Andachten

Andacht zum 10. Sonntag nach Trinitatis, 8. August 2021

Text: Epheser 5, 8b+9

Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Gedanken zum Text:

„Kinder des Lichts“, das klingt in den Ohren, das weckt Bilder von Idylle und Sonnenschein – und das lässt ganz viel offen. Denn das ist eine Aufforderung, die in den Versen vorher klar macht, wie das gehen soll. Was also die Kinder des Lichts tun und vor allem nicht tun, ja noch nicht einmal denken sollen. „Wandelt“, heißt es, also auf neudeutsch: Führt euer ganzes Leben, richtet euer ganzes Denken aus in dieser Richtung, als „Kinder des Lichts“ zu leben. Schnell wird klar: Allein aus eigener Kraft wird das nichts mit den „Kindern des Lichts“ – allerhöchstens mit ziemlich flackernden und trüben Funzeln, wenn es extrem gut laufen sollte.Wir leben in der Welt und sind Teil von ihr. Der Epheserbrief möchte uns dennoch Mut machen, indem er uns erinnert: Es liegt nicht an unserem Denken und Handeln, ob es hell wird in unserem Leben. Alles hängt ganz allein von der Liebe Gottes ab. ER hat den ersten Schritt gemacht. ER schenkt uns SEINE Liebe, aus der wir leben können, die unser Leben hell macht. Wir sind also Kinder des Lichtes SEINER Liebe. Das ist das Grundvertrauen und die grundsätzliche Lebenseinstellung, die das Denken und Handeln befreit aus allen Zwängen und Ängsten der ausschließlich an sich selbst gerichteten Liebe, die so viele heutzutage für „normal“ halten. Wer spürt und zu begreifen beginnt, dass Gott ihn liebt, der bekommt einen klaren Blick auf das eigene Leben und unser Zusammenleben. Der findet von daher zu einem erhellenden Verhalten, bemüht sich um klare Worte, setzt sich ein für ein lichtes Miteinander jenseits von Machtspielchen und Rechthaberei. Genau daran werden die „Kinder des Lichts“ erkannt von denen, die ihnen begegnen. Auch wenn sie keine Ahnung von der biblischen Überlieferung haben. Nun gut, sie werden sicher nicht von den „Kindern des Lichts“ sprechen. Aber was Güte ist und Gerechtigkeit und Wahrheit im täglichen Umgang miteinander, das spüren sie ganz genau.

Foto: Privat (J.Reichmann)

Gedanken zum Bild:

Eine Mohnblüte ist auch ein „Kind des Lichts“ – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum ersten ist auch sie ein Geschöpf unseres Gottes, von dem es heißt: Der HERR ist mein Licht und mein Heil…. Zum zweiten braucht sie das Sonnenlicht zum Wachsen. In einem lichtlosen Raum würde sie sterben. Und zum dritten leuchten ihre Blütenblätter in den schönsten Farben – allerdings nur so lange, wie das Sonnenlicht auf sie fällt. Denn sie besitzt keine eigene „Lichtquelle“. Sie reflektiert das Licht der Sonne und lässt es auf ihre ganz eigene Art erstrahlen. Ein sehr schönes und eindrückliches Bild, um die Gedanken des Schreibers des Epheserbriefs zu verstehen. Die Mohnblume macht „ihr eigenes Ding“ aus dem Sonnenlicht, lässt es uns ganz neu und wunderschön wahrnehmen. So kann es auch sein, wenn wir das Licht der Liebe Gottes reflektieren in unser Zusammenleben hinein. Freundlicher und heller würde es werden, und ganz bestimmt auch schöner, weil entspannter. Der Versuch lohnt immer wieder neu.

Gebet:

HERR unser Gott, DU allein kannst mit dem Licht DEINER Liebe die Dunkelheit unserer Welt besiegen. Hilf uns, dass wir DEIN Licht weitergeben an alle, die dunkel Zeiten in ihrem Leben durchmachen müssen.

HERR, wir bitten DICH für alle Menschen, die kein Licht am Ende des Tunnels ihres Lebens sehen, die den Sinn nicht finden können in dem, was sie auszuhalten haben. Gib uns als Gemeinden die Kraft, ihren Weg zu erhellen.

HERR, wir bitten DICH, gib uns Gesichter, in denen DEINE Güte erstrahlt, Hände, die zufassen, wenn Hilfe nötig ist und Ohren, die offen sind für andere.

HERR, wir bitten DICH, wehre dem Schrecken des Krieges, des Terrorismus und der Gewalt, bringe den Hass zum Schweigen, der die Herzen der Menschen vergiftet. Belebe unseren Geist, dass wir sagen und tun, was zum Frieden führt.

HERR unser Gott, DU Vater des Lebens, sei bei allen, die DEINER Hilfe bedürfen in Krankheit und lass die Sterbenden DEINE Hand spüren, die sie leitet in DEINE Ewigkeit. So legen wir DIR alles ans Herz, was uns bewegt.

Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen

Beten wir das Vaterunser:

Vater unser im Himmel

geheiligt werde Dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

AMEN