Adventskalender 2021

Diese Seite ist ein Rückblick auf den Online-Adventskalender 2021. Alle Informationen und Inhalte sind im Archiv abgelegt und können jederzeit eingesehen werden. Durch den Kalender können Sie sich mit anderen Menschen vernetzen und sich austauschen.

  • Adventskalender 2021

    Türchen 24 | 24. Dezember 2021 |



    Alternativ kann man sich das Krippenspielvideo unter folgendem Link unter Youtube anschauen:


    Gelesen von Ute Thalmann!


    ,

    Gott lasse dich ein gesegnetes Weihnachtsfest erleben.

    Gott schenke dir die nötige Ruhe, damit du dich auf Weihnachten und die frohe Botschaft einlassen kannst.

    Er nehme dir Sorgen und Angst und schenke dir neue Hoffnung.

    Gott bereite dir den Raum, den du brauchst und an dem du so sein kannst, wie du bist.

    Gott schenke dir die Fähigkeit zum Staunen über das Wunder der Geburt im Stall von Bethlehem.

    Gott gebe dir Entschlossenheit, Phantasie und Mut, damit du auch anderen Weihnachten bereiten kannst.

    Gott bleibe bei dir mit dem Licht der Heiligen Nacht, wenn dunkle Tage kommen.

    Er segne dich und schenke dir seinen Frieden.

    (Irischer Weihnachtssegen)

    Gesegnete Weihnachten wünschen die Gemeindekirchenräte des KGV Krölpa-Öpitz
    und Ute Thalmann, Pastorin


    O du Fröhliche,
    gespielt von David Borell

    Was für mich an Weihnachten dazugehört…

    Wenn ich mich zurück erinnere an Jugendjahre, dann war es das Krippenspiel, in dem wir mitwirkten. Das gehörte einfach dazu. Später besuchten wir dann eine ehemalige Nachbarin, die ins Pflegeheim gekommen war. Darüber ging der frühe Nachmittag hin. In der Christnacht dabei zu sein, war immer ein Erlebnis. Heute ist es allerdings eher ein Frühgottesdienst am 1. Christtag, der mich anzieht. In den zurückliegenden Jahren füllten Besuche im Krankenhaus, verbunden mit einem kleinen musikalischen Programm, den Vormittag des 24.12.. Nur dreimal war es völlig anders zum Weihnachtsfest. Zweimal war ich mit Kindern daheim und einmal war ich kurz vor Weihnachten krank geworden und konnte keine Gottesdienste besuchen. Auch das Krippenspiel fand ohne mich statt.

    Am Heiligabend genieße ich spät abends die Stille, wenn sich die Familie in ihre Zimmer zurückzieht oder ich höre Musik und schaue mir den Christbaum an.

    Natürlich gibt es bei uns auch ein Abendessen, in den zurückliegenden Jahren hat sich das allerdings immer mehr beschränkt auf die Speisen, die wir gerne essen: Bratwurst, etwas Salat und ein entsprechendes Getränk dazu. Über den Tag wird wenig gegessen. In meiner Kindheit gab es abends noch 7-erlei Speisen, die ich gar nicht mehr alle weiß und deren Rezepte ich leider auch nicht mehr kenne.

    Zum Fest gehört das Treffen in der Familie hinzu, verbunden mit einem festlichen Essen am 1. Christtag, das wird daheim bereitet. Am Nachmittag schließt sich dann ein Spaziergang und ein gemeinsames Kaffeetrinken an.


    Weihnachtskrippe von Winnie Gellscheid, Ranis

    Andacht zum Weihnachtsfest 2021

    Text: Micha 5,1

    Gott spricht durch den Propheten: Du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll MIR der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.

    Gedanken zum Text:

