der Röhre landete. Nur ganz wenige, freche Kohlmeisen werden bald versuchen, an der Gegenseite her ein Korn des lockenden Futters zu erwischen. Der Häher wird sie alle weg scheuchen, auch wenn jede Meise mit nur einer halben Erdnuss zufrieden ist und er niemals alle vorhandenen Körner fressen kann. Im Tierreich gilt nun einmal ausschließlich das Recht des Stärkeren mit allen Folgen: Futterneid und Streitbarkeit, Machtdemonstrationen, Drohgebärden und wenn es sein muss eben auch den Einsatz von Waffen, wenn man den Schnabel mal als eine solche ansehen will. Das geschieht besonders dann, wenn die Lebensbedingungen enger werden, krisenhaft – also zum Beispiel auch im Winter. Dass wir Menschen oft unbewusst in solche Verhaltensweisen zurückfallen, zeigt, wie nahe wir in diesem Punkt dem Tierreich sind. Eigentlich müssten wir es besser wissen und eigentlich können wir auch anders. Aber das durchzuhalten, auch in schwierigen Zeiten, fällt so unglaublich schwer, kostet Kraft und vor allem Geduld mit mir selbst und mit den anderen. Denn niemand kann über seinen Schatten springen. Mir helfen da immer wieder gute Worte, manchmal aus der Bibel und manchmal auch von weisen Menschen. Eines davon stand mal als Grafitto an einer Wand und ist sogar als Lebensorientierung geeignet: „Mach es wie Gott – werde Mensch!“

    Gebet:

    HERR, unser Gott, DU Schöpfer des Lebens, himmlischer Vater, wir danken DIR für alles, was das Leben schön macht und froh, für die kleinen Wunder der Freundlichkeit und für die Hoffnung, die uns durch die Zeit trägt.

    HERR, unser Gott, wir bitten DICH um Vernunft und Weitsicht aller Menschen, die Macht haben und Verantwortung tragen – vor allem in dem Konflikt im Osten Europas, der zur Bedrohung des Friedens entgleisen kann. Lass sie Wege einer friedlichen Lösung zum Wohle aller suchen und finden.

    HERR, unser Gott, schenke uns durch DEINEN Heiligen Geist, dass auch durch unser Tun und Reden sich DEINE Quellen erschließen für alle, die Halt suchen und Ziele, für die es sich zu leben lohnt.

    HERR, unser Gott, stehe denen bei, die weinen, ratlos verstummen und leiden an ihrer Einsamkeit, die vom Leben nichts mehr erwarten, von Angst gejagt oder bedrückt werden, dass sie Zutrauen in DEINE Liebe finden können.

    Erbarmender Gott, lass DEIN Licht des Lebens leuchten, schenke DEINEN Geist allen, die Verantwortung tragen und Entscheidungen fällen, dass es hell werde um uns und durch uns im Vertrauen auf DEINE Liebe.

    Amen

    Beten wir das Vaterunser:

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

  • Jahr 2022

    Andacht zum 2. Sonntag nach Epiphanias, 16.1.2022

    Text: Epheser 1,3 (Lehrtext vom 14.1.2022)

    Gelobt sei Gott, der Vater unseres HERRN Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.


    Gedanken zum Text:

