Andachten

Andacht zum 13. Sonntag nach Trinitatis, 29. August 2021

Text: 1. Chronik 13, 8

David und ganz Israel tanzten mit aller Macht vor Gott her, mit Liedern, mit Harfen, mit Psaltern, mit Pauken, mit Zimbeln und mit Trompeten.


Gedanken zum Text:

Dieser kurze Vers aus dem 1. Buch der Chronik erzählt von einem fröhlichen Volksfest – und Gott ist ganz selbstverständlich dabei. ER ist sogar mittendrin und die Menschen sehen es auch. Denn da ist die Bundeslade, das transportable Heiligtum der Israeliten. Die Bundeslade ist der Ort, wo der HERR selbst wohnt, so waren sie überzeugt. Später erfuhren sie SEINE Gegenwart im großen Tempel Jerusalems. Erst als ihnen die Heimat genommen worden war, erkannten sie IHN als den HERRN der ganzen Welt. Die Formen, IHN zu loben und zu preisen, wandelten sich ebenso. Damals, in der glücklichen Zeit der Königsherrschaft Davids, findet das Gotteslob ganz selbstverständlich unter freiem Himmel statt. Wir stellen uns am besten einen fröhlichen und lautstarken Umzug mit der Bundeslade durch die Gassen der David- stadt vor. Vorneweg der tanzende König mit seinem Gefolge, dann die Bundeslade und danach die verschiedensten Orchestergruppen und Chöre – und alle gaben ihr Bestes. Wenn das keine bunte Mischung war! Zum Gotteslob gehört Musik in ihrer ganzen Vielfalt – von den zarten Harfen und Psaltern bis zu den dröhnenden Pauken und Trompeten und natürlich auch der Gesang. Wie wichtig Musik und Gesang im Gottesdienst sind, haben wir gespürt in der Corona – Zeit, als es untersagt war zu singen. Gott sei Dank, die Orgel durfte spielen. Jetzt dürfen wir wieder singen (unter Beachtung der Regeln) und die Gottesdienstbesucher freuen sich darüber. Selbst Menschen, die bisher nicht als große Sänger in Erscheinung getreten waren, sind hoch erfreut, wenigstens die Möglichkeit wieder zu haben. Eine sagte: „Wenn die Orgel schön laut spielt, dann traue ich mich auch zu singen!“ – also einzustimmen in das Lob Gottes. Und darum geht es. Einzustimmen in das Lob Gottes, fröhlich und ungehemmt, so wie die Israeliten damals auf ihrem Umzug mit der Bundeslade durch die Stadt. Fröhliche, volkstümliche, vielleicht sogar laienhaft gespielte Musik, forsche Lieder und Tanz (!) zum Lob Gottes – es gab Zeiten, in denen das in evangelischen Kirchen unvorstellbar war. Und die liegen noch gar nicht so lange zurück, wie sich die Älteren unter uns sicher noch erinnern werden. Gott sei Dank haben wir die Freude am Gotteslob wiederentdeckt, weil wir zeigen wollen, das unser Gottvertrauen Kraft und Mut für das alltägliche Leben schenkt.

Foto: Privat (J.Reichmann)

Gedanken zum Bild:

Ein passenderes Bild zum Thema Lebensfreude und Gotteslob aus unserer Gegend als das der Schlettweiner Kirche kann es kaum geben. Zum einen ist Schlettwein weit bekannt für sein lebensfrohes Dorfleben in den verschiedenen Vereinen. Der Karnevalsverein sorgt für gute Stimmung zu allen Höhepunkten im Jahr und der Gesangsverein pflegt mit viel Liebe und Einsatzfreude die sängerischen Traditionen. Und beide sind auch ihrer Kirche innig verbunden, haben die über Jahre andauernden Sanierungsarbeiten auch immer wieder mit großzügigen Spenden und Benefizkonzerten unterstützt. Ein besonderer Höhepunkt im Jahr ist in Schlettwein mit Sicherheit auch die Kirmes im Oktober, zu der ein festlicher Gottesdienst stattfindet. Jedesmal eine Freude ist das Erlebnis, wenn die Kirmesgesellschaft mit Blaskapelle in die Kirche einzieht und sehr viele kräftig das Lied „Nun lobet alle Gott“ mitsingen. Dann erhalten sie den Segen und brechen zum „Ständchen“ auf, nehmen ihn also mit in die Häuser, wenn man so will. Lebensfreude und Tradition, Kirche und Dorf kommen so zusammen zum Lobe Gottes und zur Freude der Menschen. Anders als damals bei König David – und doch auch ganz im Sinne des HERRN.

Gebet:

HERR unser Gott, wir danken DIR für die heilsame Freude am Leben, die DU uns schenkst in aller Unruhe und allen Sorgen um uns herum. DEIN Wort und DEINE Liebe weiten unseren Blick und stärken unsere Herzen. Du bist bei uns auf unseren Wegen.

HERR, wir bitten DICH um DEINEN Geist, der unsere Augen öffnet, damit wir in unsren Mitmenschen unsere Nächsten erkennen. Damit wir durch IHN befreit werden, von uns wegzusehen und hinzuhören und zu verstehen, wenn uns unser Nächster braucht in seinem Leben. Schenke uns auch Menschen, die für uns da sind, wenn wir sie brauchen.

HERR, wir bitten DICH um DEINEN Frieden für unsere Seelen. Nimm von uns die Hast und die Angst, zu kurz zu kommen oder etwas zu verpassen. Lass das Vertrauen unter uns wachsen und die Gemeinschaft in DEINEN Gemeinden und Kirchen.

HERR, wir bitten DICH für alle, die betroffen sind von Krieg und Elend in unserer Welt, die ausgegrenzt werden von einem Leben in Sicherheit und Wohlstand. Steh ihnen bei und schenke allen Mut und Geduld, die ihnen helfen.

HERR, wir bitten DICH, wandle in DEINE Gnade und DEINEN Segen, was uns Angst macht in diesen Tagen, was uns mahnt, woran wir zu tragen haben und worauf wir keine Antwort finden.

Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen

Beten wir das Vaterunser:

Vater unser im Himmel

geheiligt werde Dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

AMEN