    Der EWIGE überrascht uns Menschen immer wieder. Was ER verheißt und was ER tut, das sprengt unsere Vorstellungen. Denn wem würde es in den Sinn kommen, dass der Retter der Welt, der Messias des HERRN in einem winzigen Dörfchen namens Bethlehem geboren werden soll? Dort, wo buchstäblich überhaupt nichts los ist – außer jener alten Geschichte mit dem Hirtenjungen David, der vor unvorstellbar langer Zeit von dort kam und es bis zum bedeutendsten König Israels gebracht hatte. Aber diese Geschichte war so alt, dass sie schon fast wie ein Märchen klang. Jedenfalls aus diesem Nest soll der Messias kommen, sagt der EWIGE durch SEINEN Propheten. ER liebt eben das Kleine, das Unscheinbare, das wir schnell übersehen. Und ER macht sich selbst klein, wird als Kind armer Eltern in einem Notquartier geboren, in äußerst unruhigen und gefährlichen Zeiten. Aber der Kleine bleibt nicht klein. ER wächst heran und verändert die Menschen und ihre Welt durch Gottes Liebe. Kein Wunder, dass der unscheinbare Stall SEINER Geburt sich wandelt in den Erzählungen der veränderten Menschen hin zu einem Ort himmlischer Freude, an dem Engel jubeln und Hirten den Lobpreis singen und weitgereiste vornehme Herren mit königlichen Geschenken dem Neugeborenen huldigen. So bildhaft und so vertraut ist uns diese Geschichte bis heute. Sie gehört einfach zum Weihnachtsfest dazu, weil wir uns in ihr wiederfinden: In den Hirten, die ganz unerwartet über den Stress und die Anstrengung ihres Alltags hinausblicken konnten und erkannten, dass der HERR auch sie im Blick SEINER Liebe hat. Oder in den drei Weisen, den Gottsuchern, die die Spuren Gottes in ihrem Leben suchen und nicht locker lassen, bis sie IHN gefunden haben. Oder in Josef, der gar nicht so recht versteht, was da eigentlich geschieht, aber spürt, dass auch er gebraucht wird, damit das Kind überlebt. Wir finden uns wieder in dieser Geschichte, weil sie auch Teil unserer Geschichte ist. Sie erinnert uns auch daran, dass wir alle einmal klein waren. Und der EWIGE liebt das Kleine.

    Chorfenster in der Stadtkirche zu Pößneck Foto: Privat

    (J.Reichmann)

    Gedanken zum Bild:

    Genau über dem großen Altarkreuz der Pößnecker Stadtkirche, im zentralen Chorfenster, findet sich dieses Weihnachtsbild. Im Vordergrund sitzt Maria, gekleidet in die traditionellen Farben rot und blau, das Gewand üppig wallend. Rechts neben ihr die leere Krippe, mit einem weißen Tuch abgedeckt. Das neugeborene Jesuskind hält sie auf dem Arm, das Windelpaket ist deutlich zu sehen. Ihr Blick ist müde, aber liebevoll auf das Kind gerichtet. Links im Bild die staunenden, anbetenden Hirten und das neugierig schauende Schaf. Im Hintergrund der Engel mit ausgebreiteten Flügeln, der ein Schriftband hält – „Ehre sei Gott in der Höhe“. Alles sehr romantisch und sehr vertraut dargestellt. Die interessanteste Figur ist für mich der Josef, hinter Maria stehend. Klar, dass er traditionell als alter Mann dargestellt wird, denn das Kind ist ja nicht von ihm. Was genau bedeutet die Geste Josefs? Ist es die Geste der Überraschung über das ganze Aufhebens, die vielen Leute im Stall und den Engelschor, hier vertreten durch den Vorsänger? Oder kratzt sich Josef am Kopf, weil er an die Zukunft denkt? Wie das wohl weiter gehen wird mit seiner Familie? Oder weiß er einfach nicht, wie ihm geschieht? Dem Künstler gelingt es jedenfalls, Josef ein wenig aus dem Schatten der Geschichte herauszuholen. Er dachte vielleicht auch daran, dass der EWIGE die Menschen am Rand, die eher Unbedeutenden, ganz besonders ins Herz geschlossen hat.

    Gebet:

    HERR, unser Gott, wir danken DIR, dass DEIN Sohn Jesus Christus uns DEIN Gesicht gezeigt hat, dass DU Brücken baust, wo wir Gräben ziehen.

    HERR, unser Gott, lass uns begreifen, dass DU unterwegs bist mit uns und für wen DEIN Herz schlägt: für die Traurigen, die Ängstlichen, die Übersehenen, die Schuldigen, die Resignierten, für die Ratlosen und auch für die, die sich verrannt haben.

    HERR, unser Gott, lass DU uns begreifen, dass auch bei den Kleinen und Unbedeutenden die Würde des Menschen daheim ist, die DU allen DEINEN Geschöpfen schenkst.

    HERR, unser Gott, DU willst unsere Herzen mit Freude erfüllen, gütiger und barmherziger Vater. Wir danken DIR, dass wir in wenigen Tagen einstimmen können in den Jubel der Engel, DICH zu loben für die Geburt DEINES Sohnes in unserer Welt.