    Krisen machen kurzsichtig. Das ist zunächst verständlich, denn die Menschen müssen sich bildlich gesprochen „vor die Füße schauen“, um die nächsten Schritte mit Bedacht zu gehen. Schließlich wollen sie ja wieder herauskommen aus der Krise. Aber je länger die Krise dauert, umso stärker wird die Kurzsichtigkeit. Die Übersicht geht verloren, die Eindrücke verschwimmen und es kommt zu bedenklichen Fehlschlüssen, wenn die Leute nicht mehr unterscheiden können zwischen Ursache und Wirkung, zwischen gefährlichem Krankheitserreger und anstrengenden Eindämmungsmaßnahmen. Nicht nur in der Pandemie ist die menschliche Kurzsichtigkeit ein Grundproblem. Was zählt, ist einzig der schnelle Erfolg, der rasche Gewinn, die sofortige Entscheidung, der augenblickliche Genuss im Hier und Jetzt. Nicht wenige meinen, dass die Erfüllung dieser Ansprüche sichtbare Zeichen des Segens seien. Gesegneten müsse es sichtbar besser gehen als anderen. Sie müssten eine Art sorgenfreies Leben führen können. Da das aber in Reinkultur nicht vorkomme, wäre die Frage zu stellen, was dann der Glaube überhaupt nütze. Wieder so ein extrem kurzsichtiger Fehlschluss, von dem seine Vertreter meinen, er sei der Weisheit letzter Schluss. Was aber hilft gegen die Kurzsichtigkeit – nicht nur in der Krise? Zuallererst wohl die Glaubens- und Lebenserfahrung, dass es äußerst hilfreich ist, sich auch einmal etwas sagen zu lassen, sich seinen Blick und am Ende sogar seinen Horizont weiten zu lassen. Genau das geschieht, wenn wir diesen Satz aus dem Epheserbrief lesen, der das genaue Gegenteil von kurzsichtig ist. Der Verfasser stellt uns die Weite des göttlichen Segens vor Augen, der bis in den Himmel reicht – und der überhaupt nicht an äußerlichen Zeichen erkennbar sein muss. Denn auch Menschen, die ein ganz einfaches Leben mit Höhen und Tiefen führen, können für ihre Mitmenschen zum Segen werden. Zum Beispiel dann, wenn sie den HERRN von Herzen bitten: Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden. Denn das bewahrt ganz bestimmt vor Kurzsichtigkeit, nicht nur in der Krise. Möge der HERR diese Bitte erfüllen!

    Foto: Privat (J. Reichmann)

    Gedanken zum Bild:

    Zarte Schneekristalle liegen auf den dunkel verfärbten Blättern der Elsbeere. Nur in diesem Kontrast sind sie als einzelne Kristalle wahrzunehmen. Ohne ihn würden sie einfach in der Schneefläche der darunter liegenden Wiese verschwinden. So aber können wir ihre Zartheit erkennen – und auch ihre Vergänglichkeit. Ein wenig angetaut sind sie schon. Noch einmal hat der Nachtfrost sie gefrieren lassen. Aber lange wird es nicht mehr dauern, und sie werden verschwunden sein. Sie sind gleichzeitig ein Bild für die Schönheit und für die Vergänglichkeit. Das eine sind schöne, oft auch glückliche Augenblicke, das andere ist die nüchterne Tatsache, mit der wir leben müssen. Gerade am Anfang eines neuen Jahres wird uns bewusst, wie „schnell“ die Zeit vergeht. Mit steigendem Lebensalter verstärkt sich dieser Eindruck unwillkürlich, obwohl weiterhin jeder Tag seine 24 Stunden und das Jahr seine 365 Tage hat. Gleichzeitig wächst die Sehnsucht nach den schönen Augenblicken, die durch die Krise noch einmal ganz außerordentlich verstärkt wird. Ich bin mir sicher: Sie sind auch jetzt da diese Momente. Wir können sie spüren, wahrnehmen, vielleicht sogar sehen wie die Schneekristalle auf den Blättern, wenn wir die Augen und die Sinne offen halten für den weiten Horizont des Segens Gottes, den ER für uns bereithält – jetzt und über alles hinaus, was wir uns vorstellen können.

    Gebet:

    HERR, unser Gott, DU Schöpfer des Lebens, himmlischer Vater, wir danken DIR, dass DU das Leben, das kommt und geht, trägst in DEINER Barmherzigkeit und Liebe, die zu spüren ist, wo Menschen sich auf Augenhöhe begegnen.

    HERR, unser Gott, wir bitten DICH, wenn wir DEINER Liebe im Wege stehen durch unseren Stolz und Eigensinn, bringe uns zurecht. Ermutige uns, DIR zu vertrauen und DEINEM Weg zu folgen.

    HERR, unser Gott, schenke uns einen Blick mit weitem Horizont, Ohren, die zuhören, Hände, die zufassen, wo Hilfe fehlt, Worte, die trösten, stärken und versöhnen und Gedanken des Friedens.

    HERR, unser Gott, stehe denen bei, die in unserer Welt Not leiden, die keiner hört und niemand sieht. Sei nahe den Trauernden und den Sterbenden, die DEINE Hand suchen auf ihrem letzten Weg.

    Erbarmender Gott, lass DEIN Licht des Lebens leuchten, schenke DEINEN Geist allen, die Verantwortung tragen und Entscheidungen fällen, dass es hell werde um uns und durch uns im Vertrauen auf DEINE Liebe.

