Andachten

Andacht zur Woche vom 7. – 13. Februar 2021

Schriftwort: Hebräerbrief 3,15 (Wochenspruch) Heute, wenn ihr SEINE Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.

Gedanken zum Text:

In welcher Zeit leben wir eigentlich? Diese Frage stellt für gewöhnlich jemand, der nach der Uhrzeit fragt. Aber sie passt auch für das Kirchenjahr. Denn dann hieße die Antwort: Augenblicklich leben wir in einer Zwischenzeit – zwischen Weihnachten und Fastenzeit. Eigentlich haben wir jetzt die Hochsaison für Karnevalisten – außer in diesem Corona – Jahr. Da ist es durch die Pandemie gezwungenermaßen viel stiller in dieser Zeit. Nun sagen viele, dass man Gottes Stimme viel leichter hören kann in der Stille. Wenn nichts ablenkt, wenn niemand dazwischen plärrt, sei ER besser zu verstehen. Das ist in der Regel wohl auch so. Ruhe und Einkehr, Stille und Lauschen gehören zusammen. Es gibt klösterliche Gemeinschaften, die sich das Schweigen und die Stille zur regel gemacht haben und auch zu Schweigewochen einladen. Wer das einmal erlebt hat, ist in der Regel tief beeindruckt.

Andere sagen: Das ist nichts für mich – und das ist für sie auch in Ordnung. Wichtig ist nämlich nur, wie wir hören. Es kann auch ganz still um uns sein, und wir hören SEINE Stimme nicht, weil unser Herz „verstockt“ ist. Wenn es sich abkapselt und nichts an sich heran lässt, bis es von innen her zu gammeln anfängt, das meint das schöne alte Wort verstockt.

Hört also nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit einem weiten Herzen auf IHN, sagt uns der Schreiber des Hebräerbriefes. Und ehrlich gesagt: Ich kann SEINE Stimme auch im fröhlichen Karneval hören, wenn Menschen ausgelassen das Leben feiern. Denn der HERR ist ein Freund des Lebens und ER freut sich mit, wenn es SEINEN Geschöpfen gut geht. Hoffen wir also, dass die folgende Karnevalssaison wieder gefeiert werden kann. Sie beginnt ja wie bekannt schon in 9 Monaten am 11.11.2021!

Foto: J.Reichmann

Gedanken zum Bild:

In diesem Jahr wachsen die Sehnsüchte: Die Schneeberge lassen den Frühling herbei sehnen. Dieses Bild zeigt die Orgel der Eismeer – Kathedrale in Tromsö/ Norwegen und ist damit in doppeltem Sinn ein Sehnsuchtsbild in diesem Pandemie – Jahr: Wir wünschen uns doch wohl alle, dass das Virus bald soweit in die Schranken gewiesen sein wird, dass auch unsere schönen Orgeln wieder zu Konzerten erklingen können und dass wieder reisen kann, wer reisen möchte – ohne Einschränkungen oder Angst vor Ansteckungen. Die Pandemie hat eines ganz bestimmt allen gelehrt: Wie schön etwas ist, weiß man erst richtig, wenn man darauf verzichten muss. Andererseits gibt es auch den Verzicht aus freien Stücken. Der kann im wahrsten Sinn des Wortes befreiend sein. Manche sagen auch „Fasten“ dazu. Dass fasten nicht immer nur der gesundheitsorientierte Verzicht auf irgendein Genussmittel oder zu viele Kalorien sein muss, versucht die evangelische Fastenaktion „7 Wochen Ohne“ zwischen Aschermittwoch und Karfreitag in diesem Jahr zu verdeutlichen. Sie findet statt unter dem Motto „Spielraum!“ und gibt Anleitungen, „im Kopf“ zu fasten, das heißt, auf alles Eingefahrene und Vorurteilsbeladene zu verzichten. Ein interessanter Vorschlag gerade in diesem Jahr, meinen Sie nicht auch?

Gebet

HERR, ewiger Gott, berühre uns mit DEINER LIEBE und DEINEM Wort, damit es uns leichter fällt, von DIR zu reden bei denen, die DIR nicht trauen.

HERR, DU bist bei uns, wenn wir am Ende sind und mit leeren Händen da stehen. Danke, HERR, dass wir DICH gerade dann in unserer Nähe spüren.

HERR, wir bitten DICH, erbarme DICH über alle, die voller Sehnsucht sind nach dem „normalen“ Leben in dieser schwierigen Zeit. Schenke ihnen Geduld und Augenmaß in allen Gedanken und Weitherzigkeit in den Gefühlen.

HERR, wir bitten DICH für uns, nimm uns in den Dienst, den schwachen das Leben zu zeigen, das in ihnen stark ist.

Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen

Beten wir das Vaterunser:

Vater unser im Himmel

geheiligt werde Dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit

Amen

Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

AMEN