    HERR, unser Gott, wir danken DIR, dass DU in Jesus Christus einem jeden von uns nahe bist, den Kleinen und Großen, den Jungen und Alten, den Armen und Reichen. Wir legen DIR alle Menschen ans Herz, um die wir uns sorgen. Sei bei ihnen und geleite sie auf ihrem Weg. Zum Leiden gib Kraft, zur Freude Bescheidenheit, zur Macht gib Klugheit allen, die Verantwortung tragen in unserem Land und in der Welt. Den Sterbenden sei nahe und leite sie in DEINE Herrlichkeit.

    Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen

    Beten wir das Vaterunser…
    —-

    Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

    AMEN


    M Tochter Zion, freue dich …


    Wir sagen Danke, allen die bei diesem großartigen Projekt mitgewirkt haben:

    Der Sternsingeraktion
    Johannes und Marion Beutel – von der Katholischen Gemeinde Pößneck
    Till Reichmann, Pößneck
    Sara Henfling, Krölpa
    Der Firma Maxit, Frau Kohl und Rebecca Fügmann
    Dorit Dietrich – von der Katholischen Gemeinde Pößneck
    Katrin Pflügner, Pößneck
    Kindertagesstätte Zwergenland in Krölpa
    Jonas Chudasch, Gemeinde Krölpa
    Maren Sell, Pößneck
    Mariella Müller, Krölpa
    Hans, Max und Paul
    Leah-Sophie Ellmer, Ranis
    Feuerwehr Krölpa, insbesondere dem Kameraden Fabian Zille
    Männerquartett DonViCanto, unter Leitung von Jonas Chudasch
    David Borell, Rockendorf
    Maurice Müller, Krölpa
    Pfarrer Reichmann, Pößneck
    Janik Henfling, Krölpa
    Pößnecker Kolpingsfamilie
    Andreas Blümel, Pößneck
    Lina Heintz, Krölpa
    Lilly Möbius, Krölpa
    Astrid Geißler, Pößneck
    Cornelius Hofmann, Pößneck
    Emma Schimmel, Krölpa
    Frau Reichmann, Gemeinde Krölpa
    Frau Stadtler, Gemeinde Krölpa
    Frau Heller, Grundschule Krölpa
    Kira Kallas, Rockendorf
    Ralf Franz, Rockendorf
    Neuapostolischen Gemeinde, Rockendorf
    Katholische Gemeinde Pößneck
    Andreas Rübesam, Krölpa
    Herrn Müller, Krölpa
    Frau Hähnel, Grundschule Krölpa
    Tina Pfeiffer, Oslo
    Julie Patzer, Krölpa
    Winnie Gellscheid, Ranis

    Für die Musik in den Videos: Thomas Hubich, Pößneck

  • Adventskalender 2021

    Türchen 23 | 23. Dezember 2021


    Wie feiert man eigentlich im anderen Ländern Weihnachten?! Diese Frage stellt man sich immer wieder, insbesondere wenn man die internationalen Weihnachts-Hits, hoch und runter hört, bekommt man zum Beispiel bei “Feliz Navidad” schon immer etwas Fernweh!

    Aber wie ist Weihnachten eigentlich bei unseren nördlichen Nachbarn? Vielen fällt da sofort Schweden und ein großes Möbelhaus mit aus dem Fenster fliegenden Weihnachtsbäumen ein :-). Wir haben heute einen Erfahrungsbericht von Tina Pfeiffer aus ihrer Wahlheimat Oslo…

    Wir wünschen viel Spaß beim lesen:


    Jul i Norge – Weihnachten in Norwegen

    In Norwegen heit Weihnachten “jul”. Das norwegische Weihnachtsfest basiert auf christlichen Traditionen mit Einflüssen von der norrønen Sonnenwendfeier und dem Mittwinterfest (Jól/ Jólablót) am 12. Januar.

    Die Vorweihnachtszeit ist hier im Norden die dunkelste Zeit des Jahres. Am 21.12., dem Tag der Wintersonnenwende, geht die Sonne in Oslo um 9.18 Uhr auf und bereits um 15.12 Uhr wieder unter. Dieser Tag spielt im Bewusstsein vieler Norweger deshalb eine wichtige Rolle und wird oft oft mit dem Satz “nå går det mot lysere tider” kommentiert, der darauf hinweisen soll, dass man jetzt wieder lichteren Zeiten entgegen geht. Auch im übertragenen Sinne. Licht spielt deshalb bei der Feier des Weihnachtsfestes in Norwegen eine wichtige Rolle. Bereits am 13.12. feiern Kindergarten- und Schulkinder das Luciafest mit einem Umzug mit Kerzen und Gesang und dem gelben Hefegebäck “Lussekatter”. Dieser Brauch stammt ursprünglich aus Schweden und geht zurück auf die katholische Heilige Lucia von Syracus und symbolisiert den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. Es wird hier auch viel Wert auf Weihnachtsbeleuchtung und Kerzen gelegt. Am ersten Advent wird an vielen öffentlichen Orten der “julegran” (Weihnachtsbaum) offiziell entzündet. Gerne mit Weihnachtsliedern, Gebäck und “gløgg” (meist alkoholfreies Getränk, das an Glühwein erinnert). Genau wie in Deutschland zündet man an jedem Adventssonntag eine weitere Kerze an.