    Amen

    Beten wir das Vaterunser:

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

  • Jahr 2022

    Andacht zum 1. Sonntag nach Epiphanias, 9. 1.2022

    Text: Hebräerbrief 11,1 (Lehrtext der Herrnhuter Losungen zum 8.1.2022)

    Es ist der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

    Gedanken zum Text:

    Glaube, Zuversicht, Hoffnung, Vertrauen in einem Satz, diesem Satz aus dem Hebräerbrief im Neuen Testament. Klingt das nicht wohltuend, stärkend, hilfreich in dieser Krise, die gewaltig an den Kräften zehrt? Schon längst ist sie zur Geduldsprobe geworden und inzwischen hat es den Anschein, sie hätte das Zeug zur Zerreißprobe. Da sind solche Sätze Mangelware, denn die Menschen misstrauen einander immer mehr. Angetrieben wird dieses Misstrauen durch die Angst. Die einen haben sie vor der „Genspritze“, die anderen vor den „Ungeimpften“. Ein wirkliches Gespräch zwischen beiden gibt es schon lange nicht mehr. Es bleibt bei gegenseitigen Vorwürfen und Anfeindungen. Gott sei Dank wollen das nicht alle einfach immer weiter hoch kochen lassen und bemühen sich, die Menschen wieder ins Gespräch zu bringen. Das kann natürlich nur gelingen, wenn die Leute dazu bereit sind. Dazu braucht es die Erfahrung, vom anderen ernst genommen zu werden, ausreden zu dürfen, sich weder wie ein Angeklagter vorzukommen noch wie jemand, der belehrt und überzeugt werden soll, weil er bisher „falsch“ lag und schon gar nicht wie einer, der sich für seine Gefühle schämen müsste. Das ist ein schwieriger Weg. Einige Christen aus der Region haben dazu dankenswerterweise den ersten Schritt unternommen und eine Art Flugblatt erstellt, das sich an beide Seiten wendet und um Verständnis für die jeweils andere Position wirbt. Das mag angesichts der angespannten Lage nur als ein sehr kleiner Schritt erscheinen, aber es ist ein Anfang auf dem Weg, auf dem hoffentlich bald so viele Christen wie möglich folgen werden. Denn den Glauben, die Zuversicht und die Hoffnung bringen wir mit, dass durch Gottes Liebe, auf die wir fest vertrauen, auch unter uns Menschen Vergebung und Versöhnung möglich sind. Auch wenn wir davon im Moment noch fast gar nichts sehen können.

    Morgenstimmung am Pößnecker Marktplatz mit Weihnachtsbaum am 6. Januar 2022 (Dreikönigstag) Foto: Privat (J. Reichmann)

    Gedanken zum Bild:

    Heilige Drei Könige – Epiphaniastag – und der Baum auf dem Pößnecker Marktplatz steht noch in vollem Glanz! Was für ein schöner Anblick. Gut, dass er nicht schon „abgeräumt“ wurde wie die „Weihnachts – Deko“ in anderen Städten. Na gut, dort soll sie ja auch schon seit Mitte November (also lange vor Ewigkeitssonntag) angebracht gewesen sein, was in Pößneck ja nicht der Fall war. Liegt das daran, dass man in Pößneck, wie manche immer wieder gern behaupten, einfach „zu spät dran“ ist? Ganz im Gegenteil! Denn wir befinden uns ja mitten in der Weihnachtszeit, wie der Blick in den christlichen Kalender zweifelsfrei belegt. Der Dreikönigstag gehört sogar zum „engeren Weihnachtskreis“ und ihm folgen noch die Wochen bis zum 2. Februar, dem katholischen Feiertag „Maria Lichtmess“, an welchem die Kerzen für das Kirchenjahr geweiht werden. Auch die Evangelischen haben ökumenisch dazugelernt und betonen in ihrer überarbeiteten Gottesdienstordnung den Weihnachtskreis bis zum 2. Februar jetzt deutlich stärker. Warum ich darüber nachdenke? Weihnachten bis zum 2. Februar im Blick zu behalten, scheint mir in diesem herausfordernden Jahr 2022 eine sehr hilfreiche Idee zu sein. Daran zu denken, dass Gottes Sohn als Kind einfacher Menschen geboren wurde, die sich durchs Leben kämpfen mussten. Dass Gott unsere Lebenswege und Leidenswege in SEINEM Sohn selbst mitgemacht und durchlitten hat, damit wir wissen, ER geht mit uns und niemand kann uns aus SEINER Hand reißen, diese Gewissheit schenkt uns Mut und Kraft – nicht nur für den Alltag, sondern auch Neues zu wagen auf dem steinigen und langwierigen Weg von Vergebung und Versöhnung.

