Andachten

Andacht zum 21. Sonntag nach Trinitatis, 24. Oktober 2021

Hebräerbrief 12, 1+2 (Losung für den 26.10.21)
Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem
Anfänger und Vollender des Glaubens.

Gedanken zum Text:
Der Hebräerbrief gehört zu den jüngeren Schriften des Neuen Testaments. Wir wissen nicht, wer diese Predigt im Stil eines Briefes verfasste und für wen. Aber es lohnt sich, auch heute darauf zu hören. Denn wir erkennen unsere eigene Lebenserfahrung wieder, wenn wir lesen: „Lasst uns laufen mit Geduld“… Ist es nicht so, dass das Leben über weite Strecken einem Dauerlauf gleicht, über Höhen und durch tiefe Täler? Mit Zeiten, in denen „es gut läuft“ und anderen, in denen wir kaum von der Stelle kommen oder in denen uns die Puste auszugehen scheint? Dem Bild vom Dauerlauf schiebt der Verfasser des Hebräerbriefs gleich noch das Bild vom „Kampf“ hinterher. Auch in diesem können wir uns wiederfinden – sei es als Einzelne, die sich gegen alle möglichen Widrigkeiten durchs Leben kämpfen müssen. Ich kenne mehr als genug Menschen, die durch Krankheit, Behinderung oder Schicksalsschläge auch in unserem reichen Land ein trauriges Lied davon singen könnten. Auch als Gemeinden erleben wir uns immer neuen Herausforderungen und Schwierigkeiten ausgesetzt. Der Hebräerbrief stammt aus einer Zeit, in der das nicht viel anders war. Von daher ist es gut, seinen Rat anzunehmen. Zum einen spricht er von Geduld, die wir in unserem Kampf und auf unserem Lauf durch das Leben haben können. Geduld mit uns selbst und Geduld mit den anderen.

Und die Kraft dafür kann aus unserem Vertrauen in Christus erwachsen, wenn wir „aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens.“ Ein Dauerlauf, ein Kampf kann nur gewonnen werden, wenn wir genug Kraft und Mut dafür haben. Sehen wir auf zu Jesus, dann haben wir die Quelle der Kraft und das Ziel vor Augen – auch im Inneren und auch dann, wenn um uns herum vielleicht gerade alles andere viel bedeutender erscheinen mag. Mit IHM bleiben wir nicht auf der Strecke. Denn ER ist auferstanden.

Gedanken zum Bild:
Ein Weg durch sattes Grün, kurz bevor die Blätter fallen. Morgendliche Stille, nur wenige Vögel zwitschern. Eine besondere Stimmung, die Lust macht, diesen Weg Schritt für Schritt, behutsam und mit Entdeckerfreude weiter zu gehen. Was gibt es da nicht alles zu sehen!

Spuren von Tieren, interessante Pflanzen, Tautropfen an Blättern, unzählige Spinnennetze im Gegenlicht. Langsam nur kommt man voran – aber in Eile bliebe die ganze Schönheit unentdeckt. In der Regel sind wir viel schneller unterwegs, legen unsere Wege in vielfachem Tempo zurück – und können gar nicht richtig wahrnehmen, was unsere Wege so besonders macht. Das trifft leider auch auf so manchen Lebensweg zu, wenn Menschen einfach nicht zur Ruhe kommen können, immer im Laufschritt unterwegs sind, bis ihnen die Puste ausgeht. Der Herbst ist die Jahreszeit der Besinnung, sagt man. Nachdenken über das reif gewordene Jahr, über das Leben, sich selbst und das Zusammenleben mit den anderen. Die Zeit, einen „Gang runter“ zu schalten. Würde uns allen, auch unserer ungeduldigen Welt mehr als gut tun. Wir sind auf dem Weg durch die Zeit, den wir nur einmal gehen können. Auch das macht uns der Herbst bewusst. Gott sei Dank können wir unseren Weg voller Hoffnung gehen.

Gebet:
HERR unser Gott, wir danken DIR, dass Du
unseren Weg durch die Zeit mit uns gehst. Stärke die Zuversicht in uns und lass uns erfahren,
dass DEINE Liebe uns alle umfängt.
HERR, wir danken DIR für DEINE Gnade, die
wir erleben können in allem Schönen und Guten des Lebens, in allen gelungenen Beziehungen, in jedem frohen Lachen.
HERR, wir bitten DICH, öffne uns die Augen
für alle, die sich nach Vergebung sehnen, die
das Gute im Leben nicht mehr wahrnehmen
können, die hereinfallen auf falsche Propheten.
Hilf, dass wir Brücken bauen und miteinander
statt übereinander reden.
HERR, unser Gott, hilf, dass nichts uns trenne
von denen, die uns nahe stehen und dass Respekt uns verbinde mit denen, die uns fremd
geworden sind. Lass uns zum Frieden finden,
den DU verheißt, Frieden zwischen den Menschen, dass die Traurigkeit schwindet und die
Freude die Herzen der Menschen höher schlagen lässt.
Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen
Beten wir das Vaterunser:
Vater unser im Himmel
geheiligt werde Dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf
Erden Unser tägliches Brot gib uns heute
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir
vergeben unseren Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die
Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen
Es segne uns der allmächtige und barmherzige
Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
AMEN