    Auch Weihnachtsgebäck spielt eine wichtige Rolle. Traditionell werden zu Weihnachten sieben Sorten Plätzchen gebacken. Auch “pepperkaker” (Pfefferkuchen) werden gebacken. Die haben allerdings mit den deutschen Lebkuchen nicht viel gemeinsam und erinnern mehr an Spekulatius. Traditionell wird in der Vorweihnachtszeit seit Wikingerzeiten auch Bier gebraut, gerne am 8. Dezember. Dieses dunkle und würzige Bier wurde früher in einem Fass aufbewahrt, das mit einem Kreuz versehen war um böse Mächte wie “die wilde Jagd” davon abzuhalten es leer zu trinken. Heute gibt es unzählige Sorten “juleøl” (Weihnachtsbier) im Supermarkt zu kaufen. Eine andere wichtige Tradition ist der “julevask” (der Weihnachtsputz), bei dem ähnlich wie bei uns im Frühjahr das Haus von oben bis unten blitzblank geputzt wird.

    Das eigentliche Weihnachtsfest startet in Norwegen bereits am 23.12., dem “lille julaften” (“kleiner Heiligabend”). Da wird in vielen Familien “julegrøt” zubereitet. Reisbrei, der mit Zucker, Zimt und Butter gegessen wird. In diesem Brei wird eine Mandel versteckt und der glückliche Finder bekommt ein Marzipanschwein geschenkt. Aus den Resten bereitet man gerne “riskrem” (Reiscreme) zu, die mit roter Soe am Heiligabend zum Dessert gerreicht wird. Dann sitzen alle zusammen und schauen “Dinner for One” (!) im Fernsehen.

    Der Heilige Abend (“julaften”) wird im ganzen Land um 17 Uhr durch die Kirchenglocken eingeläutet und im Kreise der Familie gefeiert, wobei das Festessen im Mittelpunkt steht. Gottesdienste finden deshalb meist relativ früh (mit Krippenspiel) oder sehr spät statt. Das Festmahl fällt üppig und deftig aus. Je nachdem aus welcher Gegend in Norwegen man stammt, isst man entweder “juleribbe” (gegrillter Schweinebauch), “pinnekjøtt” (gesalzene und getrocknete Lammrippchen auf Birkenzweigen gedämpft), gekochten Kabeljau oder “lutefisk” (in einer Lauge aus Birkenasche gewässerter Trockenfisch mit geleeartiger Konsistenz). Dazu gibt es unter anderem oft Weihnachtswürstchen und -klopse, Rot- oder Weikraut, Rosenkohl, Kohlrübenstampf, Kartoffeln, Dörrpflaumen, gebratene Äpfel und Preiselbeermarmelade. Getrunken werden meist Weihnachtsbier und Aquavit. Danach geht man singend um den Weihnachtsbaum herum (wenn Baum und Wohnzimmer das zu lassen) und anschlieend werden die Geschenke verteilt und ausgepackt. Man lässt dann den Abend ruhig ausklingen.

    Besonders auf dem Lande ist es üblich, kleine Portionen vom julegrøt und juleøl für die “Unterirdischen” vor die Tür, in die Scheune oder in den Stall zu stellen. Vergisst man dies, verärgert man die “nissene” (helfende Kobolde/ Heinzelmännchen), die sich mit Streichen rächen oder den Hof verlassen. Auch die Tiere bekommen einen Schluck juleøl in die Krippe gegossen.

    Den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag verbringt man in Norge meist mit Besuchen bei Familie und Freunden und Skitouren oder Spaziergängen an der frischen Luft.