    Gebet:

    HERR, unser Gott, wir vertrauen darauf, dass DU uns in DEINEM Sohn Jesus Christus mit DEINER Liebe begegnest. So können wir mit unseren Gaben, in unserem Umfeld zu Boten DEINES Lichtes werden in der Dunkelheit der Angst und des Misstrauens. Schenke uns den Glauben, die Zuversicht und die Hoffnung, auf DEINEM Weg Schritte zu wagen.

    HERR, unser Gott, wir bitten DICH besonders für die Ängstlichen, die Enttäuschten, die Verblendeten, für alle Stillen, nach denen niemand fragt, für alle, die sich bis zur Erschöpfung um Kranke oder Hilfsbedürftige kümmern. Und für die Familien der 255 Corona – Toten aus unserem Landkreis bitten wir DICH. Sei ihnen nahe und lass sie Trost finden in durch den Beistand lieber Mitmenschen.

    HERR, unser Gott, lass uns allen DEIN Licht aufgehen, damit wir erkennen können, was uns zum Heil dient. Für die, die Verantwortung tragen in unserem Land und in der Welt, bitten wir um kluge und weitherzige Entscheidungen zum Wohle aller. Für die, die sterben, bitten wir, dass DU sie erwartest in DEINEM ewigen Reich. Die Zeichen DEINER machtvollen Liebe offenbare uns, HERR, dass wir DIR trauen und DEINEN Namen preisen.

    Erbarmender Gott, erhöre uns und wecke in uns die Kräfte, die heilen und helfen in DEINEM Geist. Amen

    Beten wir das Vaterunser:

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

  • Jahr 2022

    Andacht zum Jahreswechsel 2021 – 2022

    Text: Markus 9, 24 (Jahreslosung 2021) und Johannes 6,37 (Jahreslosung 2022)

    Ich glaube! Hilf meinem Unglauben! (Mk 9,24)

    Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. (Joh. 6,37)

    Gedanken zum Text:

    Erinnern Sie sich? Dieses Wort aus dem Markusevangelium ist die Jahreslosung für das nun zu Ende gehende Jahr. Kaum zu glauben, dass diese flehentliche Bitte schon in der Bibel steht! Sie hätte zweifellos auch einem Menschen unserer Tage über die Lippen kommen können, denn das zu Ende gehende Jahr war tatsächlich geprägt von unglaublichen Ereignissen und Entwicklungen. Unvorstellbare Schäden nach der Flutkatastrophe an sonst so idyllischen Flüsschen, unglaubliche Hartnäckigkeit der Pandemie und deren Folgen wie der bisher nicht gekannten Eskalation gesellschaftlicher Spannungen, unfassbares Säbelrasseln an der ukrainischen Grenze…Die Aufzählung könnte gefühlt schier endlos weitergeführt werden. Nicht wenige Menschen sind am Ende dieses Jahres zutiefst verunsichert, erschüttert, suchen Halt und Orientierung oder verlieren die Geduld. Denn da kommen an ihre Grenzen, die nur glauben wollen, was sie sehen. Vor Augen steht das dritte Pandemie – Jahr und inzwischen ist klar: Das heimtückische, wandelbare Virus wird so schnell nicht zu besiegen sein. Im Hintergrund lauert die Klimakrise, auf die es von der großen Politik nur halbherzige Antworten gibt und in der die kleinen Leute oft so tun, als ginge sie das alles nichts an. Wie weit kann ein Glaube tragen, der nur auf die „Vernunft“ oder die „Menschheit“ setzt? Heilen, heil machen wird er die Menschen und die Welt wohl kaum. Gut, dass die Jahreslosung 2021 aus einer Heilungsgeschichte stammt, in der Jesus einen Jungen von seinem schweren Leiden heilt. Aber er heilt nicht nur den Jungen, sondern auch dessen Vater, der bisher hilflos zusehen musste, wie sein Kind litt. Jesus führte ihn heraus aus dem Teufelskreis von vergeblicher Hoffnung, Enttäuschung und Verbitterung und schenkte ihm neues Vertrauen – in Gott, in das Leben und sich selbst. Was auch immer wir erleben werden im neuen Jahr, auch wir werden bei Jesus Halt und Hoffnung finden. Darauf können wir fest vertrauen, das können wir IHM glauben. Denn ER selbst sagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. Gut, dass dieses Wort uns das nächste Jahr über begleiten wird.

