Andachten

Andacht zum 6. Sonntag nach Trinitatis, 11. Juli 2021

Text: Jesaja 43,1 (Wochenspruch)

So spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.

Gedanken zum Text:

Diese großartige Zusage Gottes spannt sich über das Leben. Sie steht über allem, was uns im Leben begegnet, von der Geburt bis zum Tod, über den Zeiten des Entdeckens, der Freude ebenso wie über den Zeiten des Loslassens und des Schmerzes. „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst;“, spricht der HERR zu einem jeden und einer jeden von uns nicht nur in dieser Zeit, sondern SEINE Zusage reicht über unsere Lebenszeit hinaus. ER sagt uns: Ihr braucht keine Angst zu haben, denn ihr gehört zu mir. Was auch kommen mag, ihr gehört zu mir. Ich liefere euch nicht dieser Angst aus, sondern gebe euch Halt in allem, was euch geschieht. Das hörten zuerst die Menschen des Volkes Israel in der babylonischen Gefangenschaft, die bereits fast alle Hoffnung auf eine Rückkehr in die Heimat aufgegeben hatten. Erstaunt erkannten sie, dass Gott sie nicht abgeschrieben und verlassen hatte, sondern ganz i Gegenteil: Dass ER auch in der Fremde zu ihnen hielt und sich als mächtiger erweisen sollte als die Götter der Sieger. Neue Hoffnung keimte auf, neuer Mut und neue Kraft durchströmte die Kinder und Enkel derer, die einst verschleppt worden waren. Sie hielten die Zusage Gottes in Ehren und überlieferten sie ihren Nachkommen. Und auch wir haben Anteil an dieser kraftvollen Zusage Gottes. „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ Jede und jeder von uns trägt einen unverwechselbaren Namen. Der EWIGE selbst spricht uns mit Namen an. ER kennt uns und weiß genau, wer wir sind, kennt unsere Stärken und Schwächen, unsere Freude und unsere Sorgen und erst recht unsere Not. ER weiß um die Menschen, um die wir uns sorgen, um die, die uns vorausgegangen sind. Auch die hat ER bei ihrem Namen gerufen, hinein in SEINE Ewigkeit. Bei Gott ist niemand verloren, der IHM vertrauen kann, denn keiner kann aus SEINER Liebe fallen. „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ Das sagt uns der EWIGE zu, der Gott Jakobs, Israels, der Vater Jesu, in unserer Zeit, ind der die Götter Babylons längst verschwunden sind im Dunkel der Geschichte. Der HERR über Zeit und Ewigkeit. Das schenkt Mut und Kraft und Trost und die einzige Hoffnung, die stärker ist als der Tod.

Kirche Pößneck – Jüdewein. Foto: Privat (J.Reichmann)

Gedanken zum Bild:

Die Konfirmanden der Jahrgänge 1914 -1920 sammelten Spenden zur Finanzierung dieses Bildfensters im Chor der Kirche Jüdewein. Es zeigt die Szene der Taufe Jesu nach Markus 1. Ich denke, dass diese Darstellung sehr bewusst ausgewählt wurde. Denn die Konfirmation (lateinisch: Befestigung) ist nach evangelischer Tradition die bewusste Bestätigung der Taufe durch den jungen Menschen, der in der Regel als Säugling getauft wurde. Getauft sein heißt für sein Leben zu Jesus zu gehören. So wundert es nicht, dass auch das Bibelwort aus dem Propheten Jesaja Gott spricht: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ einer der beliebtesten Taufsprüche ist, denn so verbindet sich die Zusage Gottes mit dem Sakrament und es wird für uns Menschen erlebbar, was sie bedeuten kann für das Leben. Der Reformator Martin Luther hat sich der Überlieferung nach immer wieder in den schweren Krisen seines Lebens an seine Taufe erinnert. Das hat ihm Halt und neue Hoffnung geschenkt. Ich weiß, dass es ihm viele Menschen gleich tun.

Gebet:

HERR unser Gott, wir danken DIR für DEINE Liebe, die DU uns von klein auf schenkst. DU nimmst uns in der Taufe als DEINE Kinder an und begleitest uns durch das Leben. Hab Dank für die Kinder, die DU uns anvertraust. Lass den Geist DEINER Liebe auch in ihrem Leben Raum gewinnen.

HERR, wir bitten DICH, dass DEINE Liebe spürbar wird in unserem Zusammenleben, dass wir Geduld miteinander haben und einander zugewandt bleiben auch in schwierigen Zeiten. Wehre der Rücksichtslosigkeit und der Selbstversessenheit, die das Zusammenleben zur Qual machen.

HERR, wir bitten DICH um offene Ohren und weite Herzen für die Sorgen und Nöte unserer Nächsten, aber auch für ihre Ideen und Pläne. Zeige uns, dass wir miteinander unsere Zeit gestalten können. Lass uns einander zum Segen werden in den Familien, unter den Freunden, in der Gesellschaft und in der Welt.

HERR unser Gott, wir bitten DICH, lass uns DEINE Liebe leben ganz besonders in unseren Gemeinden und Kirchen. Schenke uns Verlässlichkeit, Klarheit und geduldiges Verständnis füreinander in unserer Verschiedenheit und stärke uns, dass wir gemeinsam die Aufgaben angehen, zu denen DU uns berufen hast. Schenke uns Hoffnung, die stärker ist als der Tod.

Erbarmender Gott, erhöre uns. Amen

Beten wir das Vaterunser:

Vater unser im Himmel

geheiligt werde Dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

AMEN