    Die Zeit zwischen den Jahren wird hier “romjul” genannt. Ähnlich wie in Deutschland haben viele Leute frei, weshalb in der Stadt oft viel los ist. Man geht aus und trifft Freunde oder man fährt auf seine Hütte im Gebirge zum Skifahren. In kleineren Orten gibt es oft auch noch die vorchristliche/ norrøne Tradition “julebukk” (Weihnachtsbock) zu gehen. Kinder verkleiden sich mit Masken, gehen singend von Haus zu Haus und erbetteln sich Süigkeiten. Auch sonst sind mit dieser Zeit viele Bräuche und Aberglaube verbunden. Die Weihnachtszeit endet in Norwegen am 6. Januar, dem Heiligen Dreikönigstag.


    In diesem Türchen:

    Brief aus Norwegen…

    Morgen Kinder wirds was geben…


    Brief aus Norwegen!

    Festvorbereitungen und was für mich zu Weihnachten gehört

    Also hier muss ich vielleicht damit anfangen, dass ich Weihnachten am liebsten zu Hause bei meiner Familie in Krölpa verbringe. Damit sind für mich auch unzählige Traditionen verbunden. Ich lebe allerdings in Oslo in Norwegen. Letztes Jahr hat mich die Pandemie dann quasi dazu gezwungen, mir ein paar neue Traditionen hier in Oslo zu schaffen. Allerdings beeinflusst durch die Restriktionen. Generell kann man sagen, dass meine persönlichen Festvorbereitungen eine ziemlich bunte Mischung aus norwegischen und thüringischen Bräuchen und Traditionen sind.

    Ich fange zum Beispiel frühstens am 1. Adventswochenende an, den Weihnachtsschmuck hervor zu holen. Ab dann stelle ich auch immer den Radiosender “Jul 24/7” im Auto ein – der spielt nämlich rund um die Uhr Weihnachtslieder. Meistens kommt dann auch immer ein Paket aus Deutschland, auf das ich mich riesig freue. Meine Eltern schicken mir immer einen riesen Vorrat an Lebkuchen und anderen Leckereien aus Nürnberg. Wenn das Paket nicht gerade beim norwegischen Zoll hängen bleibt, läutet das definitiv die Weihnachtszeit für mich ein. Eine andere Tradition für mich ist es geworden, den Weihnachtsmarkt im norwegischen Folkemuseum in Oslo an einem der Adventswochenenden zu besuchen. Das ist ein Freilichtmuseum und alle Häuser sind weihnachtlich geschmückt. Man kann hineingehen und Leuten in traditionellen Kleidern bei Weihnachtsvorbereitungen zu sehen, z.B. beim Bier brauen. Ausserdem gibt es Stände mit Handwerk und Weihnachtsschmuck (und deutschen Plätzchen und Stollen!). Ich backe auch immer eine Mischung aus deutschem und norwegischem Weihnachtsgebäck, möglichst sieben Sorten.

    In normalen Zeiten setze ich mich dann kurz vor Heiligabend ins Flugzeug nach Berlin. Das ist für mich auch schon eine Tradition geworden: Seinen Koffer durch den Osloer Schneematsch zum Zug zu schleifen, am Hauptbahnhof in der völlig überfüllten Halle kurz den Sängern der norwegischen Staatsoper zu zuhören, mindestens einmal in der Fahrscheinkontrolle gestoppt zu werden, in der Abflughalle kurz nervös zu werden, weil das Gebäcksystem mal wieder streikt und schliesslich am Gate durchzuatmen und den jugendlichen Weihnachtssängern bei “Home for Christmas” zu zuhören – man hat ja jetzt Zeit, weil der Flieger verspätet ist. Wieviel Charme das eigentlich hat, ist mir letztes Jahr klar geworden, als das alles nicht möglich war.

    Für mich gehört zum Weihnachtsfest auch immer der Geburtstag meines Vaters – der hat nämlich am 23.12.. Da ist bei uns immer die Bude voll und ich treffe mal wieder die ganze Familie, die Nachbarn und Freunde. Man kann an diesem Abend manchmal sein eigenes Wort nicht verstehen und einen Sitzplatz muss man vielleicht auch erst ergattern, aber trotz stressiger Vorbereitungen finde ich das richtig toll! Das ist auch der Grund, warum wir den Weihnachtsbaum erst am Heiligabend aufstellen und schmücken. Für mich ist dann “richtig” Weihnachten, wenn ich in der Krölpaer Kirche sitze, die Glocken läuten und das Weihnachtsevangelium gelesen wird. Irgendwie fällt dann der ganze Stress der Vorweihnachtszeit ab und ich finde wieder ein bisschen zu mir selbst.