    Kreuz auf dem Dolmar bei Meiningen Foto: Privat (K. Schmidt)

    Gedanken zum Bild:

    Ja, es gab sie auch, die schönen Augenblicke im zu Ende gehenden Jahr. Momente, in denen wir einen Ort, eine Begegnung auf eindrückliche Weise erlebten, an die wir uns gern zurück erinnern. Meist braucht es nicht viel dazu – das besondere Licht, der Raureif auf den kleinen Bäumen, alles ist Zufall und doch ein Gottesgeschenk, es erleben zu dürfen. Nüchtern und wachsam sein sollen wir als Christenmenschen, sagt die Heilige Schrift. Für mich gehört die Aufmerksamkeit für solche Augenblicke dazu. Die Natur allein wäre ja schon großartig. Aber das Bild sagt für mich noch viel mehr: Denn in der Mitte steht das Kreuz, auf dessen Querbalken geschrieben steht: „Ehre sei Gott in der Höhe“. Das Kreuz, Christus in der Mitte – das soll so ähnlich einmal Martin Luther gesagt haben. Christus in der Mitte, zu dem alle Wege führen und von dem aus alle Kraft kommt. Ein guter Gedanke, eine hilfreiche Orietierung am Beginn eines neuen Jahres, meine ich. Die hilft gegen ungesunde, hektische Aufregung über Dinge, die wir nicht ändern können und schenkt Kraft und Mut, Dinge anzupacken, die wir ändern können. Und sie hilft, das eine vom anderen sicher zu unterscheiden. Das wir das im neuen Jahr ganz unbedingt zu lernen versuchen müssen, steht außer Frage. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen und Euch allen ein gesegnetes, neues Jahr 2022!

    Gebet:

    HERR, unser Gott, in diesen Tagen überqueren wir die Schwelle zum Neuen Jahr. Wir tragen mit uns die Last und die Freude des alten Jahres und schauen in die Zukunft. Was wird sie uns bringen? Was wird sie uns abverlangen? Was auch kommen mag, wir bitten DICH, sei DU bei uns an jedem neuen Tag.

    HERR, unser Gott, in diesen Tagen schauen wir auch oft zurück. Hilf uns, loszulassen, was uns beschwert und belastet, damit wir mit neuer Kraft und frischem Mut ins neue Jahr gehen können.

    HERR, unser Gott, in diesen Stunden wird uns auch bewusst, dass wir vieles nicht getan haben, was wir hätten tun sollen und manches taten, was wir lieber gelassen hätten. Dass wir Menschen auf welche Art auch immer verletzten. Manches geschah ohne Absicht und manchmal dachten wir, im Recht zu sein. HERR, schenke uns den Mut zur Vergebung und weise uns auf den Weg DEINER Liebe.

    HERR, unser Gott, wir danken DIR, dass DU in Jesus Christus einem jeden von uns nahe bist, den Kleinen und Großen, den Jungen und Alten, den Armen und Reichen. Wir legen DIR alle Menschen ans Herz, um die wir uns sorgen. Sei bei ihnen und geleite sie auf ihrem Weg in das neue Jahr. Zum Leiden gib Kraft, zur Freude Bescheidenheit, zur Macht gib Klugheit allen, die Verantwortung tragen in unserem Land und in der Welt. Den Sterbenden sei nahe und leite sie in DEINE Herrlichkeit.

    Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen

    Beten wir das Vaterunser:

    Vater unser im Himmel

    geheiligt werde Dein Name

    Dein Reich komme

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

    Unser tägliches Brot gib uns heute

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

    Amen

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN

  • Jahr 2022

    Für das neue Jahr 2022

    Wenn

    du

    voran

    kommen willst

    dann musst du

    den sicheren Hafen

    der Bequemlichkeit,

    der Geborgenheit,

    der scheinbaren Ruhe

    verlassen

    wag dich

    hinaus

    stell dich

    dem Wind

    mach die Leinen los

    bestimme den Kurs

    richte die Segel aus

    und trau dich

    nur

    wer losfährt,

    wird

    ankommen

    (aus: Andrea Schwarz: Und jeden Tag mehr leben)