    Ich glaube wir feiern Weihnachten eigentlich ziemlich traditionell, aber seit einigen Jahren hat mein Bruder einen neuen Brauch bei uns eingeführt, der für mich richtig wichtig geworden ist. Nach der Bescherung gibt´s bei uns Feuerzangenbowle! Wir lassen dann den Abend ganz damit ruhig ausklingen, gucken andächtig in die Flammen und werden ein bisschen sentimental. Bis meine Mutter irgendwann aufspringt und ruft “Die Gans! Die muss aus dem Ofen!”. Alle Jahre wieder. Hoffentlich.


    Morgen Kinder wirds was geben …

    Gesungen vom Männerquartett DonViCanto, unter Leitung von Jonas Chudasch.


    Wir sagen Danke…

    Wir danken Jonas Chudasch für das Mitmachen beim Video.

    Wir danken Thomas Hubich für die Musik für das Türchen.

    Wir danken Tina Pfeiffer für den Beitrag.

    Wir danken dem Männerquartett DonViCanto, unter Leitung von Jonas Chudasch .

  • Adventskalender 2021

    Türchen 22 | 22. Dezember 2021


    Womit schmücken wir den Weihnachtsbaum?

    Haben Sie schon einmal nachgedacht, welche Bedeutung der Schmuck Ihres Weihnachtsbaumes hat? Und was sollte alles am Weihnachtsbaum hängen?

    Strohsterne: erinnern an die Armut im Stall, aber auch an den Stern, der auf die Geburt des Kindes hinweist.

    Äpfel: erinnern an das Paradies (Paradiesbaum mit Früchten) – an die Frucht, die Eva mit Adam isst.

    Lametta: manchmal auch „Engelshaar“ genannt, erinnert an den Engel, der die Geburt des Kindes vorhersagt.

    Kugeln: in Rot erinnern an den „Apfel“ aus dem Paradies. Auch Sinnbild der

    Fruchtbarkeit mitten im Winter.

    in Gold – an das Gold, dass die drei Weisen aus dem Morgenland dem Kind schenken.(Goldene Kugeln stehen für Heiligkeit und Reinheit.

    in Silber – darin spiegelt sich das Licht besonders gut

    Holzspielzeug: Figuren aus Holz

    Pfefferkuchen und Gebäck/ Schokoladenanhänger: Früher war es ein Brauch, dass nach den Festttagen der Baum von den Kindern „geplündert“ werden konnte, sie konnten sich Naschereien abholen.

    Kerzen: erinnern an Jesus, der von sich sagt, er sei „Licht der Welt“ und an das Licht, dass in der dunklen Zeit aufstrahlt.


    In diesem Türchen:

    Weihnachtskarte mit Schneekugel…

    O Jesulein zart…


    von Maren Sell


    O Jesulein zart …

    Gesungen vom Männerquartett DonViCanto, unter Leitung von Jonas Chudasch.


    Wir sagen Danke…

    Wir danken Frau Hähnel für das Mitmachen beim Video.

    Wir danken Thomas Hubich für die Musik für das Türchen.

    Wir danken Maren Sell für die Bastelidee.

    Wir danken dem Männerquartett DonViCanto, unter Leitung von Jonas Chudasch .

  • Adventskalender 2021

    Türchen 21 | 21. Dezember 2021

    Herr Müller spielt eine kleine Improvisation auf einem Harmonium!


    In diesem Türchen:

    Papierkrippe basteln…

    Weihnachtsbaum der zu früh dran war – eine Geschichte….

    Vom Himmel hoch, da komm ich her…

    Seit fast 30 Jahren hilfe für Rumänien aus dem Orlatal…


    Man braucht:

    Die Bastelanleitung mit Malvorlagen als PDF und dünne Pappe zum Unterkleben nach dem Ausmalen oder
    einen Ausdruck der beiden Ausmalvorlagen auf dünner Pappe
    Stifte, Klebstoff, Schere
    Einen schönen Platz sowie Heu, Zweige, Steine und andere Naturmaterialien zum Dekorieren der Umgebung

    Herstellung:

    Die Figuren ausmalen, gegebenenfalls mit dünner Pappe zum Stabilisieren unterkleben und danach ausschneiden.
    Am unteren Ende die Figuren umknicken, so dass sie auf den Stellflächen stehen können.
    Die Krippe an einem schönen Platz aufstellen und mit Zweigen, Heu  und anderen Naturmaterialien dekorieren.

    Fertig!

    Möchte man die Vorlagen anstelle der PDF oben speichern, bitte vorher zum Vergrößern je einmal mit der linken Maustaste darauf klicken:


    Weihnachtsbaum der zu früh dran war… !

    Eine Geschichte, gelesen von Ute Thalmann


    Vom Himmel hoch, da komm ich her …

    Gesungen vom Männerquartett DonViCanto, unter Leitung von Jonas Chudasch.


    Pakete für Rumänien

    Seit fast 30 Jahren engagiert sich die Pößnecker Kolpingsfamilie mit einer Paketaktion für bedürftige in Rumänien. So werden in Pößneck, Krölpa und Ranis, sowie den umliegenden Orten, von vielen Bürgern Pakete gepakt die dann auf die Reise nach Rumänien gehen.

    Hier ein Bericht der OTZ:


    Bescherung aus dem Orlatal für Bedürftige in Rumänien

    Kolpingsfamilie Pößneck beteiligt sich seit fast dreißig Jahren an großangelegter Weihnachtspäckchen-Hilfsaktion


    Rosemarie Dietrich, 83, hier mit den bunten Weihnachtspäckchen für Rumänien auf den Stufen der Kirche kurz vor der Verladung, achtet darauf, dass kein Paket und keine Spende verloren geht. 
    Foto: Andreas Blümel

    Marius Koity

    Pößneck/Neustadt Seit fast dreißig Jahren wirkt die Kolpingsfamilie Pößneck an der Weihnachtspäckchen-Hilfsaktion des Kolpingwerkes Erfurt zu Gunsten von Bedürftigen in Rumänien mit. Im vergangenen Jahr ließ man die Sammlung erstmals beziehungsweise wegen Corona aus. In diesem Jahr nahm man neuen Anlauf – mit einem „schönen Erfolg“, wie Andreas Blümel, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Pößneck, nun mitteilt.

    „Neben 61 Päckchen, welche allein in Pößneck und Neustadt gesammelt wurden, kamen auch 580 Euro an Geldspenden zusammen“, so Blümel. Die Weihnachtsüberraschungen werden entsprechend vielen Familien sicher eine Freude machen. Das Geld wird teils zur Deckung der Transportkosten, teils zur Unterstützung von Aktivitäten der Kolpingsfamilien in Rumänien eingesetzt. So wird der eine oder andere Euro aus dem Orlatal einer Suppenküche im westrumänischen Temeswar (rumänisch: Timisoara) zur Verfügung gestellt.

    Grundschüler aus Pößneck und Neustadt besonders fleißig

    „Viele Familien in Rumänien leben – gerade im ländlichen Raum – noch in sehr einfachen Verhältnissen und die Weihnachtspakete waren immer ein Lichtblick und eine Freude für die Familien“, so Blümel. Die Folgen der Corona-Pandemie hätten die soziale Schieflage in unzähligen Fällen weiter verschärft.

    „Viele von uns kennen noch die Zeit der Westpakete, welche gerade zu Weihnachten von den Kinderaugen sehnsüchtig angesehen und dann feierlich ausgepackt wurden“, sagt Blümel. Thüringenweit seien zuletzt immer knapp 2000 Päckchen zusammengekommen, mal mehr, mal weniger. Die diesjährige Bescherung sei bereits in Rumänien angekommen. Die Verteilung in westrumänischen Landkreisen erfolge im Advent durch die örtlichen Kolping-Strukturen, die in den vergangenen drei Jahrzehnten nicht zuletzt mit thüringischer Unterstützung aufgebaut worden seien. „Ein herzliches Dankeschön allen Spendern und Helfern!“, sagt Blümel. „Besonders möchte sich die Kolpingsfamilie in diesem Jahr bei den Schülern der Grundschulen in Pößneck und Neustadt bedanken, welche liebevoll Schülerpäckchen gepackt haben – dafür haben sie sich viele Bienchen verdient“, so der Vereinsvorsitzende.

    Die Kolpingsfamilie Pößneck zählt zurzeit 24 Mitglieder. Mit Wurzeln im Jahr 1923 wirkt der selbstständige Verein seit 1958 ununterbrochen unter dem Dach der katholischen Kirchgemeinde Sankt Josef. In der Öffentlichkeit sind vor allem das Johannisfeuer in der Griebse und eben die Weihnachtspäckchen-Hilfsaktion bekannt.


    Wir sagen Danke…

    Wir danken Herrn Müller für das Mitmachen beim Video.

    Wir danken der Kolpingsfamilie Pößneck für den Beitrag zum Rumänienprojekt

    Wir danken dem Männerquartett DonViCanto, unter Leitung von Jonas Chudasch .

    Wir danken “Christliche Perlen” https://christlicheperlen.wordpress.com für die Bastelanleitung für die Krippe!

  • Adventskalender 2021

    Türchen 20 | 20. Dezember 2021


    O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter…

    für die meisten gehört der Tannenbaum einfach zum Weihnachtsfest hinzu.

    Hierzulande ist er eigentlich eher eine Fichte, weil in unseren Wäldern nur wenige Tannen wachsen, aber dort wo der Brauch herstammt, (aus dem Elsass) gab und gibt es mehr Tannen. Vermutlich wurde im 16. Jahrhundert der erste Baum aufgestellt. Er wurde mit leichtem Backwerk und mit Äpfeln verziert. Aus Platzgründen wurden manchmal die Bäume auch an der Zimmerdecke aufgehängt.

    In anderen Gegenden entwickelte sich natürlich anderer Schmuck zu Weihnachten: unterschiedlich gestaltete Holzgestelle wurden mit grünen Zweigen umwickelt und mit Kerzen und Gebäck geschmückt. Im Norden gab es die sogenannten Weihnachtspyramiden, in Friesland schmückte man Rutengestelle, die „Tunschere“ genannt wurden. Auf Hiddensee gab es die „Bügelbäume“, in Schlesien die „Putzäpfel“ oder die Klausenbäume in Süddeutschland. Im Erzgebirge entwickelten sich ganz eigene Formen, wie geschnitzte Lichterkronen, Spielzeugpyramiden, die sich bis heute neben dem Weihnachtsbaum behaupten. In der Gegend um Saalfeld waren „Reifenbäume“ beheimatet. An einem Mittelstab wurden drei aus Weidenruten, Blech oder Holz gefertigte Reifen befestigt, die nach oben kleiner wurden. Diese hat man dann mit Moos oder Tannengrün umwickelt und anschließend mit Äpfeln, Nüssen, Lichtern, bunten Bändern und Ketten aus Glaskugeln geschmückt. Leider verdrängte der Tannenbaum diesen Brauch aus den Wohnstuben.

    Im 18. Jahrhundert entstand dann aus der Verschmelzung verschiedener Bräuche der kerzengeschmückte Tannenbaum. Neben Äpfeln und Backwerk wurde der Baum mit anderen Süßigkeiten, Nüssen, mit „Goldenem“ (vergoldete Nüssen/ Kugeln) geschmückt.

    Auch Strohsterne gehören als Schmuck dazu, wie auch Lametta oder auch Girlanden. Auch modische Trends fanden Ausdruck im Schmuck des Tannenbaums.

    Schon zu früheren Zeiten war es unter Strafe verboten, seinen Tannenbaum aus dem Wald zu holen. Die Weimarische Forst- und Jagdordnung von 1775 drohte mit einer Geldstrafe in Höhe von 3 Reichstalern. Wer Bäume aus dem Wald verkaufte musste ebenso mit einer Strafe (5 Reichstaler) rechnen. Wer beim Stehlen eines Tannebaums erwischt wurde, kam ins „Waldbußregister“.

    Auch das anfängliche Verbot der Tradition, konnte ihr keinen Abbruch tun. Der Christbaum gehört, neben der Weihnachtskrippe einfach zum Fest hinzu.

    (Quelle: Eva Stille: Christbaumschmuck. Ein Buch für Sammler und alte Dinge / Ingrid und Ulf Annel- Das große Weihnachtsbuch- Thüringen, Beate Steitz- Röckener – Wir kommen das Kind zu sehen/ Agentur des Rauhen Hauses)

    Weihnachten

    (aus einem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe von 1822)

    Bäume leuchtend, Bäume blendend,

    überall das Süße spendend,

    in dem Glanze sich bewegend,

    alt und junges Herz erregend-

    solch ein Fest ist uns bescheret.

    Mancher Gaben Schmuck verehret,

    staunend schaun wir auf und nieder,

    hin und her und immer wieder.

    (Fotos: Ute Thalmann, privat)


    In diesem Türchen:

    Ein Tannenbaum erzählt – eine Geschichte….

    O du Fröhliche…


    Ein Tannenbaum erzählt… !

    Eine Geschichte, gelesen von Ute Thalmann


    O du Fröhliche …


    Gespielt von David Borell, regionales Konfirmandenprojekt.


    Wir sagen Danke…

    Wir danken Andreas Rübesam für das Mitmachen beim Video.

    Wir danken David Borell für das Orgelstück.

    Wir danken Thomas Hubich für die Musik für das “Türchen”.